Polizei sucht Zeugen

Sparta bezweifelt Aussagen des Schiedsrichters - Sportgericht sperrt Mannschaft vorläufig

Olaf Happel Abteilungsleiter Sparta Bürgel

Das Sportgericht des Fußballkreises Offenbach hat die zweite Mannschaft der DJK Sparta Bürgel nach dem Spielabbruch vom vergangenen Sonntag vorläufig gesperrt.

Offenbach – Die beiden noch bis zur Winterpause angesetzten Spiele der Kreisliga C Offenbach 1 gegen Fortuna Dreieich II und den FC Offenthal II werden jeweils mit 3:0 für den Gegner gewertet.

Die DJK Sparta weigert sich aber vorerst weiter, die Mannschaft aufzulösen. „Ich selbst war ja nicht vor Ort. Aber alle Gespräche mit Augenzeugen haben ergeben, dass die Vorfälle bei weitem nicht so schwerwiegend waren, wie sie der Schiedsrichter darstellt“, erklärte Fußball-Abteilungsleiter Olaf Happel. Er habe sogar Zweifel, ob der Spielabbruch überhaupt gerechtfertigt gewesen sei. Die Bürgeler hoffen nun auf umfassende Aufklärung in der Sportgerichtsverhandlung, die noch vor Weihnachten stattfinden soll. „Ich habe 34 Spieler im Kader der zweiten Mannschaft. Selbst wenn vier von denen ausgerastet sind, würde ich 30 Unschuldige bestrafen, wenn ich die gesamte Mannschaft abmelde“, erklärte Happel zudem.

Der Schiedsrichter hatte das C-Liga-Spiel der Bürgeler am vergangenen Sonntag bei der SKG Rumpenheim II in der 82. Spielminute abgebrochen, nachdem er laut seines Sonderberichts von drei Spielern und dem Co-Trainer der DJK Sparta beleidigt, getreten, geschlagen und bespuckt worden war. Auf dem Weg in die Kabine habe ihn dann auch noch ein unter den Zuschauern weilender verletzter Bürgeler Spieler mit einem Kopfstoß attackiert und einen Regenschirm in den Bauch gestoßen. Auch Augenzeugen aus Reihen der gastgebenden SKG Rumpenheim hatten von einer außergewöhnlichen Aggressivität und einer vollkommenen Eskalation berichtet.

Der Bericht des Schiedsrichters hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt, nachdem erst drei Wochen zuvor ein Spielleiter in Münster von einem Fußballer k.o. geschlagen worden war.

Die Wucht der Vorwürfe macht Sparta-Abteilungsleiter Happel schwer zu schaffen. „Wir fühlen uns schon etwas überrollt“, sagte der ehrenamtliche Vereinsfunktionär mit Blick auf die vielen Medienanfragen, die Gespräche mit Verbandsfunktionären und die intensiven eigenen Recherchen. Generell distanzierte er sich aber noch einmal von jedweden Attacken gegen Schiedsrichter, selbst nur verbaler Natur: „So etwas tolerieren wir nicht.“ Deshalb hatte er auch alle angeklagten Akteure umgehend vorläufig suspendiert.

Im Zusammenhang mit den Vorfällen in Rumpenheim hat die Polizei mitgeteilt, aufgrund einer Anzeige des Schiedsrichters ein Strafverfahren gegen fünf Männer im Alter von 22 bis 39 Jahren eingeleitet zu haben. Augenzeugen des Spiels vom Sonntag werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 069 80985100 zu melden.

VON STEFAN MORITZ

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