Amateurfußball

Vorfreude ist im Fußballkreis Offenbach deutlich größer als Sorge über hohe Belastung

„Endlich ein Heimspiel“: Bore Markovic, Trainer der DJK Sparta Bürgel, nimmt den Spielplan cool.
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„Endlich ein Heimspiel“: Bore Markovic, Trainer der DJK Sparta Bürgel, nimmt den Spielplan cool.

Vor der Hinrunden-Besprechung des Fußballkreises Offenbach steht der Kreisoberligist KV Mühlheim mit seiner Klage über neun Spiele in fünf Wochen alleine da.

Offenbach – Lukas Knedlik kann es kaum erwarten. „Die Vorfreude ist groß, endlich wieder um Punkte zu spielen“, sagt der Spielausschuss-Vorsitzende des Fußball-Kreisoberligisten TuS Froschhausen. Am Dienstag (18.30 Uhr) werden bei der Vorrundenbesprechung des Fußballkreises Offenbach auf dem Gelände des FC Germania Bieber (Open Air) Termine fixiert und letzte Details besprochen. Offizieller Start der Runde ist am Wochenende des 28./29. August.

Der spätere Start war, wie Kreisfußballwart Jörg Wagner in Erinnerung ruft, nach einer Abstimmung mit den Vereinen mehrheitlich beschlossen worden, um den Akteuren den Sommerurlaub zu ermöglichen. „Damit war aber klar, dass es zu vermehrten Wochenspieltagen kommen wird“, so Wagner. Bis Ende Oktober werden die Kreisoberligisten vier Englische Wochen zu absolvieren haben.

Genau das stößt bei den Verantwortlichen von Kickers-Viktoria Mühlheim aber auf großes Unverständnis. „Unsere Spieler sind Amateure und keine Profis“, sagt Walter Bauer, Beiratsvorsitzender des FC Kickers-Viktoria Mühlheim mit Blick auf die neun Punktspiele in den ersten fünf Wochen: „Ich finde das verantwortungslos.“ Das körperliche und spielerische Niveau der Spieler lasse nach einer so langen corona-bedingten Pause zu wünschen übrig. Was nicht verwundlicher sei, weil Sportanlagen geschlossen waren und Trainingsbetrieb über Monate nicht möglich gewesen sei.

Die Bedenken der Mühlheimer hinsichtlich der Belastung der Spieler teilt auch Lukas Knedlik: „Das darf man nicht unterschätzen. Zur Not muss man dann eben Spieler aus der zweiten Mannschaft hinzuholen - aber das geht ja dann allen so.“

Prinzipiell aber gilt für ihn das, was auch Biebers Trainer Samy Khederzadeh hervorhebt: „Wir haben so lange keinen Fußball gespielt. Jeder ist heiß drauf. Und jeder will lieber spielen als trainieren.“ Klar sei aber, dass das Programm nur zu stemmen sei, wenn man einen ausreichend großen Kader habe. „18, 20 Mann brauchst du für die Kreisoberliga, ansonsten wird es schwierig“, meint der Bieberer Coach, der sich mit Valerio Proto die Aufgabe teilt. Auch den späten Saisonstart findet Khederzadeh gut: „Sonst hattest du immer Urlauber, die du ersetzen musstest. Aber am 29. August sind sicher alle wieder da.“

Zivojin Juskic, Trainer des FC Teutonia Hausen, nimmt den Spielplan so hin, wie er ist. „Aber Mannschaften mit größerem Kader werden Vorteile haben“, ist der Darmstädter Ex-Profi überzeugt.

Entspannt zeigt sich auch Bore Markovic, Trainer der DJK Sparta Bürgel. „Wichtig war uns nur, dass wir nach drei Jahren mal wieder mit einem Heimspiel starten dürfen - und dann haben wir gleich den Knaller gegen die TSG Neu-Isenburg bekommen“, freute er sich.

Jörg Wagner betonte vor der Versammlung am Dienstag, dass Vorverlegungen, mit denen beide Spielpartner einverstanden sind, jederzeit möglich seien. „Denkbar ist, dass schon ab 15. August Spiele ausgetragen werden können“, erklärt der Kreisfußballwart. Das gilt auch für die Kreisligen A, B (je zwei Gruppen) und C (drei Gruppen), denen je zwei Englische Wochen bevorstehen. „Ziel ist es, möglichst schnell möglichst viele Spiele auszutragen, um mindestens die Hinrunde zu beenden, um die Saison werten zu können“, sagt Wagner mit Blick auf mögliche Corona-Ausbrüche und daraus resultierenden Einschränkungen des Spielbetriebs.

Von Jörg Moll

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