Sponsor in der Verbandsliga Süd

„Juristisch gesehen läuft das auf eine Erpressung heraus“

Offenbach/Hanau - Bei der Vorrundenbesprechung der Fußball-Verbandsliga Süd, die gestern im Vereinsheim des FC Hanau 93 stattfand, standen nicht die obligatorischen Terminverlegungen im Fokus, sondern die Diskussion über den Ligasponsor.

Seit vergangener Runde tragen die hessischen Verbandsligen (Nord, Mitte und Süd) den Beinamen „11teamsports“. Der Vertrag mit dem Sportartikelausstatter wurde im März vom hessischen Verband bis zum Ende der Saison 2019/2020 verlängert. Gab es vergangene Saison für die Erstplatzierten in den Verbandsligen vom Sponsor ausgeschüttete Preisgelder zu gewinnen, so ist die Zusammenarbeit mit dem Liga-Namensgeber ab dieser Saison intensiver und etwas komplexer.

Jeder Klub erhält einen Fixbetrag von 500 Euro, muss dafür aber das Logo des Sponsors auf einem der Trikotärmel präsentieren. Auf dem anderen Ärmel darf nicht für einen Konkurrenten geworben werden. Wie den Klubs schriftlich mitgeteilt wurde, ist die Marketingmaßnahme für alle Verbandsligisten bindend. Doch genau daran, das wurde während der Vorrundenbesprechung klar, finden nicht alle Gefallen. Manche Vereinsvertreter sprachen Befürchtungen aus, aufgrund von einem eher geringen Betrag von 500 Euro Probleme mit deutlich zahlungskräftigeren Hauptsponsoren zu bekommen.

Der anwesende HFV-Vizepräsident Torsten Becker stellte die Position des Verbandes unmissverständlich klar: „Die Verträge sind gemacht, die Vereine unterwerfen sich den Satzungen des Verbandes.“ Auf Rückfrage wurde der Hanauer konkreter: „Unterschreiben Sie den Vertrag nicht, können Sie mit ihrem Verein nicht mehr in der Verbandsliga spielen.“

Der Konter auf Beckers knallharte Aussage ließ nicht lange auf sich warten. „Juristisch gesehen läuft das auf eine Erpressung heraus“, meinte etwa Hans-Jürgen Arnrich, Vertreter der Sportfreunde Frankfurt. Sein kürzlich aufgestiegener Verein sei von der Aktion überrascht worden. Er fühle sich durch die Verbandsvorgabe zeitlich etwas überfordert und unter Druck gesetzt. Nur mühsam konnte der Frankfurter Regionalbeauftragte und Klassenleiter Thorsten Bastian die Wogen etwas glätten, indem er freundlich zur eigentlichen Tagesordnung überleitete. Klar scheint aber: Das Thema „11teamsports“ wird innerhalb der Verbandsliga noch für weiteren Gesprächsstoff sorgen.

Hanau gewinnt Verbandsligaderby gegen Bruchköbel: Fotos

Zu den Eckdaten der neuen Saison: Gespielt wird dieses Jahr vom 4. August bis 2. Dezember. Eröffnet wird die Runde am Samstag, 4. August, um 16 Uhr mit der Partie TS Ober-Roden gegen SG Unter-Abtsteinach. Auch der zweite Klub aus Ober-Roden startet bereits am Samstag. Um 17 Uhr läuft die Germania im Odenwald auf dem Kunstrasenplatz von Eintracht Wald-Michelbach auf.

Unverändert bleiben die Eintrittspreise bei fünf Euro (vier Euro ermäßigt). Mit knapper Mehrheit stimmten die Vereinsvertreter darüber ab, dass der letzte Spieltag Ende Mai an einem Samstag ausgetragen wird. (fs)

Verbandsliga Süd, 1. Spieltag

Samstag, 4. August. 16 Uhr:

TS Ober-Roden - SG Unter-Abtsteinach

Samstag, 4. August, 17 Uhr:

E. Wald-Michelbach - Germ. Ober-Roden

Sonntag, 5. August, 15 Uhr:

TSV Bad Homburg - SV Altwiedermus

RW Walldorf - RW Darmstadt

FC Hanau 93 - Viktoria Urberach

Usinger TSG - 1. FC Erlensee

Sandzak Frankfurt - SC 1960 Hanau

Sonntag, 5. August, 17.30 Uhr:

SG Bornheim/Grün-Weiß - SF Frankfurt

Rubriklistenbild: © Symbolbild: picture alliance/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare