SV Zellhausen und Ex-Trainer bestraft

Frauenfußball: Zwölf Punkte und der Meistertitel weg

Offenbach - Der Kampf um die Meisterschaft in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt der Frauen ist einen Spieltag vor dem Saisonende plötzlich wieder völlig offen. Doch der SV Zellhausen, der bereits als Meister feststand, hat damit rein gar nichts mehr zu tun.

Wie Klassenleiter Mirko Tinz mitteilte, wurden dem bisherigen Spitzenreiter, der vier Zähler vor der TSG 51 Frankfurt gelegen hatte und damit nicht mehr einzuholen gewesen wäre, aufgrund des Einsatzes einer nicht spielberechtigen Akteurin unter anderem insgesamt zwölf Punkte abgezogen. Dieses Urteil fällte das Regionalsportgericht Frankfurt.

„Das trifft uns als Verein hart“, gab der SVZ-Vorsitzende Markus Schroth zu und betonte zugleich: „Das Vertrauen des Vereins wurde missbraucht. Wir hatten davon keine Kenntnis und distanzieren uns von dem, was da passiert ist. Das hat uns in den vergangenen zwei, drei Wochen sehr beschäftigt. Wir haben die Sache intern geregelt, damit so etwas nicht erneut vorkommt.“

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der SV Zellhausen in den Punktspielen gegen die SG Bornheim/GW II und die FSG Usinger Land jeweils eine Akteurin mit einem falschen Spielerpass eingesetzt hatte. Die Partie wurden daher mit drei Punkten und 3:0 Toren für den Gegner gewertet. Zudem bekam der Verein sechs weitere Punkte abgezogen, er wurde darüber hinaus mit einer Geldstrafe in Höhe von 150 Euro belegt. Der damalige Trainer Kevin McMullen (trat nach Bekanntgabe des Vorfalls im April zurück) muss 100 Euro zahlen und erhielt zudem ein sechsmonatiges Platzverbot. Mit einer Sperre von drei Pflichtspielen wurde die Spielerin belegt. Auch sie hat den SV Zellhausen inzwischen verlassen.

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Laut Urteil wurden bei der Beantragung des Passes für die Spielerin vorsätzlich falsche Angaben gemacht. Verantwortlich dafür sei der Trainer gewesen, der falsche Daten an den Verein weitergegeben und die Spielern eingesetzt habe, obwohl ihm klar war, dass diese keine gültige Spielerlaubnis hatte.

Der Verein könnte das Verbandssportgericht anrufen, wird aber darauf verzichten, auch weil man bereits vor einiger Zeit erklärt hatte, nicht aufsteigen zu wollen, da dem Kader für die Verbandsliga die nötigen Breite fehle. „Wir akzeptieren das Urteil“, sagte Schroth. „Wir sind froh, dass wir mit dieser Strafe aus der Sache rausgekommen sind.“ Für das Team sei das aber „ein herber Rückschlag.“ Es hatte zuvor bereits sechs Zähler abgezogen bekommen, da vergangene Saison in der Verbandsliga der erforderliche Unterbau gefehlt hatte, stand sportlich aber dennoch auf Platz eins. In der kommenden Saison will man nun erneut angreifen, eventuell mit Interimscoach Marian Usvat als Trainer. (cd)

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