SV Darmstadt 98

Mehr Esprit zum Bölle-Abschied

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Stadion am Böllenfalltor

Darmstadt - Die Menschen werden rührig, wenn etwas zu Ende geht, und dann erinnern sie sich an den Anfang. In Darmstadt, Fußballstadion Böllenfalltor, findet am Samstag der letzte Auftritt der legendären Gegengerade statt, danach wird sie abgerissen. Von Jakob Böllhoff

Der SV Darmstadt hat dem Anlass gemäß also seine Archivare hervorgebeten, auf www.sv98.de erzählen sie, wie das war mit der „sagenumwobenen“ Stehtribüne. Die Sagen umfassen, dass man sich hier erstklassig vollregnen lassen konnte, bis auf die Haut, die einem ansonsten von der Sonne verbrannt wurde. Kein Dach über den Stufen, auch nicht nach dem letzten größeren Umbau 1978, und weil weder vollgeregnete noch von der Sonne verbrannte Zuschauer vorgesehen sind in den Statuten der DFL, stehen nun die Bagger hinter der Gegengerade.

Spötter behaupten übrigens, auch der Darmstädter Fußball habe sich seit 1978 nicht groß verändert. Der Zweitligist zeigt in der laufenden Saison ja mal wieder reinen Arbeiterfußball, mitunter am Rande der Zumutbarkeit; über allem steht die Risikominimierung. Das klappt manchmal, und manchmal klappt es nicht, wie beim 1:3 am vergangenen Wochenende beim Aufstiegsanwärter Union Berlin. Eine schwer zu vermeidende Niederlage, beschleunigt allerdings von Darmstädter Nachlässigkeiten in der Hochsicherheitszone Abwehr um Security-Chef Aytac Sulu.

„Wir haben auch nicht so agiert, wie wir das wollten“, sagte Trainer Dirk Schuster. „Das war überhaupt nicht das, was wir können“, klagte Flügelstürmer Marcel Heller. Wenn am Samstag (13 Uhr) bei der Gegengeraden-Abschiedsparty am Bölle das Tabellenschlusslicht FC Ingolstadt zu Gast ist, selbst frisch renoviert durch den Trainerwechsel von Alexander Nouri zu Jens Keller, hoffen die „Lilien“ auf den ersten Sieg nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen. Die Südhessen stehen als Zwölfter zehn Punkte hinter Rang drei, sieben vor Platz 16. In finanziell komplizierten Zeiten eines Stadionumbaus gilt: Bloß nicht absteigen, egal, wie der Fußball dazu aussieht. Ein wenig mehr Esprit wird der SVD aber zeigen müssen gegen die Ingolstädter.

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Personelle Sorgen plagen die „Lilien“ vor allem in der Defensive: Kapitän Sulu fehlt wegen der fünften Gelben Karte. Fraglich sind Innenverteidiger-Kollege Marcel Franke (Wadenverletzung) und Sechser Slobodan Medojevic (Adduktorenprobleme).

Quelle: DA-imNetz.de

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