Teil III der Saisonbilanz beim SV Darmstadt 98: Vielversprechender Ausblick auf die Zukunft

Das Stadion ist die große Unbekannte

Damstadt - Nach zwei Jahren in der Bundesliga kehrt der SV Darmstadt 98 zur neuen Saison wieder ins Unterhaus zurück. Im dritten und letzten Teil der Saisonbilanz blicken wir auch nach vorn. Von Jens Dörr

Die Zahl der Baustellen war beim SV Darmstadt 98 trotz des Abstiegs schon größer als in diesen Wochen, auch wenn die unklare Situation um den Verbleib einiger Spieler, sowie die fragliche Spielgenehmigung am Böllenfalltor durch die DFL an den Nerven zehren. Der Status quo ist aber um einiges komfortabler als in den Vorjahren - wegen der relativ guten wirtschaftlichen und personellen Lage und auch der schon lange bestehenden Planungssicherheit fürs Unterhaus.

Von neun Akteuren (Igor Berezovskyi, Artem Fedetskyy, Alexander Milosevic, Benjamin Gorka, Leon Guwara, Denys Oliinyk, Sidney Sam, Sven Schipplock und Dominik Stroh-Engel) trennte sich der Verein. Schmerzhaft waren die Weggänge von Jerôme Gondorf (nach Bremen) und Torwart Michael Esser (nach Hannover). Die Verpflichtungen der Hoffnungsträger Kevin Großkreutz und Jamie Maclaren sind schon perfekt, die Zukunft einiger wichtiger Akteure (Aytac Sulu, Hamit Altintop, Marcel Heller, Mario Vrancic, Felix Platte) ist noch unklar.

Nach dem Weggang von Esser dürfte wenig dagegen sprechen, dass Daniel Heuer Fernandes seinen Vertrag erfüllt. Dazu brauchen die Darmstädter noch einen gestandenen Schlussmann, sowie einen dritten Torwart mit Perspektive. In der Innenverteidigung fehlt selbst im Falle eines Verbleibs von Sulu noch eine Alternative. Peter Niemeyer ist verletzungsanfällig, Patrick Bangaard solide (aber noch nicht mehr), Immanuel Höhn eher ein Wackelkandidat. Geht Altintop, wäre die spielstarke Doppel-Sechs nach dem Vertragsausstieg Gondorfs komplett gesprengt. Wilson Kamavuaka steigerte sich zusehends, wäre mit Niemeyer als defensiv orientierte Lösung zu sehen. Der zurückkehrende Leihspieler Yannick Stark wird es schwer haben.

Weiter vorn hakt es ebenfalls: Sam ist weg, Vrancic auf dem Absprung, der Verbleib von Jan Rosenthal ungewiss. Im Sturm stehen nur Terrence Boyd und Jamie Maclaren unter Vertrag. Boyd kam noch nicht in Tritt und fehlte wochenlang verletzt. Bei Maclaren ist ungewiss, wie schnell er den Sprung von der ersten australischen in die zweite deutsche Liga schafft. Der Verbleib des robusten, kopfballstarken und schnellen Felix Platte täte den Lilien noch gut.

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Weder im Trainer-Team noch im Scouting, Nachwuchs-Leistungszentrum, Team-Management, der Geschäftsführung oder im Präsidium stehen nennenswerte Veränderungen an. Um Entlassungen kommt der Verein herum.

Beim TV-Geld fehlen gegenüber dem zweiten Erstliga-Jahr rund acht Millionen Euro. Zugleich sinken die Personalkosten. Die Eintrittspreise wurden reduziert, die Mindereinnahmen bei Zuschauern, Merchandising und Sponsoring bleiben überschaubar. Von den fast 500 Sponsoren verlängern ihren Kontrakt momentan fast alle - laut Verein 98 Prozent.

Die große Unbekannte ist das Stadion. In zwei Wochen, Mitte Juni, könnte die Frage der künftigen Spielstätte etwas klarer als jetzt beantwortet werden. Dann will die Stadt Darmstadt vier ins Auge gefasste Neubau-Standorte näher geprüft haben und eine Aussage treffen, wo neu gebaut werden könnte - oder ob Umbau und Modernisierung des Merck-Stadions am Böllenfalltor weiter vorangetrieben werden. in diesem Fall müsste eine Überdachung für die Gegengerade - oder eine ganz neue Tribüne samt Dach für diese Seite - her. Teuer wird es so oder so.

Quelle: DA-imNetz.de

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