Überraschungsteam gegen Aufstiegsfavorit

Darmstadt gegen Leipzig: Spitzenspiel der Gegensätze

+

Darmstadt - Tospiel in der 3. Liga: Der Dritte Darmstadt 98 empfängt den Zweiten RB Leipzig. Es ist eine Partie der Gegensätze: Überraschungsteam gegen Aufstiegsfavorit, Traditionsverein gegen Emporkömmling, aber auch sparsames Wirtschaften gegen geballte Finanzkraft.

Wenn jemand Dirk Schuster vor der Saison gesagt hätte, dass sein Team das Spitzenspiel des 16. Drittliga- Spieltags gegen RB Leipzig bestreitet - der Coach des SV Darmstadt 98 hätte gute Gründe gehabt, am Sachverstand dieses Menschen zu zweifeln. Jetzt bemüht sich Schuster angesichts des unerwarteten Höhenflugs darum, den Ball und die Erwartungen flach zu halten vor der Partie am Samstag (14 Uhr): "Die Vorzeichen sind eindeutig", sagt er. "Wir sind Leipzig in jeder Beziehung unterlegen."

Es ist ein Duell der Gegensätze: Überraschungsteam gegen Aufstiegsfavorit, Traditionsverein gegen Emporkömmling, sparsames Wirtschaften gegen geballte Finanzkraft. So verweist Schuster auf die hohe Qualität des Kaders der Leipziger mit zahlreichen erst- und zweitligaerfahrenen Spielern, auf die strukturellen und vor allem auf die finanziellen Möglichkeiten, die Trainer Alexander Zorniger und Sportdirektor Ralf Rangnick dort zur Verfügung stehen.

Lizenzspieleretat von 2,3 Millionen Euro

Darmstadt kalkulierte vor Saisonbeginn mit einem Lizenzspieleretat von 2,3 Millionen Euro. Leipzig nennt keine offiziellen Zahlen, doch die Möglichkeiten sind angesichts des massiven Engagements von Sponsor Red Bull enorm. Von bis zu 15 Millionen Euro wird gemunkelt, dass es der höchste Etat aller Drittligisten ist, wurde bislang jedenfalls nicht dementiert.

"Es ist kein Spiel wie jedes andere. Es treffen finanziell zwei Welten aufeinander", merkte auch "Lilien"-Kapitän Aytac Sulu in der "Offenbach Post" an. Der 27-Jährige bildet zusammen mit seinem wegen einer Bauchmuskelverletzung zurzeit angeschlagenen Nebenmann Benjamin Gorka eine der stärksten Innenverteidigungen der 3. Liga, die zusammen mit Torjäger Dominik Stroh-Engel maßgeblich zur bislang so erfolgreichen Saison der "Lilien" beigetragen hat.

Die Partie am Samstag ist das erste Aufeinandertreffen der beiden äußerst gegensätzlichen Vereine. Als RB Leipzig am 19. Mai 2009 gegründet wurde, kämpfte der Traditionsverein aus Südhessen gerade in der Regionalliga ums sportliche und wirtschaftliche Überleben - nach einer langen und wechselhaften Geschichte, in der die Darmstädter auch zwei Jahre der Bundesliga angehört hatten.

„Ab durch die Dritte“

Genau dort will Leipzig möglichst schnell hin. Nach drei quälend langen Jahren in der Regionalliga haben die Sachsen die aktuelle Saison unter das Motto "Ab durch die Dritte" gesetzt. "Leipzig ist eine Mannschaft, die die 3. Liga nur als Durchgangsstation auf dem Weg in die Bundesliga sieht", sagt auch Schuster.

Während Leipzig zuletzt Borussia Dortmund II mit 1:0 besiegte, gab es für die "Lilien" eine 1:2-Niederlage bei Schlusslicht Wacker Burghausen. Besonders ärgerlich: Der Siegtreffer gelang den Oberbayern, obwohl Darmstadt eine halbe Stunde in Überzahl spielte. Entsprechend geknickt sei das Team gewesen, räumt Schuster ein.

Mittlerweile habe man aber das Spiel analysiert und die Lehren daraus gezogen. Für die Partie gegen Leipzig verspricht der Trainer Kampf, Aggressivität und Leidenschaft, aber auch mit Willen und Moral: "Wir sind stolz, die Gelegenheit zu haben, den Tabellenzweiten mit unseren bescheidenen Mitteln überflügeln zu können."

Vom Stadion zur Arena: So hießen Fußballtempel früher

Vom Stadion zur Arena: So hießen Fußballtempel früher

Vom Stadion zur Arena: So hießen Fußballtempel früher

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare