Ovationen für den scheidenden Trainer Armin Veh

Zum Abschied eine Adler-Feder

+
Ein toller Abschied für Armin Veh. „So etwas macht das Trainerleben auch manchmal schön. Diese Emotionen kannst du nur im Mannschaftssport erleben. Das kann dir niemand bezahlen.“

Frankfurt - Armin Veh wurde gefeiert. So wie in der langen Geschichte der Frankfurter Eintracht kaum ein anderer Trainer vor ihm. Der Abschied des 53-Jährigen war höchst emotional, vor dem Anpfiff und nach dem Abpfiff. Von Peppi Schmitt

Die 90 Minuten dazwischen mit der in der Entstehung peinlichen 0:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen waren zur Nebensache verkommen. „Das werde ich nie vergessen“, sagte ein sichtlich bewegter Veh. Und meinte die drei Jahre in Frankfurt ebenso wie dieses letzte Heimspiel. Eine Choreographie mit eindrucksvollen Bildern hatte es nicht gegeben. Dafür aber eine nicht minder eindrucksvolle Demonstration mit Sprechchören. Minutenlang halte der Name des scheidenden Trainers durch das mit 51 000 Zuschauern ausverkaufte weite Rund und immer wieder wurde das Lied vom „Europapokal in diesem Jahr“ angestimmt. Die Rückkehr nach Europa werden die Anhänger der Eintracht diesem Trainer nie vergessen.

Lesen Sie dazu auch:

Das 0:2 tut der Eintracht finanziell "richtig weh"

Veh konnte die Tränen nur mühsam unterdrücken. Vor dem Spiel, als ihm der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen mit knappen Worten den Dank der Klubführung aussprach, nach dem Spiel, als ihn Philipp Reschke, im Hauptberuf Justitiar des Klubs, aus der Kabine noch einmal in den Innenraum holte. Veh ging eine Ehrenrunde, verneigte sich vor der Gegentribüne, vor der Fankurve und vor der Haupttribüne. Selbst dort standen die Zuschauer und spendeten Beifall. „Ihr habt tolle Arbeit geleistet“, hatte Bruchhagen Veh und seinem Assistenten Reiner Geyer zugerufen, „entscheidend für den Erfolg ist Charakter und euer Charakter überstrahlt alles.“

„Das sind Momente, die bleiben im Leben“

Es sei „außergewöhnlich“, dass man so auseinandergehen könne, „das sind Momente, die bleiben im Leben“, sagte Veh. Vor und nach dem Spiel habe er „an sich halten müssen“, um keine Tränen zu vergießen. „Es war unglaublich emotional.“ Als Veh 20 Minuten nach Spielende noch mit einer riesigen Eintracht-Fahne vor dem Fan-Block stand, war das Gänsehautgefühl pur. Und nach der Pressekonferenz hielt er eine prächtige Feder in der Hand. Maskottchen Attila, der stolze Adler, hatte zum Abschied eine Feder lassen müssen. Der Trainer hat ihr einen Ehrenplatz in seinem Haus versprochen.

Seine Zukunft lässt Veh weiter offen. „Ich habe für mich nur eine Option, bei der ich sage: Das würde mich reizen. Ansonsten mache ich erstmal eine Pause.“ Welche Option das ist, darüber wird nur spekuliert. Schalke 04? Eine Aufgabe im Ausland? Vehs Abschied, der auch durch die Niederlage nicht getrübt wurde, hat der Eintracht-Spitze noch einmal deutlich gemacht, wie schwer es sein wird, einen adäquaten Nachfolger zu finden. Der Chef drängt jetzt auf eine möglichst schnelle Entscheidung, um das Vakuum zu füllen. „Die Trainersuche hat absolute Priorität“, sagte Bruchhagen. Nach Aussagen von Sportdirektor Bruno Hübner sind die Frankfurter bei der Suche auf die Zielgerade eingebogen. „Wir müssen noch zwei, drei Gespräche führen“, sagt Hübner, „wir werden zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung verkünden“. Das hört sich an, als sei Vehs Nachfolger gefunden.

Eintracht gegen Leverkusen mit Veh-Verabschiedung

Eintracht gegen Leverkusen mit Veh-Verabschiedung

Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen mit Veh-Verabschiedung: Bilder
Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen mit Veh-Verabschiedung: Bilder
Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen mit Veh-Verabschiedung: Bilder
Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen mit Veh-Verabschiedung: Bilder
Eintracht gegen Leverkusen mit Veh-Verabschiedung

Die Spuren führen in tiefere Ligen. Der Name von Frank Kramer (Spvgg. Greuther Fürth) taucht immer häufiger auf, genau wie jener von Andre Breitenreiter (SC Paderborn) und Ralph Hasenhüttl (FC Ingolstadt). Und dann soll es noch einen Kandidaten geben, der bislang im Zusammenhang mit der Eintracht noch nicht genannt worden ist. Vielleicht handelt es sich dabei um Valerien Ismael, der mit der U23 des VfL Wolfsburg kurz vor dem Aufstieg in die 3. Liga steht.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare