Fußballgott zurück auf dem Platz

Alex Meier im Training: "Ich freue mich wie ein kleines Kind"

+
Alex Meier ist seit 2004 für die Eintracht am Ball.

Frankfurt - Alexander Meier strotzt vor Tatendrang. Der Kapitän der Eintracht ist zurück auf dem Trainingsplatz und arbeitet mittlerweile auch wieder mit dem Ball. An ein Karriereende denkt der 35-Jährige lange noch nicht - stattdessen freut er sich, endlich schmerzfrei zu sein. Von Peppi Schmitt

Alexander Meier ist ausgelastet in diesen Tagen und Wochen. Der Kapitän der Frankfurter Eintracht arbeitet hart an seinem Comeback nach bald achtmonatiger Verletzungspause, unterstützt von den Reha-Trainern der Eintracht und Therapeuten im Studio seines Freundes Björn Reindl. "Um 7.45 Uhr gehe ich mit Klaus Luisser in den Wald, ab 11 Uhr absolviere ich mit Martin Spohrer ein individuelles Training auf dem Platz und am Nachmittag mache ich noch eine Krafteinheit im Studio in Neu-Isenburg", beschreibt Meier seinen ausgefüllten Tagesablauf. Das sei natürlich "anstrengend", vor allem aber "richtig schön". Die Rückkehr in die Mannschaftskabine, die Rückkehr auf den Platz, wenn auch nur am Rande, das alles bedeutet selbst für einen 35 Jahre alten Profi die Rückkehr ins wahre Leben. "Ich freue mich zur Zeit wie ein kleines Kind", sagt er, "es ist nun mal das, was ich am liebsten mache." Fußball spielen eben.

Meier quält sich also nach drei Fußoperationen, um zurückzukehren aufs Spielfeld der Bundesliga. Nicht nur kurzfristig, sondern wieder dauerhaft. "Für ein Spiel bräuchte ich nicht so hart arbeiten, ich will noch in dieser Saison so viele Spiele wie möglich machen", unterstreicht er seinen Ehrgeiz. Der Torjäger der Frankfurter Eintracht (335 Spiele, 118 Treffer), der seinen letzten Einsatz im Pokalfinale am 21. Mai vergangenen Jahres hatte, will auf jeden Fall weiterspielen. "Wenn ich hundertprozentig fit bin, dann werde ich nicht aufhören", sagte er an die Adresse all jener, die mit seinem Karriereende im Sommer rechnen. Dann nämlich läuft sein Spielervertrag bei der Eintracht aus und es ist ungewiss, ob er noch einmal verlängert wird. Meier: "Es gibt doch gar keinen Grund aufzuhören." Und natürlich würde er gerne bei seinem Herzensverein Eintracht weitermachen, für den er schon seit 2004 am Ball ist.

Die immer wieder geäußerte Vermutung, er wolle im Herbst oder Winter der Karriere noch einmal in seinem bevorzugten Urlaubsland USA und dort am an seinem Stamm-Urlaubsort Miami Fußball spielen, weist er mit einem Augenzwinkern zurück. "Dann bin ich 37 und vielleicht auch für dort zu alt", sagt er. Was darauf schließen lässt, dass Meier noch mindestens zwei Jahre in der Bundesliga spielen will. Sein Optimismus ist zurückgekehrt, nachdem die letzte Fuß-OP im November endlich Besserung gebracht hat und die Ärzte inzwischen keinerlei Einschränkungen mehr feststellen können. "Ich fühle mich gut und bin schmerzfrei", sagt Meier. Wohl wissend, dass die eigentliche Probe aufs Exempel im Form von gesteigerten Belastungen im Trainingsbetrieb erst noch kommen wird. Bislang hat der Fuß auf die Anforderungen noch nicht reagiert, was durchaus ein positives Zeichen ist. "Man muss abwarten, was passiert, wenn ich richtig am Ball bin", sagt er, "aber ich habe ein sehr gutes Gefühl."

Mitgliederversammlung der Eintracht: Bilder

Auf einen Zeitpunkt der Rückkehr ins Mannschaftstraining will Meier sich nicht festlegen. "Es macht keinen Sinn, mich da unter Druck zu setzen", sagt er. Angst vor der internen Konkurrenz, die aktuell ja so erfolgreich spielt, hat Meier nicht. "Konkurrenz gehört in diesem Geschäft dazu", sagt er, "da mache ich mir wenige Gedanken." Vielmehr erfreut er sich an der Unterstützung, die er überall erfährt. "Alle wünschen mir, dass ich bald wieder spielen kann", erzählt Meier von den Begegnungen auf den Straßen der Stadt. Im Stadion ist ihm am Dienstag Karl-Heinz Körbel um den Hals gefallen. "Alex schafft das, er kommt wieder", sagt die Eintracht-Legende.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare