Alle drei Joker von Skibbe stechen

Juvhel Tsoumou erzielte kurz nach seiner Einwechslung den Ausgleich.

Frankfurt (sp) ‐ Drei „Joker“ hat Michael Skibbe beim 2:1-Triumph gegen die Bayern gesetzt, alle drei haben sie gestochen. Marcel Heller hatte in der ersten Halbzeit die Bayern-Burg sturmreif gedribbelt, geflankt und geschossen.

Und die eingewechselten Juvhel Tsoumou und Martin Fenin haben in der 87. und 89. Minute die entscheidenden Treffer erzielt. Alle drei haben sie aus unterschiedlichen Gründen auf ihre Chance lange warten müssen, alle drei haben sie eindrucksvoll genutzt.

MARCEL HELLER hatte die Bayern sichtlich überrascht. Der 24 Jahre alte Flügelflitzer machte mit dem 17 Jahre alten Jungstar David Alaba was er wollte. Warum Münchens Trainer Louis van Gaal seinen „Youngster“ nicht erlöste, blieb sein Geheimnis und war das Glück der Eintracht. „An Marcel sieht man, was Mut und Schnelligkeit ausmachen können“, sagte Skibbe, „gemeinsam mit Sebastian Jung hat er einen Löwenanteil daran, dass wir fast übers ganze Spiel Druck ausüben konnten.“ Heller war einfach glücklich, „endlich einmal zeigen zu dürfen, was ich kann“. Als er ausgepumpt elf Minuten vor Schluss für Ümit Korkmaz Platz machen musste, standen die Zuschauer auf und applaudierten. Da stand es noch 0:1 und es kam die Zeit der anderen „Joker“.

JUVHEL TSOUMOU durfte die ersten sieben Minuten der Saison spielen. Wegen seiner „Bulligkeit, seinem Körper und seinem Mut“ habe er ihn eingewechselt, sagte der Trainer. Der 19 Jahre alte deutsche Jugendnationalspieler mit kongolesischen Wurzeln sprach später „vom meinem größten Erlebnis als Fußballer.“ Er habe ein Gefühl gehabt „in einem WM-Finale zu stehen“. Der jüngste Frankfurter hatte vom größten Fehler des noch jüngeren Münchners Alaba profitiert und den Ausgleich erzielt. „Ich dachte, ich komme vor Butt an den Ball, aber dann hat er mich angeschossen“, erzählte er. Ihm war's egal, denn der Ball lag einen Wimpernschlag später im Tor. Es war Tsoumous erstes Bundesligator im ersten Einsatz der Saison. Sein Amateurvertrag bei der Eintracht läuft aus.

MARTIN FENIN ist der Mann für Siegtore. Zweimal hat der tschechische Nationalspieler in dieser Saison getroffen, er hat das 3:2 am ersten Spieltag in Bremen erzielt und jetzt das 2:1 gegen die Bayern. „So etwas vergisst man nicht“, sagte Fenin, „die Mannschaft nicht, die Fans nicht und ich nicht.“ Zwei Minuten vor dem Ende hatte er eine Flanke von Halil Altintop angenommen, sich um Alaba gedreht und mit rechts ins lange Eck getroffen. Nach zuletzt mehr als vier Monaten Pause wegen einer Leistenoperation war dieser Schuss und dieser Treffer eine Erlösung für den 22-Jährigen. „Schade, dass er so lange gefehlt hat“, bedauerte der Frankfurter Trainer, „mit Skibbe, „aber mit ihm hätten wir wohl noch ein paar Punkte mehr geholt.“ Fenin selbst war einfach nur glücklich. Über den Sieg, über sein Tor, darüber, „dass ich keinerlei Schmerzen mehr habe.“

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