Jetzt auch Pausen für Rönnow und Geraldes

Alle Neune: Eintracht-Ausfallliste immer länger

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Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt

Frankfurt - „Wir brauchen nicht zu jammern, wir haben noch genügend gute Spieler.“ Das hat Adi Hütter am Freitag gesagt. Und das ist ziemlich mutig in Anbetracht der Ausfälle, die die Frankfurter Eintracht schon zu Beginn der Saison zu beklagen hat. Von Peppi Schmitt

Beim Auswärtsspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) bei Borussia Dortmund muss der Trainer der Eintracht auf acht oder neun Spieler verzichten. Da ist er froh, „dass wir einen so breiten Kader haben“. Und da kann er froh sein, dass Spieler, die vor drei, vier Wochen nur im zweiten oder dritten Glied gestanden haben, den Verein verlassen sollten oder wollten, keinen neuen Arbeitgeber gefunden und dementsprechend wieder integriert worden sind.

Bei der offiziellen Pressekonferenz am Donnerstag sickerten nach und nach weitere Namen von Spielern durch, die verletzt, angeschlagen oder noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. So habe man Torhüter Frederik Rönnow „aus dem Trainingsbetrieb genommen“, sagte Hütter. Der dänische Nationalspieler plagt sich wieder mit einer Reizung im Knie und soll die Blessur nun erstmal vollständig auskurieren. In diesem Fall kann sich die Eintracht das leisten, denn Rönnow ist ja nach der Verpflichtung von Kevin Trapp nicht mehr die Nummer „1“. Auf der Bank sitzen wird Jan Zimmermann.

Dass in der Abwehr mit Carlos Salcedo (Operation nach Syndesmosebandriss), Timothy Chandler (Operation nach Knorpelschaden im Knie) und Jetro Willems (Rotsperre) drei Spieler ausfallen, ist keine Neuigkeit mehr. Verzichten aber muss Hütter auch auf Routinier Marco Russ, der wegen Problemen an der Achillessehne nach einer zehntägigen Pause erst am Donnerstag wieder mit der Mannschaft trainiert hat. Und völlig offen ist auch, ob Taleb Tawatha spielen kann. Der Israeli hat sich beim Länderspiel in Nordirland „den Rücken verrissen“, wie der Trainer formuliere. Erst kurzfristig soll übers einen Einsatz entschieden werden.

Nachdem sich Anfang der Woche der portugiesische Stürmer Goncalo Paciencia einen Riss des Außenmeniskus im linken Knie zugezogen hat und inzwischen in seiner Heimat operiert worden ist, gab es nun eine weitere Hiobsbotschaft. Chico Geraldes war beim Freundschaftsspiel letzten Donnerstag in Ederbergland unglücklich auf den Rücken gefallen. Der Neuzugang aus Lissabon habe sich eine „Fraktur am Querfortsatz“, also im Rücken, zugezogen, sagte Hütter. Eine Operation sei nicht nötig, der Mittelfeldspieler wird konservativ behandelt. Immerhin auf dem Weg der Besserung ist Ante Rebic. Der Trainer sieht „Licht am Ende des Tunnels“ für seinen Stürmerstar. Für Dortmund aber sei Rebic noch keine Alternative.

Trotz aller personeller Rückschläge und Engpässe wirkt der neue Eintracht-Trainer ruhig, fokussiert und selbstbewusst. „Wir denken immer in Lösungen“, sagt er. Die Negativserie von Dortmund (sieben Niederlagen in Folge) kann ihn dementsprechend nicht schrecken. „Jeder Serie geht zu Ende und schließlich haben wir ja auch in Freiburg nach vielen Jahren zum ersten Mal gewonnen“, sagt er und arbeitet lieber daran, seinen Spielern klare Aufgaben zu stellen. Auf das „unglaublich schnelle Umschaltspiel“ des BVB hat er seine Mannschaft vorbereitet und ein Gegenmittel einstudiert. „Wir müssen die Laufwege eng halten“, sagt der Frankfurter Trainer, „und vor allem dürfen wir keine leichten Fehler machen.“

Bilder: Eintracht verliert in Dortmund

Welches Personal in welchem System dies umsetzen soll, das ließ er offen. Hütter blieb bei allen Nachfragen allgemein. Links könnte Debütant Deji Beyreuther verteidigen oder Comebacker Simon Falette. Oder vielleicht doch Tawatha. Er könne auch auf eine Dreierkette zurückgreifen, sagte er lächelnd. Das wäre dann die Chance für Makoto Hasebe. Kollege Lucien Favre soll nicht zu viel erfahren. In jedem Fall ist Hütter „sehr froh“, dass er seinen Kader nun wieder komplett auf dem Platz hat, dass die „Trainingsgruppe 2“ Geschichte ist. Großes Lob hat er einmal mehr für Marco Fabián gefunden, dessen geplanter Wechsel zu Fenerbahce Istanbul ja in letzter Minute geplatzt war. Das war wohl ganz im Sinne des Eintracht-Trainers. „Marco ist ein toller Typ und er spielt sehr, sehr gerne für uns“, sagt Hütter, „er bringt sehr viel Erfahrung mit.“ Hört sich ganz so an, als sei Fabián sogar schon ein Spieler für die Anfangself.

Dem einen oder anderen hätte der mexikanische Nationalspieler auf jeden Fall voraus, dass er die besondere Atmosphäre im größten deutschen Stadion schon kennt. Über 80.000 Zuschauer werden da sein, darunter mehr als 4000 Frankfurter. „Das ist doch für jeden Spieler ein Traum“, sagt Hütter, der mit seinen Bundesliga-Novizen wie Evan Ndicka oder Lucas Torró auch diesen Aspekt noch einmal ansprechen wird.

Voraussichtliche Aufstellung:

Eintracht Frankfurt: Trapp – Da Costa, Abraham, Ndicka, Tawatha (Falette) – Fernandes, Torró, Gacinovic – Müller (Fabián), Kostic – Haller.

Bank: Zimmermann, Falette, Beyreuther, de Guzman, Hasebe, Fabián, Jovic

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