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Europa-League-Finale stellt bei Eintracht Frankfurt Bundesligaspiel gegen Mainz in den Schatten

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Von: Peppi Schmitt

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Wettlauf mit der Zeit: Ob Jesper Lindström (rechts gegen Barcelona) bis zum Finale fit wird, ist noch offen.
Wettlauf mit der Zeit: Ob Jesper Lindström (rechts gegen Barcelona) bis zum Finale fit wird, ist noch offen. © dpa

Vor dem Mainz-Spiel dreht sich bei der Eintracht schon vieles um das große Finale in Sevilla gegen Glasgow. Nationaltorhüter Kevin Trapp würde am liebsten schon heute spielen.

Frankfurt – Die sportliche Nachricht von der Frankfurter Eintracht ist im Grunde (noch) keine Nachricht. Auch beim ersten Training der Woche, am Donnerstag, zwei Tage vor dem Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 und sechs Tage vor dem Europapokalfinale, hat Jesper Lindström nicht auf dem Platz gestanden. Die vielen Beobachter hatten vergebens Ausschau gehalten, als die Spieler nach und nach per Fahrrad zum Trainingsplatz gekommen waren. Aber kein Lindström.

Der dänische Angreifer habe im Proficamp „individuell“ trainiert, was das auch immer im Detail gewesen sein mag. Lindström hatte sich beim Halbfinal-Hinspiel bei West Ham eine Muskelverletzung zugezogen. Seitdem fehlt von ihm jede Spur auf dem Platz, sowohl beim Rückspiel gegen West Ham als auch gegen Leverkusen und Mönchengladbach, noch bei den Übungseinheiten.

Aber bis zum Finale soll er wieder spielfähig sein. Es sei „ein Wettlauf mit der Zeit“, sagte der Trainer, „es wird ein Fotofinish“. Er habe viel Hoffnung, dass es klappt. Ob er ihn dann aufstellen würde, stehe auf einem anderen Blatt. „Er muss besser sein als die Alternative.“, sagte Glasner, „wenn ich dieses Gefühl habe, stelle ich ihn auf, wenn nicht, spielt ein anderer.“

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn der Eintracht-Coach wird ziemlich sicher keinen Spieler in die Anfangself stellen, bei dem keine hundertprozentige Sicherheit besteht, ob und wie lange er überhaupt spielen kann. Selbst wenn der dänische Nationalspieler für die Balance der Eintracht-Offensive durchaus gebraucht würde. Aber aller Voraussicht nach wird Jens Petter Hauge, seit Lindströms Ausfall dessen Ersatz, auch im Endspiel gegen die Rangers erste Wahl sein. Alles andere würde der bisherigen Saisonpraxis von Glasner widersprechen. Der österreichische Fußball-Lehrer setzt seit langem auf Kontinuität, vermeidet größere Experimente. Getreu dieser Einstellung wurde auch die Abwehr beim Trainingsspielchen unter den Augen vieler Journalisten denn auch vom Trio Almamy Touré, Tuta und Evan Ndicka gebildet. Altmeister Makoto Hasebe spielte in der „B-Elf.“

Was sich in diesen Tagen rund um die Arena und das Proficamp der Eintracht abspielt, ist durchaus kurios. Die Pressekonferenz am Donnerstag, zu der sich der Trainer und Torwart Kevin Trapp stellten, fand in einem neuen Presseraum im ehemaligen Nike-Gebäude statt. Die Wand hinter dem Podium war die Wand der Europa League. Dabei spielt die Eintracht ja am Samstag noch in Mainz. Doch dies ist überhaupt kein Thema. Die UEFA hatte kurzerhand einen „Endspiel-Media-Day“ angesetzt. Gerade für den Trainer und seine Spieler ist dies eine äußerst schwierige Situation. Bloß nicht verletzen, bloß keine Körner lassen, vor allem nicht an Mainz denken. Ob es daran gelegen hat, dass Filip Kostic und Daichi Kamada mit Strumpfhosen bei mehr als 20 Grad und strahlender Sonne trainiert haben, um Zerrungen vorzubeugen?

Die Bedeutung der Partie wurde bei jedem Satz deutlich, die der Trainer und der Torwart aussprachen. „In Frankfurt ist sowieso jeder Eintracht-Fan, aber jetzt drückt uns ganz Deutschland die Daumen, das gibt uns Energie“, sagte Glasner. Und versuchte gleichzeitig alles, um die „Normalität“ zu wahren, das Spiel nicht noch größer zu machen als es sowieso schon ist. Er werde in der direkten Vorbereitung auf das große Spiel nichts anders machen als bei den anderen Euro-League-Spielen. „Es ist wie beim Abitur, entweder man ist vorbereitet oder nicht“, sagte er, „wir werden keine zusätzlichen Stärken mehr entdecken, aber wenn wir locker und fokussiert sind, werden wir auch keine unserer Stärken verlieren“.

Er möchte „Eintracht-Frankfurt-Fußball“ sehen, so wie gegen Piräus, Barcelona und West Ham. Für den Nationaltorwart ist es „die pure Freude“, dieses Finale zu spielen. Trapp: „Da passiert was unheimlich Schönes. Wir sind in der Lage, in einer Woche eine unglaubliche Euphorie auszulösen, nicht nur in Frankfurt, sondern in ganz Deutschland.“

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