Egoismus in der Krise

Kommentar zum dritten Eintracht-Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg

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Jochen Koch

Nach der glanzvollen Kür auf internationalem Parkett hat die Frankfurter Eintracht die Pflichtaufgabe in der Bundesliga bestanden. 72 Stunden nach dem 2:1-Sieg in der Europa League in Marseille hat die Eintracht gegen Leipzig einen Fehlstart in der Bundesliga verhindert. Von Jochen Koch

Aber das 1:1 war auch schon das dritte Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg. Dass die Eintracht nach der starken ersten Halbzeit nachgelassen hat, während Leipzig zulegen konnte, unterstreicht, wie sehr die Doppelbelastung dem sowieso schon dezimierten Frankfurter Kader zusetzt.

Wesentlich schlechter präsentiert sich bislang Schalke 04. Mit vier Niederlagen ist der Vizemeister Tabellenletzter. Und schon wird es richtig unruhig auf Schalke. Der hochgelobte Trainer Domenico Tedesco muss jetzt seine erste große Krise moderieren und möglichst schnell meistern. Im Disput mit seinem ausgewechselten Stürmer Franco Di Santo hat Tedesco souverän reagiert. Aber das Aufmucken von Di Santo zeigt auch, dass Egoismus der Nährboden für eine Verschärfung der angespannten Situation ist.

Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig: Bilder

Der Weg aus der Krise gelingt nur im Kollektiv. Wichtig wird deshalb sein, wie gut Tedesco und auch Manager Christian Heidel die Ego-Shooter im Team unter Kontrolle haben. Aber wenn am Dienstag beim SC Freiburg der Negativ-Rekord von 2016 mit der fünften Niederlage eingestellt würde, wären die Verdienste und der Kredit von Tedesco mit Platz zwei aus der Vorsaison endgültig aufgebraucht.

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