Bier, Würstchen und Dixi-Klos

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Christoph Daum zwischen Fans und Spielern.

Frankfurt (sp) ‐ Am Rande des Spielfeldes wurden Bier und Würstchen verkauft, das hessische Fernsehen übertrug fast eine Stunde live, die Stadion GmbH hatte für alle Fälle zwei Dixi-Klos aufgestellt. Das erste Training bei Eintracht Frankfurt unter Christoph Daum hatte etwas von einem kleinen Volksfest.

Etwa 2000 Zuschauer waren in die Arena gekommen, mehr als je zuvor bei einer Trainingseinheit der Eintracht. Die von Vorstandschef Heribert Bruchhagen erhoffte Aufbruchstimmung war schon beim ersten Auftritt in jeder Sekunde zu spüren. 

In Viererreihen standen die Zuschauer rund um den Trainingsplatz hinter der Arena, beobachteten ganz genau jeden Schritt des neuen Trainers, hörten jedes Wort. Und wie schon vorher bei der Pressekonferenz enttäuschte Daum niemanden. Gemeinsam mit seinem Assistenten Roland Koch sorgte er nicht nur für eine unglaubliche Stimmung auf dem Platz, sondern auch am Rande. „Wir wollen die Fans mitnehmen“, sagte Daum, „aber wichtig ist natürlich die Mannschaft.“

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Das Aufwärmprogramm leitete Koch, selbst dabei ging es heftiger zur Sache als in den letzten Wochen. Der Ton des neuen Assistenten hat etwas Militärisches, Dazu passt auch, dass Koch die gute alte Trillerpfeife wieder aus der Schublade geholt hat. Ganz am Ende, als die Muskeln warm waren und die Stimmung hoch, schrie Koch: „Wer will uns schlagen?“ Und dann: „Jetzt jubelt die Eintracht.“ Die Spieler mussten sich auf Anweisung um den Hals fallen, umarmen, das Jubeln üben. Eine große Show.

Es wurde aber auch hart gearbeitet an Daums erstem Arbeitstag, genau 100 Minuten. Der große Unterschied zu Vorgänger Michael Skibbe: Daum lobte und tadelte, wurde laut, manchmal lauter. Und in den Pausen redete er auf die Spieler ein. Beim Auslaufen am Ende war dann wieder Assistent Koch an der Reihe. Er rannte mit den Spielern um den Platz und animierte dabei die Zuschauer zum Beifall. Die ließen sich nicht lange bitten. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, schallte es über das Trainingsgelände.

„Das war richtig super“, sagte Eintracht-Profi Aleksandar Vasoski. Kollege Ioannis Amanatidis verkniff sich jede Wertung. „Jeder hat doch gesehen, was heute auf dem Platz los war“, sagte er nur. Stimmt, es war endlich wieder etwas los.

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