Ausleihe von Srdjan Lakic perfekt

„Bin nicht vom Geld besessen“

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Srdjan Lakic bekommt bei der Eintracht die Rückennummer 11.

Frankfurt - Srdjan Lakic hat gestern zum ersten Mal mit der Frankfurter Eintracht trainiert. Beim Übungsspielchen stand er gleich in der Stammformation. „Ich bin froh, dass es geklappt hat“, so Trainer Armin Veh, „jetzt versuchen wir, ihn so schnell wie möglich einzuspielen.“ Von Peppi Schmitt

Der 28 Jahre alte Kroate, zunächst für eineinhalb Jahre vom VfL Wolfsburg ausgeliehen, stand hinterher den Medienvertretern Rede und Antwort.

Herr Lakic, mit welchen Erwartungen kommen Sie nach Frankfurt?

Ich will so schnell wie möglich in Bestform kommen, ich will gesund bleiben und erfolgreich Fußball spielen.

Sie haben lange nicht gespielt. Wird es also auch lange dauern, bis Sie ihre Form gefunden haben?

Das hoffe ich nicht. Ich bin überzeugt, dass ich mein bestes Niveau bei der Eintracht erreichen kann. Dass wird Schritt für Schritt passieren.

In Frankfurt wird erwartet, dass Sie eine gute Mannschaft noch besser machen. Wie groß ist der Druck, der auf Ihnen lastet?

Druck ist immer da. Ich weiß, dass ich an Toren gemessen werde. Dafür bin ich bereit, darauf bin ich eingestellt. Ich erwarte von mir selbst keine Wunderdinge, aber natürlich will ich Tore schießen. Idealerweise schon am Samstag in Hamburg.

Die Eintracht ist eine sehr offensiv eingestellte Mannschaft. Liegt Ihnen das besonders?

Wenn man gut drauf ist, ist jede Spielweise gut. Wenn man schlecht drauf ist, hilft das gar nichts. Es liegt also an mir, mich zu integrieren.

In eine gut funktionierende Mannschaft.

Ja, ich freue mich, Teil dieser guten Mannschaft zu werden. Da habe ich richtig Lust drauf. Ich habe seit Wochen gewartet, dass es endlich klappt. Und ich habe alles dafür getan, dass es klappt.

Es heißt, Sie hätten auf viel Geld verzichtet, damit der Wechsel zustande kommen kann. Und Sie hätten darauf bestanden, nicht nur für ein halbes Jahr ausgeliehen zu werden?

Gegen eine Ausleihe hatte ich grundsätzlich nichts. Nur drei Monate bis zum Saisonende wären mir aber zu kurz gewesen, um mich mit dem Verein richtig zu identifizieren, mich anzupassen, alles kennenzulernen. Diese Situation wollte ich nicht. Ich bin eher vom Fußball besessen, nicht vom Geld, ich gebe sowieso fast alles aus. Ich werde schon verdienen, was ich brauche. Wichtiger ist Wertschätzung. Vor eineinhalb Jahren wurde ich sehr hoch eingeschätzt, hatte viele Angebote und habe mich für Wolfsburg entschieden. Inzwischen habe ich gesehen, dass es ein Fehler war. Zuletzt war ich dort einfach nicht mehr glücklich. Daran kann auch eine Million nichts ändern.

Warum hat es denn in Wolfsburg und zuvor in Hoffenheim nicht geklappt?

Ich will keine Ausreden suchen und auch nicht so viel philosophieren, das bringt nichts. Ich habe erkennen müssen, dass es nicht reicht, gut drauf zu sein und immer Gas zu geben. In dieser Beziehung habe ich mir wenig vorzuwerfen. In der Vorbereitung auf diese Saison war ich komischerweise richtig gut drauf, habe auch viele Tore geschossen. Aber die Umstände haben nicht gepasst. In Hoffenheim war ich letztes Jahr gleich nach meiner Ankunft eine Woche krank, später habe ich mich verletzt. Ich kam also nie richtig rein in die Mannschaft. Das muss man als Sportler akzeptieren. Die letzte Saison war eine zum Vergessen.

Wie lange bestehen denn die Kontakte zur Eintracht?

Um Weihnachten herum habe ich davon erfahren. Und ich war richtig froh darüber. Ich freue mich, dass der Trainer mich wollte, mit ihm hatte ich sehr gute Gespräche. Jetzt will ich versuchen, einen kleinen Teil beizutragen, dass wir weiter erfolgreich spielen. Ich glaube, ich habe noch einiges zu sagen im Fußball.

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