Die Fans wünschen sich Bergamo

Chelsea, Arsenal und Milan: Vorfreude auf die Europa-League

+

Frankfurt - Am Dienstagmittag wurde in der Zentrale der UEFA in Nyon die erste Qualifikationsrunde für die Europa-League ausgelost. Von Peppi Schmitt

Da treffen unter anderem der Europa FC aus Gibraltar und Pristina aus dem Kosovo oder Cefn Druids aus Wales und Trakai aus Litauen aufeinander. Mit diesen Gegnern hat die Frankfurter Eintracht nichts zu tun. Durch den sensationellen Pokalsieg gegen den FC Bayern München sind die Hessen wie sechzehn andere Mannschaften schon für die Gruppenphase gesetzt. Diese wird am 31. August in Monaco ausgelost und im Herbst an sechs Spieltagen ausgetragen. Die Vorfreude in Frankfurt ist riesengroß, der eine oder andere Spaßvogel hat bereits Hotelzimmer für das Finale am 29. Mai nächsten Jahres in Baku (Aserbaidschan) reserviert. Der Verein wird den Vorverkauf für die drei Heimspiele im Herbst schon in den nächsten Tagen starten. „Blind dates“ also, denn die Gegner stehen ja noch nicht fest. Die Dauerkartenbesitzer, alle 30.000 Dauerkarten für die Liga wurden verkauft, haben dabei Vorkaufsrecht.

An der Gruppenphase werden dann 48 Mannschaften in 12 Vierergruppen (A-L) teilnehmen. Wer sich die bereits sicher qualifizierten Mannschaften anschaut, wird gerade in Frankfurt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Mögliche Gegner im Laufe des Wettbewerbes können unter anderen aus England der FC Arsenal und der FC Chelsea sein, aus Italien Lazio Rom und der AC Mailand, aus Spanien die beiden Clubs FC und Betis aus Sevilla, aus Russland Zenit St.Petersburg, aus den Niederlanden Feyenoord Rotterdam, aus Frankreich Olympique Marseille, aus Belgien der RSC Anderlecht, aus Portugal Sporting Lissabon, aus Österreich Rapid Wien, aus der Schweiz der FC Zürich und aus Schottland der FC Aberdeen und die Glasgow Rangers. Das Ziel der Frankfurter ist klar vorgegeben. „Wir wollen durch die Gruppe marschieren“, hat Sportvorstand Fredi Bobic gesagt. Also in der Europa-League überwintern und in den K.o.-Runden im nächsten Jahr dabei sein. Dann kommen ja noch die Drittplatzierten aus den Gruppen der Champions-League (CL) hinzu, das Feld wird also noch attraktiver. Bestes Beispiel war die abgelaufene Saison: Da hat das in der CL ausgeschiedenen Atletico Madrid am Ende die Trophäe geholt.

Griezmann führt Atlético zum Europa-League-Titel

Die Eintracht hat mit einigen der möglichen Gegner in ihrer europäischen Geschichte schon die Klingen gekreuzt. Die vielleicht größten Spiele in der Vereinshistorie haben die Frankfurter gegen die Glasgow Rangers geboten. Im Europapokal der Landesmeister wurden die Schotten, damals in der allerersten Reihe der europäischen Klubs angesiedelt, in Frankfurt (13. April 1960) mit 6:1 und in Glasgow (5. Mai 1960) mit 6:3 besiegt. Im Endspiel unterlagen die Frankfurter dann Real Madrid vor 100.000 Zuschauern im Hampdon-Park mit 3:7.

Zwei Jahrzehnte später marschierte die Eintracht zum ihrem bislang einzigen europäischen Pokalsieg. Und zwei Gegner, auf die sie jetzt wieder treffen könnten, wurden damals auf dem Weg ins UEFA-Pokalfinale 1980 ausgeschaltet. Zunächst die Schotten des FC Aberdeen im Herbst 1979 mit 1:1 (auswärts) und 1:0 zu Hause. Torschützen waren damals im Hinspiel Bum-Kun Cha, im Rückspiel Bernd Hölzenbein. Im Achtelfinale trafen die Frankfurter dann auf Feyenoord Rotterdam. Am 28. November 1979 wurden die Holländer im Waldstadion mit 4:1 besiegt (Torschützen: Bum-Kun Cha, Bernd Nickel, Helmut Müller und Stefan Lottermann). Die älteren werden sich erinnern: Die Eintracht spielte damals in grün-weiß, weil die Holländer in rot-schwarz-weiß angetreten waren. Die Adler kamen bis ins Finale und setzten sich in zwei Spielen gegen Borussia Mönchengladbach (2:3 und 1:0) durch.

Eintracht-Fans demonstrieren für Verbleib von Alex Meier: Bilder 

Auch mit zwei Gegnern aus der jüngeren Europacup-Geschichte könnte es zu Neuauflagen kommen. Bröndby IF hat sich in Dänemark qualifiziert, übrigens mit dem neuen Eintracht-Torwart Frederik Rönnow, die Franzosen von Girondins Bordeaux könnten es über die Qualifikation schaffen. Gegen Bröndby siegte die Eintracht 2006 in der ersten Runde des UEFA-Pokals mit 4:0 zu Hause (drei Tore von Michael Thurk) und einem 2:2 in Kopenhagen (beide Tore von Aleksandar Vasoski). In Bordeaux machte die Eintracht vor fünf Jahren mit einem 1:0-Sieg (Tor: Martin Lanig) den Einzug in die K.o.-Runde perfekt. Trainer Armin Veh war damals der gefeierte Mann.

Die Vorfreude der Frankfurter Anhänger wird durch den Rückblick noch verstärkt. Und da gibt es ja auch noch einen ganz besonderen Klub unter den möglichen Gegnern. In Italien hat Atalanta Bergamo die Qualifikation erreicht. Bergamo als Gegner wäre für Eintracht-Fans wie Ostern und Weihnachten an einem Tag. Mit den Bergamasken verbindet die Frankfurter seit vielen, vielen Jahren eine innige Fan-Freundschaft.

Die siebzehn für die Gruppenphase gesetzten Mannschaften:

Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen (Deutschland), FC Arsenal, FC Chelsea (England), Lazio Rom, AC Mailand (Italien), FC Villareal, Betis Sevilla (Spanien), Olympique Marseille, Stade Rennes (Frankreich), FC Krasnodar (Russland), Sporting Lissabon (Portugal), FC Zürich (Schweiz), FK Jablonc (Tschechien), Worskla Poltawa (Ukraine), RSC Anderlecht (Belgien), Akhisar Beldiyespor (Türkei)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare