Traumlose für die Eintracht?

Chelsea, Arsenal und Milan winken: Eintracht fiebert Europa entgegen

Monaco/Frankfurt - "Eintracht Frankfurt international" trifft mehr denn je zu. Das Team von Trainer Hütter tritt als Pokalsieger in der Europa League an und geht die Aufgabe mit einem international geprägten Kader an. Die Euphorie der Fans ist schon vor der Auslosung riesig.

Große Gegner, berühmte Stadien: Mit der Auslosung für die Europa League an diesem Freitag (13.00 Uhr/DAZN) wird das nächste internationale Abenteuer für Pokalsieger Eintracht Frankfurt richtig greifbar. Der FC Chelsea, der FC Arsenal oder der AC Mailand kommen unter anderem als Gegner in Frage, Mesut Özil oder Eden Hazard könnten schon bald in der Frankfurter Fußball-Arena auflaufen.

Ganz sicher bekommt die SGE drei ausverkaufte Europapokal-Heimspiele und massig Euphorie durch die Fans, die mit ihrer Eintracht quer durch Europa reisen wollen: Mehr als 120 000 Eintrittskarten für die drei Heimspiele waren schon im Juli verkauft worden. Diese Euphorie war wohl auch einer der Gründe für die vergleichsweise nachsichtigen Reaktionen der Fans auf die bitteren Pleiten im Supercup gegen den FC Bayern München (0:5) und in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Viertligisten SSV Ulm 1846 (1:2) eine Woche später.

"Die Europa League ist für uns kein Cup der Verlierer. Sie ist für uns eine Riesenchance", sagte Vorstand Axel Hellmann. Und die wollen die Hessen nutzen wie schon vor fünf Jahren. Damals begeisterte die Eintracht mit 15 Punkten in der Gruppenphase, schlug nacheinander Girondins Bordeaux, Maccabi Tel Aviv und Hapoel Nikosia und musste sich erst nach der Auswärtstorregel dem portugiesischen Spitzenclub FC Porto in der K.o.-Phase geschlagen geben.

Der 1. FC Köln, 1899 Hoffenheim und Hertha BSC gaben mit ihrem durchwachsenen Auftreten und Abschneiden im Vorjahr nicht gerade Anlass zur Freude. Dies will die SGE nun besser machen. "Wir wollen Europa ernst nehmen und wir wollen durch die Gruppe marschieren. Wir spielen nicht nur für uns, wir spielen auch für die Bundesliga", kündigte Sport-Vorstand Fredi Bobic an. Zwar gab es mit Omar Mascarell, Kevin-Prince Boateng und Marius Wolf schwerwiegende Abgänge, jedoch wurde mit Vize-Weltmeister Ante Rebic ein Schlüsselspieler trotz guter Angebote gehalten. Auch auf die Qualitäten des Kroaten wird es in den vorerst sechs Europa-Nächten zwischen dem 21. September und dem 14. Dezember ankommen. "Darauf freue ich mich extrem", sagte der neue Trainer Adi Hütter schon bei seiner Vorstellung.

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Vor fünf Jahren waren 12 000 Fans mit nach Bordeaux gereist. Diesmal sind neben London oder Mailand auch exotische Reisen wie zu MOL Vidi ins ungarische Székesfehérvár oder zum FK Jablonec nach Tschechien möglich. Auch Bayern-Trainer Niko Kovac, der die Hessen nach dem Pokalsieg in diesem Sommer verlassen hat, traut seinem Ex-Verein viel zu. Die Eintracht werde "wieder eine sehr gute Rolle spielen, der Verein kann sich auf die Europa League freuen", prognostizierte der 46-Jährige.

Das inzwischen von Hütter trainierte Team ist in großen Teil immer noch die Truppe, die Kovac mit Bobic aufgebaut hat. Die Euphorie in der Mainmetropole ist riesig. Die Anhänger warteten gar nicht erst die Auslosung ab, sie kauften schon vorab quasi alle Karten für die drei garantierten Heimspiele. "Ich spüre die Wucht des Vereins", sagte Bobic, der wie Kollege Hellmann und Sportdirektor Bruno Hübner seinen Vertrag vor Saisonstart langfristig verlängerte. Vor dem Start in Europa steht für den ehemaligen Stürmer fest: "Der Weg ist noch nicht beendet."

Das Geld, das man bei einem Rebic-Verkauf hätte verdienen können, kann schließlich auch in der Europa League erspielt werden. 2,92 Millionen Euro schüttet die UEFA an jeden der 48 Starter aus, pro Sieg gibt es weitere 570 000 Euro. Vorstandsmitglied Hellmann rechnet für die SGE, die zuletzt 2013/2014 international spielte, mit 18 Millionen Euro. Dazu kommen zusätzliche Einnahmen für Tickets und TV-Rechte. (dpa)

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