Clevere „96er“ schocken Eintracht

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Die Vorentscheidung: Die Frankfurter Spieler können dem Kopfball von Schulz (rechts) nur hinterherschauen.

Frankfurt ‐  Die Frankfurter Eintracht hat den Jahresauftakt deutlicher verpatzt als den Saisonauftakt vor einem halben Jahr. Nach dem 1:2 im Hinspiel unterlagen die Frankfurter Hannover 96 mit 0:3 (0:2). Von Peppi Schmitt

Sie mussten sich viele Pfiffe der enttäuschten 39.300 Zuschauern gefallen lassen. Während die Niedersachsen auf den zweiten Platz stürmten, bleibt die Eintracht im Mittelfeld stecken. „Jedesmal, wenn wir richtig nach vorne kommen könnten, verlieren wir die Nerven“, sagte der enttäuschte Eintracht-Kapitän Patrick Ochs. „Das Ergebnis sieht sehr, sehr klar aus“, klagte Eintracht-Trainer Michael Skibbe, „ich habe es nicht so klar gesehen, auch wenn Hannover natürlich verdient gewonnen hat.“

Es war wahrlich nicht der Tag der Frankfurter. Nicht der Mannschaft, die gleich vier Totalausfälle zu beklagen hatte. Und auch nicht des Trainers, der viel zu spät auf die Schwächen seiner Spieler reagierte und erst nach der Pause umstellte und nicht schon nach einer halben Stunde, als das bittere Ende bereits absehbar war. Deutlich zu spüren war, dass die Eintracht auf alle vier Innenverteidiger verzichten mussten, auch wenn die Ersatzspieler Ricardo Clark und Kevin Kraus im Rahmen ihrer Möglichkeiten agierten. „Kein Vorwurf an sie, sie haben ihre Sache ordentlich gemacht“, sagte der Trainer, aber wirklich zufrieden kann ich bei einem solchen Ergebnis nicht sein.“

Eintracht war geschockt, kam nicht zurück

Schwerer ins Gewicht als mangelnde Cleverness der Innenverteidiger fielen die Fehler, die Stammkräften wie Benjamin Köhler, Georgios Tzavellas, Halil Altintop und Alexander Meier unterliefen. Gleich den ersten bestraften die Hannoveraner eiskalt. Köhler hatte kurz hinter der Mittellinie den Ball an Pinto verloren, dessen Pass nahm Abdellaoue auf, gewann das Sprintduell gegen Clark und Kraus und schob den Ball an Nikolov vorbei ins Tor. „Das war die Schlüsselszene des Spiels“, sagte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen, „damit haben wir Hannover stark und sicher gemacht.“

Die Eintracht war geschockt, kam nicht zurück, weil sie im Spiel nach vorn jeden Ball verlor. Meier und Köhler standen völlig neben sich, Altintop spielte unglücklich wie so häufig zuletzt (siehe nebenstehenden Bericht) und auch Pirmin Schwegler wirkte verunsichert. Torjäger Theofanis Gekas stand bei all den Fehlleistungen um ihn herum entweder im Abseits oder auf verlorenem Posten. Dass Hannover nur fünf Minuten darauf zum 2:0 kam, gab den Gastgebern schon den Rest. Nach einem Eckball von Rausch konnte Schulz völlig unbedrängt einköpfen. Diesmal hatte Meier nicht aufgepasst.

Hannover hatte die besseren Chancen

Davon erholte sich die Eintracht nicht mehr, auch wenn Schwegler kurz vor der Pause den Ansatz einer Chance hatte, das Tor aber verfehlte. Mit Martin Fenin für Meier und einigen internen Umstellungen versuchte der Frankfurter Trainer seine Mannschaft auf Kurs zu bringen. Die Eintracht wurde tatsächlich etwas besser, aber nicht gut.

Hannover hatte weiter die besseren Chancen, so traf Pinto in der 53. Minute nur den Pfosten. Die Eintracht musste bis zur 75. Minute warten, ehe sie die erste und einzige Gelegenheit des gesamten Spiels hatte. Der eingewechselte Ioannis Amanatidis scheiterte per Kopfball an 96-Torwart Ron-Robert Zieler, der überraschend den Vorzug vor Florian Fromlowitz erhalten hatte. Es war noch nicht das bittere Ende für die Frankfurter.

Schwegler sah noch die fünfte gelbe Karte und fehlt damit am Freitag im Gastspiel in Hamburg. Zu allem Überfluss erzielte Didier Ya Konan kurz vor Schluss auch noch den dritten Treffer für die Gäste.

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