Corona bei der Eintracht

Corona-Fall bei Eintracht sorgt für mulmiges Gefühl auf der Couch

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Nachdenklich: Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt vor der Commerzbank-Arena. Wann er wieder aus dem Stadion über die Eintracht berichten darf, ist unklar. 

Unser Mitarbeiter war nah an Eintracht Frankfurt dran und er zählt bei der Coronavirus-Epidemie zur Risikogruppe.

  • Corona-Virus setzt den Fußball matt
  • Corona-Fall auch bei Eintracht Frankfurt
  • Grund genug für unseren Redakteur, um sich Sorgen zu machen

Frankfurt – Es war am Donnerstag kurz vor 22 Uhr. Gerade hatte ich zum zweiten Mal Nachrichten geschaut. Die sind seit Corona noch düsterer als in normalen Zeiten. Da ploppte auf dem Handy eine Nachricht auf, die ich seit Tagen befürchtet hatte: „Erster Covid-Fall in der Mannschaft von Eintracht Frankfurt.“ Nicht, dass dies eine große Überraschung gewesen wäre, Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hat schon recht, wenn er davon spricht, dass dies „vermutlich leider nur eine Frage der Zeit war.“ Und doch, jetzt war bei mir, dem Journalisten, der schon seit 46 Jahren, über diesen Verein berichtet, das Virus ganz nahegekommen. Und im Magen hat sich ein mulmiges Gefühl breit gemacht, schließlich gehöre ich zur Risikogruppe.

SGE: Gespräche mit drei Eintracht-Spielern

Wie nahe war ich zuletzt der Eintracht? Wann gab es das letzte Interview? Wann den letzten Kontakt? Also habe ich auf den Spielkalender und ein paar Tage zurückgeblickt. Das letzte „normale“ Spiel mit der Eintracht hat am 7. März in Leverkusen stattgefunden. Normal heißt: Mit Zuschauern, mit den Kollegen auf der Fahrt zum Spiel in einem Auto, mit noch mehr Kollegen im Presseraum des Stadions und auf der Pressetribüne. Vor allem aber mit Interviews nach dem Spiel in der Mixed-Zone. Drei Frankfurter Spieler habe ich da interviewt, von Angesicht zu Angesicht, mit einem Mikrofon oder einem aufnehmenden Handy. Also ziemlich nahe. Die Eintracht hat aus nachvollziehbaren Gründen nicht publik gemacht, welcher Spieler sich infiziert hat. Also kann ich nicht wissen, ob ich in Gefahr war, ob die Interviewten bereits ansteckend waren. Aber klar ist: An diesem Samstag ist das Leverkusen-Spiel zwei Wochen her und die Inkubationszeit also vorbei. Ein wenig Aufatmen auf der Couch.

SGE: Kontakt zur Eintracht nur noch per Telefon

Aber da war doch noch ein Spiel. Am Donnerstag letzter Woche hat die Eintracht gegen den FC Basel in der Europa League gespielt. Ohne Zuschauer zwar, aber Kontakte hat es doch gegeben. Am Tag vor der Partie in einer Pressekonferenz mit vorgeschriebenem Abstand zu Trainer Adi Hütter und Spieler Djibril Sow, die auf der Bühne saßen. Am Spieltag dann nach der Partie wieder in einer Pressekonferenz in sicherem Abstand. Es gab Kontakte mit den Kollegen in den Presseräumen. Aber es gab keine Mixed-Zone, keine Interviews mit den Spielern. Was sonst für Verdruss bei den Journalisten gesorgt hätte, war in dem Fall im Rückblick ein Segen. Es gab keinen direkten Kontakt zu den Spielern der Eintracht, die nun in häusliche Quarantäne müssen. Beruhigend: Auch dieses Spiel ist nun schon neun Tage her, es kommt mir fast wie eine Ewigkeit vor, die Gefahr, sich angesteckt zu haben, wird Tag für Tag geringer.

Auch in dieser Woche haben die Zeitungen Tag für Tag von den Entwicklungen rund um die Eintracht berichtet. Ich habe mit Timothy Chandler gesprochen, gemeinsam mit anderen auch mit Sebastian Rode. Aber nur am Telefon. So wird das wohl lange Zeit bleiben.

Von Peppi Schmitt

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