Frankfurter kochen zur Halbzeit

Deniz Aytekin und die Willkür der Schiedsrichter

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Deniz Aytekin

Frankfurt - Deniz Aytekin hatte gerade zur Halbzeit gepfiffen, Bayer Leverkusen führte bei der Frankfurter Eintracht mit 2:1. Die Arena kochte, die Frankfurter Spieler und Verantwortlichen auch. Von Peppi Schmitt

Die Spieler bedrängten den Unparteiischen, Trainer Armin Veh lief aufs Feld und redete auf Aytekin ein und Manager Bruno Hübner führte die wenig freundliche Kommunikation im Kabinengang fort. Der Grund: Aytekin hatte keine Minute nachspielen lassen. Nun hat diese Entscheidung sicher nicht das Spiel entschieden, so wenig wie die falsche Entscheidung beim 0:2, das aus Abseitsposition erzielt worden war, aber es hat die Stimmung zwischen Spieler und Referee vergiftet.

In dieser ersten Hälfte waren drei Tore gefallen, den Torjubel hatten besonders die Leverkusener exzessiv ausgedehnt, gefühlt zwei Minuten pro Treffer. Das Spiel hatte solange pausieren müssen, dass sogar Aytekin die Bayer-Profis auf dem Platz ermahnte. Frankfurts Luc Castaignos war zweimal auf dem Platz behandelt worden, auch ein Leverkusener Spieler hatte mit einer Verletzung auf dem Rasen gelegen „Vergeudete Spielzeit“ muss der Schiedsrichter nachspielen lassen, hat am Sonntag der ehemalige Bundesliga-Referee Thorsten Kinhöfer in der „BamS“ ganz allgemein erklärt. Unter verlorene Spielzeit fallen Auswechslungen, Verletzungsunterbrechungen und natürlich auch sonstige Spielverzögerungen. Also all das, was in Frankfurt passiert ist. Aytekin hat es nicht interessiert, er hat pünktlich abgepfiffen. Pikanterweise noch mitten in einen Angriff der Frankfurter hinein, denen gerade der Anschlusstreffer gelungen war.

Bilder: Eintracht verliert verdient gegen Leverkusen

Die Nachspielzeit in der Bundesliga entwickelt sich immer mehr zur Willkür der Schiedsrichter, jeder pfeift, was er will. Während international Zusatzzeiten von fünf und mehr Minuten durchaus üblich sind, handeln die deutschen Schiedsrichter gegensätzlich. Zeitspiel wird in der Bundesliga belohnt. Freilich nicht immer. Als die Frankfurter vor ein paar Wochen beim 0:0 gegen die Bayern jede Gelegenheit nutzten, das Spiel zu verzögern, reagierte der Unparteiische anders. Schiedsrichter Daniel Siebert ließ damals fünf Minuten nachspielen, völlig zu recht übrigens.

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