Sieg gegen St. Pauli

DFB-Pokal: Eintracht Frankfurt zieht mit Glück ins Achtelfinale ein

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Bas Dost jubelt über sein Tor. Er benötigte nur zwei Ballkontakte für zwei Tore.

Eintracht Frankfurt zittert sich ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Nach einem Blitzstart laufen die Frankfurter hinterher. 

Hamburg/Frankfurt - Die Frankfurter Eintracht steht in der nächsten DFB-Pokalrunde. Doch der 2:1 (2:1)-Sieg beim FC St. Pauli war mehr als glücklich. Bis auf eine starke Anfangsphase, als Bas Dost zwei Tore erzielte, liefen die Frankfurter nur hinterher, ganz ähnlich wie am Sonntag in Mönchengladbach. Waldemar Sobota brachte die "Kiezkicker" kurz vor der Pause mit einem Elfmeter heran, danach drückte der Zweitligist vor 29.000 Zuschauern auf den Ausgleich, der auch verdient gewesen wäre. Doch die Eintracht mit dem starken Abwehrchef Makoto Hasebe brachte den knappen Erfolg gerade noch so über die Zeit.

Der Frankfurter Trainer hatte eine „Rotation“ angekündigt. Und er hat sie dann auch wahr gemacht. Gleich fünf Feldspieler wurden gegenüber dem Spiel in Mönchengladbach gewechselt, genau die Hälfte also. Die größte Überraschung: Bas Dost, seit Wochen an der Leiste verletzt, spielte gleich wieder von Anfang an. Goncalo Paciencia bekam eine Verschnaufpause auf der Bank. Nicht einmal im Kader standen die beiden serbischen Nationalspieler. Bei Mijat Gacinovic ist die muskuläre Verletzung im Oberschenkel noch immer nicht abgeklungen. Und Filip Kostic ist am Knie verletzt, Ausfallzeit offen. Die Frankfurter Offensive, die ja auch weiter auf André Silva verzichten muss, ist also arg geschwächt.

Eintracht Frankfurt: Die ersten beiden Ballkontakte von Stürmerstar Bas Dost führen zu Toren

Die Idee mit Dost freilich war eine wirklich gute. Die ersten beiden Ballkontakte des Holländers führten beide zu Toren, in der 4. Minute köpfte er den Ball nach einer Flanke von Martin Hinteregger ins Tor, in der 16. Minute lupfte er den Ball nach einem klugen Pass von Dominik Kohr über den Torwart ins Tor. Einen besseren Start hätte sich die Eintracht nicht wünschen können. 

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Doch sie machte zu wenig draus. St. Pauli war angeknockt, die Frankfurter aber verpassten den K.o-Schlag. Und sie ließen bei aller Ballkontrolle zu viel Gelegenheiten der spielerisch doch arg limitierten Hamburger zu. Möller Daehli scheiterte in der 23.Minute nur knapp, Marvin Knoll traf in der 24.Minute nur den Pfosten.

Eintracht Frankfurt schaltet in Verwaltungsmodus um – Ein Fehler!

Die Eintracht hatte da schon in den Verwaltungsmodus umgeschaltet. Ein böser Fehler! Hinten spielten sich Hasebe und Hinteregger nur noch die Bälle zu, Evan Ndicka traute sich wenig zu, nutzte den Raum nach vorne nicht. Im Angriff verlor Daichi Kamada ein ums andere Mal den Ball. Rechts kam Durm selten durch, links Chandler überhaupt nicht. St. Pauli blieb also im Spiel und schaffte kurz vor der Pause den Anschluss. Es war ein glückliches Tor, weil Schiedsrichter Jöllenbeck nach einem Schuss von Östigard aus kurzer Distanz an die Hand von Hinteregger auf Elfmeter entschied. Beim Video-Beweis, den es ja im Pokal nicht gibt, wäre das so sicher nicht durchgegangen. Waldemar Sobota verwandelte sicher und fortan war das vorher so gemütliche Spiel ein richtig heißes.

Der Eintracht-Coach zog zur Pause Konsequenzen aus dem schwachen Flügelspiel. Er wechselte Da Costa und Abraham ein, Chandler und Hinteregger aus. Durm rückte von der rechten auf die linke Seite. Und doch kippte das Spiel nach und nach Richtung St. Pauli.In der 58.Minute hätte der Ausgleich fallen können, ja müssen. Möller Daehli hatte wieder einmal Ndicka genarrt, die flache Flanke verpasste der völlig freistehende Gyökeres nur um Zentimeter. Der Druck wurde immer größer, die Eintracht fand nicht wieder zurück ins Spiel. Kein Konter, kein Spiel nach vorne, nur noch Abwehrschlacht und die nicht einmal souverän.

Von Peppi Schmitt

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