Djebbour-Wechsel droht zu platzen

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Der 35 Jahre alte Oka Nikolov bestritt in den vergangenen 15 Jahren 186 Spiele in der Bundesliga und 119 Spiele in der 2. Liga für Eintracht Frankfurt.

Belek/Türkei ‐ Michael Skibbe ist in Frankfurt bekannt dafür, seine Spieler mit kleinen Anreizen zusätzlich zu motivieren. Mit 23 Punkten hatten sich die Profis der Frankfurter Eintracht eine Woche zusätzlichen Urlaub verdienen können, 24 sind es nach der Vorrunde geworden. Von Peppi Schmitt

Skibbe hielt Wort, erst am 2. Januar startete der Trainer mit der Vorbereitung auf die Rückrunde. Nun beim Trainingslager im türkischen Belek hat Skibbe seine Spieler mit zwei Stunden mehr Schlaf angestachelt. „Wenn sie im Testspiel eine engagierte Leistung zeigen, fällt der Lauf vor dem Frühstück am Samstag aus“, hat Skibbe der Mannschaft versprochen. Um 14 Uhr trifft die Eintracht heute auf Rot-Weiß Oberhausen. Das Ergebnis sei „völlig unbedeutend“, sagt der Frankfurter Trainer, „aber ich will eine ordentliche Leistung sehen.“ Können die Spieler diese Forderung umsetzen, dürfen sie am Samstag bis 9 Uhr schlafen, sonst ist um 7 Uhr wecken.

20 Feldspieler stehen dem Eintracht-Trainer aktuell zur Verfügung, dazu drei Torhüter. Neben den langfristigen Ausfällen Ioannis Amanatidis, Aleksandar Vasoski, Martin Fenin und Zlatan Bajramovic können auch Jan Zimmermann (Schulterverletzung), Ümit Korkmaz (Zehenbruch) und Marco Russ nicht spielen. Russ wurde nach einer Darmerkrankung erst in der letzten Nacht in der Türkei erwartet. „Alle Feldspieler werden eine Halbzeit spielen“, kündigt Skibbe an. Auch Gastspieler Karlo Primorac darf also nochmal sein Können zeigen. Ein Zwischenfazit wollte der Trainer über den Stürmer von NK Osijek nicht abgeben, „weil ich mir noch kein abschließendes Bild gemacht habe“.

Die Torhüter werden sich bei den beiden Spielen abwechseln (am Samstag geht es noch gegen den KSC). Nikolov darf 90 Minuten spielen, Markus Pröll und Ralf Fährmann je 45 Minuten. Der 35 Jahre alte Routinier Oka Nikolov wird, Gesundheit vorausgesetzt, auch in der Rückrunde die „Nummer eins“ sein. Völlig offen ist dagegen das Rennen um den Platz auf der Auswechselbank. Markus Pröll hat nach überstandener Schultereckgelenksprengung schnell wieder den Anschluss gefunden und zeigt beim Training gute Leistungen. Dass Pröll zu jenen Kandidaten gezählt wird, dessen auslaufender Vertrag zum Ende der Saison nicht verlängert werden soll, während Fährmann langfristig unter Vertrag steht, werde bei seiner Entscheidung keine Rolle spielen, versichert der Trainer. „Ich werde alleine nach sportlichen Erwägungen entscheiden“, sagt Skibbe. Die Spieler hätten „ein Recht darauf“, dass alleine Leistungskriterien zählen.

Unterdessen droht der geplante Wechsel des algerischen Nationalspielers Rafik Soheir Djebbour zu platzen. Der 25 Jahre alte Stürmer von AEK Athen konnte auch gestern nicht wie erhofft ins Trainingslager der Eintracht in die Türkei fliegen, weil ihn sein aktueller Arbeitgeber dazu nicht berechtigt hat. „Erst wenn Athen ihm erlaubt, mit uns zu verhandeln, können wir wirklich tätig werden“, sagt Eintrachts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen. Doch zwischen AEK und der Eintracht herrschte gestern im Sinne des Wortes Funkstille, es gab keine Telefonate, auch das erhoffte Fax mit der Erlaubnis für Verhandlungen ist ausgeblieben. Stattdessen hatte der Klub aus der griechischen Hauptstadt am Mittwochabend beim Derby gegen Olympiakos Piräus Djebbour zum ersten Mal nach neun Monaten wieder eingesetzt. Ein Indiz dafür, dass womöglich die finanziellen Forderungen nach oben getrieben werden sollen.

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