Eintracht Frankfurt

Eintracht: Almstadt bald neuer Sportchef? Ache im Pech

Vom Verletzungspech verfolgt: Ragnar Ache (links, gegen Jerome Boeteng) bringt es nur auf 77 Einsatzminuten.
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Vom Verletzungspech verfolgt: Ragnar Ache (links, gegen Jerome Boeteng) bringt es nur auf 77 Einsatzminuten. F: hübner

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat bei der Suche nach einem möglichen Nachfolger für Sportvorstand Fredi Bobic offenbar einen überraschenden Kandidaten im Blick, der viele Kriterien erfüllt. Derweil wird Ragnar Ache weiter vom Verletzungspech verfolgt.

Frankfurt – Während die Konditionen für einen Abschied von Sportvorstand Fredi Bobic (49) noch nicht feststehen, scheint Eintracht Frankfurt einen Nachfolger gefunden zu haben. Zumindest berichtet der „Kicker“ über einen überraschenden Kandidaten, der viele Kriterien erfüllen würde. Danach bemühen sich die Frankfurter und ihr Aufsichtsratsvorsitzender Philip Holzer intensiv um Hendrik Almstadt, der seit dem 1. Januar 2019 beim AC Mailand als Assistent der Geschäftsführung arbeitet.

Der 48 Jahre alte Almstadt ist rechte Hand des Milan-Vorstandsvorsitzenden Ivan Gazidis und füllt die Rolle eines Sportdirektors aus. Beide, Gazidis und Almstadt, hatten bereits erfolgreich beim FC Arsenal von 2010 bis 2015 zusammengearbeitet. Für ein halbes Jahr war Almstadt in der Saison 15/16 auch für den englischen Premier-League-Klub Aston Villa als Sportdirektor verantwortlich, musste dort aber frühzeitig gehen.

Kennengelernt haben sich Holzer und Almstadt bei ihrem früheren Arbeitgeber, der Investment-Bank „Goldman und Sachs“. Holzer war dort Co-Chef für Deutschland und Österreich, Almstadt, der die Harvard Business School mit dem „Master of Business Administration“ (MBA) abschloss, hat in dieser Zeit in Frankfurt für die „Goldmänner“ gearbeitet. Beim FC Arsenal war er zuständig für Kader- und Budgetplanung, Transfers sowie Vertragsmanagement, aber auch Scouting, Daten- und Leistungsanalyse sowie die Restrukturierung der Nachwuchsakademie. All das könnte für die Eintracht passen.

Die Frankfurter sind entschlossen, nicht darauf zu warten, bis Fredi Bobic den nächsten Schritt geht und konkrete Verhandlungen über die „Vertragsaufhebungskosten“ in Angriff nimmt. Bekanntlich will der Noch-Sportvorstand die Eintracht trotz eines noch zwei Jahre laufenden Vertrages verlassen. Der Klub ist dazu nur bereit, wenn eine Ablösesumme von fünf Millionen Euro bezahlt wird. Mit dem Kandidaten Almstadt haben die Frankfurter das Heft des Handelns weiter fest in der eigenen Hand. Offenbar ist die Eintracht sogar bereit, einen neuen Sportvorstand zu installieren, wenn der alte noch auf der Gehaltsliste steht. Bobic wäre dann ein teurer „Frühstücksdirektor“.

Aktuell beeinträchtigt das Vakuum an der Spitze die Arbeit nicht. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt Manager Bruno Hübner, der ebenfalls zum Saisonende ausscheidet, „viele Spielergespräche für die Zukunft sind geführt“. Über die Stars wie Evan Ndicka, André Silva oder Filip Kostic könne ohnehin erst gesprochen werden, wenn der sportliche Weg der Eintracht feststehe. „Es kommt nur Bewegung rein, wenn wir nicht international spielen oder wenn Topangebote reinflattern“, betont Hübner, „aktuell ist da kein Drive drin“.

Das Theater um Sportvorstand Bobic sei intern kein Thema. Hübner: „Darüber erfahre ich nur aus der Presse.“ (Von Peppi Schmitt)

Ache fällt bis Saisonende aus

Ragnar Ache (22) hat erneut eine Sehnenverletzung am Oberschenkel erlitten und steht der Eintracht in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung. Der Stürmer war wegen einer ähnlichen Verletzung in dieser Saison schon einmal operiert worden. „Die Probleme sind an einer anderen Stelle, er wird diesmal konservativ behandelt“, sagt Manager Bruno Hübner, „es ist total ärgerlich für ihn und für uns.“ Auch die Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen mit der U 21 muss Ache wohl begraben. Zurück im Training ist nach dreiwöchiger Pause seit Dienstag Erik Durm (28). Damit könnte der ehemalige BVB-Profi am Samstag in Dortmund spielen. 

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