Eintracht auch personell in der Krise

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Benjamin Köhler (Foto), Maik Franz und Halil Altintop drehten einsam ihre Runden.

Frankfurt (sp) ‐ Wer gestern Vormittag das Training der Frankfurter Eintracht beobachtete, konnte kaum glauben, was er sah. Gerademal zehn Feldspieler beteiligten sich am buntem Treiben, dazu zwei Torhüter.

Die erste halbe Stunde wurde von Reha-Trainer Michael Fabacher geleitet, Cheftrainer Michael Skibbe betrat erst um elf Uhr den Rasen. Benjamin Köhler, Maik Franz und Halil Altintop drehten einsam ihre Runden, Theofanis Gekas machte schon nach 20 Minuten Schluss.

Die Eintracht wirkt fünf Tage vor dem zum „Schicksalsspiel“ erhobenen Heimspiel gegen den FC St. Pauli fast wie ein verlorener Haufen. Skibbe sah schweigend zu, wie sich der letzte Rest Eintracht mühte, die Arbeit so gut wie möglich zu machen. „Großes Geschrei hilft nicht“, sagt der Trainer, „Unterstützung für die Spieler hilft mehr.“ Allerdings: „Wir versuchen es ja seit Wochen schon so.“

Mit Ruhe nämlich will die Eintracht die sportliche Krise in den Griff zu bekommen. Die verunsicherten Spieler sollen nicht noch weiter unter Druck gesetzt werden. Das führt dann dazu, dass beim Training gar nicht mehr viel geredet wird - wohl auch, weil so viele Kollegen gefehlt haben. Georgios Tzavellas und Sonny Kittel plagen sich mit einer Magen-Darm-Grippe, Gekas hat Probleme mit der Bauchmuskulatur. Sebastian Rode hat sich beim Spiel auf Schalke eine Knöchelverletzung zugezogen, Altintop eine Verletzung am Knie. Köhler geht es nach seiner Adduktorenverletzung besser, aber noch nicht gut. Wann er wieder spielen kann, ist offen. Bei Patrick Ochs haben die Schmerzen nach dem Bänderriss, den er sich letzte Woche zugezogen hat, deutlich abgenommen. Der Trainer hofft, dass der Kapitän gegen St. Pauli spielen kann. Auch Franz, dessen Wadenmuskulatur verhärtet ist soll dann dabei sein.

Viele Probleme also zusätzlich zur sportlichen Krise. Eine Verschlimmerung der Lage sieht der Trainer durch die Personalsituation aber nicht. „Ich gehe davon aus, dass die meisten spielen können“, sagt Skibbe, der gestern Nachmittag mit der Mannschaft zum Joggen in den Wald ging. Der Fokus bei allen ist auf das Spiel gegen St. Pauli gerichtet. „Die müssen wir schlagen“, sagt Skibbe. Dabei sei es nicht von großer Bedeutung, dass sich auch St. Pauli im freien Fall befindet. „Auch wenn wir gegen Dortmund oder Mainz spielen würden, müssten wir gewinnen“, hat der Frankfurter Trainer die Bedeutung des nächsten Spiels für sich und den ganzen Klub erkannt.

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