Eintracht bejubelt Traumstart

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Maik Franz (links) und Marco Russ bejubeln das 1:0 gegen Bremen. Russ erzielte es in der 57. Minute.

Frankfurt ‐ Die Frankfurter Eintracht hat auch im neuen Jahr ihren Marsch nach vorne fortgesetzt. Von Peppi Schmitt

Nach dem 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen Werder Bremen vor knapp 46.000 Zuschauern sind die Frankfurter nun schon seit fünf Bundesliga-Spieltagen ungeschlagen, haben Tabellenplatz sieben erobert, stehen drei Punkte vor Nachbar FSV Mainz 05 und Meister VfL Wolfsburg sowie zwei Punkte vor den Höhenfliegern aus Hoffenheim. Dementsprechend waren die Reaktionen nach dem Abpfiff. „Das ist ein Traumstart für uns“, jubelte Kapitän Christoph Spycher. „Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft“, sagte Trainer Michael Skibbe. Vorstandschef Heribert Bruchhagen lobte die „aufopferungsvolle kämpferische Leistung“.

In der Einschätzung des Spiels waren sich alle Frankfurter einig, doch als die Rede auf die Perspektiven kam, gab es dann doch deutliche Unterschiede. Bruchhagen war fast erschrocken, als er darauf hingewiesen wurde, dass die Eintracht nur noch drei Punkte hinter einemEuropaliga-Platz liegt. Allein die Frage nach dem Blick Richtung internationales Geschäft regte den Eintracht-Chef auf. „Das ist doch verrückt“, war seine knappe Antwort. Skibbe reagierte anders. „Die Tabelle lügt nicht“, sagte er, fügte aber immerhin hinzu, „dass Werder am Ende wohl vor uns liegen wird, leider“. Auch jetzt sind die Bremer noch besser platziert, aber nur ein einziges Pünktchen.

Saisonziel 46 Punkte weiter im Blick

Die Spieler der Eintracht aber haben so viel Selbstvertrauen getankt in den vergangenen Wochen mit den erfolgreichen Spielen gegen vermeintlich besser besetzte Teams wie Hoffenheim, Wolfsburg und Bremen, dass sie schon etwas forschere Töne anschlagen. „Hart erarbeitet“ habe sich die Mannschaft die aktuelle Position, sagte der Torschütze Marco Russ, „jetzt wollen wir uns da oben festsetzen und werden versuchen, sogar noch weiter oben aufzuschließen.“ Kapitän Spycher rät, weiter das Saisonziel von 46 Punkten im Auge zu behalten, „und wenn wir dies geschafft haben, können wir uns immer noch neue Ziele setzen“.

Der Begriff „geschlossene Mannschaftsleistung“ war auch gegen Bremen zutreffend. Es gab keinen Schwachpunkt, alle Spieler haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Der Brasilianer Chris war überragend, Torschütze Marco Russ der Held des Tages. Zu Recht aber wurden auch andere gelobt. „Alex Meier hat eine überragende läuferische Leistung gezeigt“, befand Bruchhagen. Das gleiche galt für Nikos Liberopoulos. Mit diesen beiden hat die Eintracht inzwischen das Spiel „ohne Stürmer“ fast perfektioniert. Benjamin Köhler konnte sich im Laufe der Partie nach schwachem Start steigern, Selim Teber hat deutlich besser gespielt als in den Partien zuvor.

Elfmeterpfiff für Marin bleibt aus

Dass auch Glück dazugehörte zum zweiten Sieg gegen Werder in dieser Saison, wollte niemand verhehlen. So atmete Skibbe tief durch, dass alle Spieler gesund blieben und er nicht auswechseln musste. Im Gegensatz zum Kollegen Thomas Schaaf, der in Claudio Pizarro und Hugo Almeida zwei Stars „nachschieben“ konnte, hatte Skibbe auf der Bank nicht wirklich Substanz.

Und da war ja noch die 24. Minute, als Marko Marin im Strafraum nach einer Attacke von Maik Franz gefallen war und Schiedsrichter Michael Weiner nicht auf Elfmeter entschieden hatte. „Eine klare Sache“, sagte Marin später, „er hat mich getroffen.“ Das war unstrittig. Doch Weiner, der beste Sicht auf die Szene hatte, war nicht entgangen, dass Marin spektakulär abgehoben hatte. Womöglich hatte er deshalb nicht gepfiffen.

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