Eintracht „bis zum Hals im Abstiegskampf“

Frankfurt ‐  Über die Bedeutung des Heimspiels gegen den FC St. Pauli gibt es bei der Frankfurter Eintracht keine zwei Meinungen. Von Peppi Schmitt

Es ist sicher noch kein „Endspiel“ im eigentlichen Sinne, aber es ist ein gefühltes Endspiel im Abstiegskampf für eine völlig verunsicherte Mannschaft und einen angeschlagenen Trainer. „Von diesem Spiel hängt eine Menge ab“, weiß Michael Skibbe, „auch für mich.“ Für den 45-Jährigen ist es sicher die letzte Chance, der drohenden Entlassung zu entgehen.

Bei einer weiteren Niederlage wäre Vorstandschef Heribert Bruchhagen gezwungen zu handeln. Doch auch für die Spieler steht viel auf dem Spiel. Bisher haben die Zuschauer die Mannschaft immer unterstützt, Missfallenskundgebungen waren die Ausnahme. Bei einer weiteren Pleite könnte der Geduldsfaden reißen. „Egal ob wir schlecht spielen, mittelmäßig oder gut, am Ende müssen drei Punkte dableiben“, sagt Stürmer Ioannis Amanatidis.

Einsatz von Rode, Köhler und Ochs ungewiss

49.000 Karten für die Begegnung sind bereits verkauft, gut 3000 nach Hamburg. Für ein Heimspiel gegen den Aufsteiger St. Pauli und bei der Vorgeschichte von neun Spielen ohne Sieg und vier Heimspielen ohne ein einziges Tor, eine bemerkenswerte Kulisse. „Die Fans werden hinter uns stehen“, glaubt Michael Skibbe, er verspüre in der ganzen Stadt viel Unterstützung. „Alle wollen in der Bundesliga bleiben“, sagt er, „und alle wissen, dass wir bis zum Hals im Abstiegskampf stecken.“

Gegen St.Pauli erwartet der Trainer einen „Kampf auf Biegen und Brechen“, der Gegner stecke ja in einer ganz ähnlichen Situation wie die Eintracht. „Das Spiel ist eine gute Gelegenheit, uns ein wenig zu befreien“, glaubt Skibbe, der nicht nur Leidenschaft und Kampfgeist erwartet. „Kämpfen alleine reicht nicht, wir müssen auch spielerisch etwas zeigen.“

St. Pauli-Trainer Holger Stanislawski.

Welche Spieler den Befreiungsschlag landen sollen, das ist in allen Mannschaftsteilen noch offen, vor allem weil mit Sebastian Rode, Benjamin Köhler und Patrick Ochs drei Spieler angeschlagen sind, die Skibbe gerne dabei hätte. Rode beendete einen Trainingsversuch am Donnerstag nach wenigen Minuten, zu stark waren die Schmerzen im lädierten Knöchel. Köhler hat fast alles mitgemacht und glaubt selbst, „dass es klappen kann“. Am schwierigsten ist die Lage bei Kapitän Ochs, der sich mit einem Bänderriss im Knöchel plagt. „Die Verletzung ist nicht so schlimm, dass ein Einsatz unmöglich wäre“, sagt der Trainer.

St. Pauli-Coach Holger Stanislawski wird trotz eines Bänderrisses, den er sich im Training zugezogen hat, am Samstag auf der Bank sitzen. „Es gibt Schlimmeres im Leben, als sich die Bänder im Knöchel zu reißen“, sagte er.

Rubriklistenbild: © dpa

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