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Eintracht: „Das Fazit ist zwiegespalten“

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Von: Peppi Schmitt

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Aufhilfs-Flügelflitzer: Timothy Chandler (rechts, gegen Augsburg Ruben Vargas) ersetzte bei der Eintracht den positiv-getesteten Filip Kostic.
Aufhilfs-Flügelflitzer: Timothy Chandler (rechts, gegen Augsburg Ruben Vargas) ersetzte bei der Eintracht den positiv-getesteten Filip Kostic. © dpa

Erster Punkt im zweiten Spiel des neuen Jahres, aber die Freude über das 1:1 (1:1) beim FC Augsburg hält sich in Grenzen bei der Frankfurter Eintracht. Sie muss und kann aber mit dem Zähler leben.

AUGSBURG – Als Zehnter war Eintracht Frankfurt am Sonntag in den 19. Spieltag gestartet, als Achter kam sie heraus. Dafür hat der Punkt, den es für das 1:1 (1:1) bei FC Augsburg gab, gesorgt. Richtig freuen konnten sich die Frankfurter freilich nicht, es war gegen einen spielerisch limitierten Gegner nämlich mehr drin. Sie wollten sich aber auch nicht übermäßig ärgern, denn beinahe hätten sie sogar verloren.

„Das Fazit ist zwiegespalten“, sagte Kapitän Sebastian Rode, „Augsburg war erwartungsgemäß unangenehm, aber wir waren in der zweiten Hälfte besser und wir hatten die Riesenchance auf den Sieg.“ Sein Trainer sah es genauso. „Ich weiß noch nicht genau, was ich mit dem Unentschieden anfangen soll“, sagte Oliver Glasner, „wir müssen noch lernen, so ein Spiel mit dem zweiten Tor zu entscheiden und es ruhig nach Hause zu spielen.“

Das wäre ihnen mit Kevin Trapp und Filip Kostic sicher leichter gefallen. Beide wurden positiv aufs Corona-Virus getestet und durften nicht spielen. Natürlich wurden sie vermisst. Trapp hätte wohl den Ausgleich verhindert, denn da hatte Vertreter Diant Ramaj nicht wirklich gut ausgesehen. Und Kostic hätte eine der vielen Konterchancen vielleicht eher zu einem Tor bringen können als Timothy Chandler. Auch wenn der gelernte Verteidiger das Beste aus seiner Rolle als verkappter Linksaußen machte. „Ich spiele es so wie ich es spiele, ich bin kein Filip Kostic“, sagte er später. Auch er war mit dem Punkt „nicht wirklich zufrieden“. Nach der Führung, die Daichi Kamada nach Fehler von Matthias Dorsch und Vorarbeit von Jesper Lindström und Rafael Borré erzielt hatte, habe man sich zu sehr aufs Spiel des Gegners eingelassen: „Das war ja wild-wild-west.“

Die Phase nach der eigenen Führung (22.) und dem Ausgleich (38.) durch Michael Gregoritsch bemängelte auch der Trainer: „Da haben wir den Faden verloren.“ Zum einen hätte der erneut gute Lindström das 2:0 machen können. Doch der Däne traf nach fantastischen Pass von Djibril Sow nur den Pfosten. Zum anderen störten Glasner die vielen Diskussionen auf dem Platz. Daran war Referee Sven Jablonski nicht schuldlos. Augsburgs Zugang Ricardo Pepi hatte das vermeintliche 1:1 erzielt (37.). Jablonski gab in dieser Szene wie in anderen eine denkbar ungünstige Figur ab. Zunächst hatte er wohl auf Elfmeter für Augsburg entschieden, weil Hasebe angeblich Zeqiri gefoult hatte, übrigens klar außerhalb des Strafraums. Zudem war es genau umgekehrt. Der Augsburger hatte den Frankfurter gefoult. Es dauerte fast drei Minuten, ehe der Video-Assistent den Referee an den Bildschirm schickte und die Fehlentscheidung korrigiert wurde. Statt Tor für Augsburg gab es „Gelb“ für Zeqiri und Freistoß für die Eintracht.

Die Eintracht war nun ein paar Minuten von der Rolle. „Das Gegentor war zu billig“, mäkelte Glasner. Gregoritsch hatte halblinks völlig freigestanden und Ramaj falsch reagiert. Der Ball schlug im kurzen Eck ein. Es war der einzige Fehler des Bundesliga-Debütanten.

Nach dem Wechsel waren die Frankfurter dann die klar bessere Mannschaft. Sie kontrollierten die Partie ziemlich souverän, aber vorne fehlte der Druck. Augsburg hatte der spielerischen Überlegenheit der Eintracht nicht viel entgegenzusetzen außer großem Kampf und viel Härte.

Doch das Gefühl, es könnte ein Tor fallen, wurde von Minute zu Minute weniger. Almamy Touré, der rechts spielte, war zwei-, dreimal nicht entschlossen genug, Rafael Borré kam über viel Laufarbeit nicht hinaus. Erst in der 87. Minute war die Chance zum Sieg da. Nach einer Flanke von Chandler stand Lindström frei vor Gikiewicz. Er brachte den Ball aber wieder nicht im Tor unter. Augsburga Torwart hatte prächtig reagiert. Diese vergebene Großchance hätte sich fast gerächt. Denn der FCA hatte in der Nachspielzeit eine ebenso große Chance. Der eingewechselte Florian Niederlechner stand frei vorm Tor, doch Ramaj bügelte den Fehler vom Ausgleich aus und rettete das 1:1. Die Szene war der Hauptgrund für die Frankfurter Bescheidenheit nach dem Abpfiff. Glasner konnte diesmal „mit dem Punkt leben“.

Von Peppi Schmitt

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