Eintracht hat fantastisch viel Spaß mit Bayern

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Martin Fenin jubelt über sein Siegtreffer gegen die Bayern.

Frankfurt ‐ Noch nie hatte Trainer Michael Skibbe mit einer seiner Mannschaften gegen den FC Bayern München gewonnen. Jetzt hat es mit Eintracht Frankfurt geklappt, als es niemand erwartet hatte. Von Peppi Schmitt

2:1 (0:1) haben die ersatzgeschwächten Frankfurter vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Arena den Rekordmeister geschlagen und ihre Fans zu Begeisterungsstürmen hingerissen. „Wir waren spielerisch besser und läuferisch überlegen“, befand Vorstandschef Heribert Bruchhagen, „das Spiel war hochgradig erfreulich.“ Der Trainer war zu Recht „mächtig stolz“ auf seine Mannschaft. „Kompliment an alle. Diesen Sieg haben wir uns erkämpft und erspielt. Das hat alles fantastisch viel Spaß gemacht“, sagte Skibbe.

Der Trainer hatte seinen Teil zu einem nicht erwarteten Spektakel beigetragen. Er hatte aus der Not eine Tugend gemacht. Nach den Sperren der Defensivspieler Patrick Ochs, Selim Teber und Maik Franz ließ er offensiver spielen als es wohl auch die Bayern erwartet hatten. Den zunächst angekündigten Ricardo Clark ließ er draußen und brachte in Marcel Heller und Caio gleich zwei zusätzliche offensive Mittelfeldspieler. Skibbe: „Ich wollte ein Signal setzen, dass es nach vorne geht.“ Die Spieler hatten dieses Signal verstanden und attackierten die Bayern von der ersten bis zur letzten Minute. „Wir haben uns endlich mal nicht ins Hemd gemacht in so einem Spiel“, formulierte Skibbe drastisch, „wir haben über weite Strecken am Limit gespielt.“

„Spielerisch und läuferisch besser“

Dies reichte gegen einen schwachen und überheblichen Gegner zu einer einstündigen Überlegenheit ohne Tore und zu einem Endspurt mit zwei Toren. Lange Zeit sah es so aus, als ob den Bayern ihre Cleverness über die Zeit helfen würde. Nach Miroslav Kloses 1:0 in der sechsten Minute wollten sie den Sieg verwalten. Die Eintracht vergab beste Chancen durch Benjamin Köhler, Alexander Meier und Halil Altintop. Doch die Frankfurter ließen sich diesmal nicht abschütteln, auch nicht, als die Kräfte nachließen und die Bayern ab der 70. Minute Kontrolle übers Spiel fanden. Der eingewechselte Anatoli Timoschtschuk hatte die Chance zum 2:0, fand aber im glänzenden Oka Nikolov seinen Meister.

In der Schlussphase setzte Skibbe weitere Signale für einen letzten Ansturm. Er wechselte nacheinander die Stürmer Martin Fenin, Ümit Korkmaz und Juvhel Tsoumou ein. Und wurde für diesen Mut mit den beiden späten Toren von Tsoumou und Fenin belohnt.

Ein besonders dickes Lob gab es für den 19-jährigen Sebastian Jung. „Sebi hat herausragend gespielt, von der ersten bis zur letzten Minute“, sagte Skibbe, „er hat einen Löwenanteil daran, dass wir total druckvoll gespielt haben.“ Über rechts hat die Eintracht die Bayern geknackt, und das war volle Absicht. Skibbe: „Dort wollten wir unsere Schnelligkeitsvorteil nutzen.“

Nach zuvor 19 Bundesligaspielen ohne Niederlage und dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League taten sich die Bayern schwer, mit diesem Tiefschlag umzugehen. Die Kritik von Trainer Louis van Gaal an seiner Mannschaft fiel milde aus. Für ihn war die verletzungsbedingte Auswechslung seines Abwehrchefs Daniel van Buyten Knackpunkt. Nationalspieler Bastian Schweinsteiger räumte derweil ein: „Das ist natürlich ein Rückschlag für uns. Man muss auswärts auch gewinnen, um deutscher Meister zu werden.“

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