Kovac und Bobic poltern

Ärger über Schiedsrichter und häufige Doping-Kontrollen

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt
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Niko Kovac

Frankfurt/Wolfsburg - Und wieder war es ein Abstiegskandidat, der der Frankfurter Eintracht die dritte Niederlage der Saison beigebracht hat. 0:1 in Darmstadt, 0:1 in Freiburg, jetzt 0:1 in Wolfsburg. Von Peppi Schmitt

„Wir haben in unserem roten Trikots ausgesehen wie die Weihnachtsmänner, die ihre Präsente in Form von drei Punkten vorbeigebracht haben“, wählte Sportvorstand Fredi Bobic drastische Worte der Kritik, „wir haben Wolfsburg eingeladen, das Geschenk anzunehmen.“ Der Trainer empfand die Niederlage ebenfalls als absolut unnötig. „Wir waren fahrig, nicht dominant und haben zu viel Fehler gemacht“, sagte Niko Kovac, „wir haben es den Wolfsburgern zu leicht gemacht.“

Nach drei Spielen ohne Sieg und nur zwei Punkten hat sich in Wolfsburg der Eindruck verstärkt, dass der Mannschaft doch etwas die Luft ausgeht. Der Trainer sieht das nicht so: „Unsere Laufleistungen in den letzten Spielen haben gestimmt“, sagte Kovac. Und doch hatten die Frankfurter gegen die Wölfe nicht frisch gewirkt, sind häufig hinterhergelaufen und konnten ihr schon so oft praktiziertes Pressing nicht wirklich durchsetzen. Besonders deutlich wird das an Jesus Vallejo: Der junge Spanier, zu recht hoch gelobt, hat schon seit einigen Spielen nicht mehr die Form des Spätherbstes. Beim entscheidenden Treffer des Spiels verlor er den Zweikampf mit Jeffrey Bruma. Hinterher hatten die Experten diskutiert, ob ein Foulspiel vorlag, weil Bruma Vallejo am Trikot gezogen hatte. Es war an Niko Kovac darauf eine klare Antwort zu geben. „Das war ein ganz normaler Zweikampf“, stellte der Frankfurter Trainer fest, „oder wollen wir Basketball spielen, dann müssen wir in die Halle gehen.“

Die kleinliche Spielleitung durch Schiedsrichter Felix Brych hatte ihm trotzdem nicht gefallen. Der Unparteiische hatte bei wichtigen Szenen danebengelegen. Der gravierendste Fehler: Nachdem er der Eintracht in der 66. Minute einen Elfmeter gegeben hatte, der keiner war, versagte er ihr zwei Minuten darauf einen sogenannten „Hundertprozentigen“. Beim ersten Strafstoß war Hasebe gefallen, hatte den Ball noch nach innen gebracht und auf Umwegen Ante Rebic ins Tor getroffen. Brych hatte aber bereits abgepfiffen. „Das war ein Schwalbe“, sagte Kovac trocken. Meier vergab dann vom Punkt. Bei der zweiten Situation stand Brych perfekt, hatte beste Sicht und schaute trotzdem nicht richtig hin. Caligiuri hatte Rebic von hinten in die Beine getreten. Doch der Pfiff blieb aus, ganz offensichtlich eine Konzessionsentscheidung. „Der Elfmeter war so was von klar, darüber rege ich mich extrem auf“, schimpfte Bobic, „das war einfach zu sehen, ein brutales Foul.“ Die Eintracht könne froh sein, dass sich Rebic nicht schwer verletzt habe.

Bilder: Eintracht verliert in Wolfsburg

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt (Hinrunde 2016): Bilder
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Bilder: Eintracht verliert in Wolfsburg

Die Frankfurter sind in diesen Tagen total unzufrieden mit den Leistungen der Unparteiischen. „Ich wehre mich dagegen, dass wir seit dem Hoffenheim-Spiel als Kloppertruppe bezeichnet werden“, schimpfte Kovac, „das ist eine Frechheit“. Auch Bobic war sauer. „Ich habe Herrn Brych gesagt, dass es mir so vorkommt, als wolle uns keiner da oben haben“, sagte er, „wir kriegen gelbe und rote Karten für nichts, das lassen wir uns nicht bieten.“ Zur Pause habe der Referee signalisiert, dass er beim nächsten Foul Rebic vom Platz stellen werde. Aus Sicht von Bobic ein „Unding“.

Eingebrockt haben der Eintracht die aktuell angespannte Situation die ungerechtfertigten Anwürfe von TSG-Trainer Julian Nagelsmann („Da steckt Methode dahinter“) vor einer Woche. Kovac: „Abrahams Foul war Rot, alles andere war normale Bundesliga-Härte.“ Schiedsrichter, aber auch die Medien, müssten endlich damit aufhören, jeden Körperkontakt als Foul zu bewerten. Kovac verteidigt seine Mannschaft vehement und weitete dies auch auf einen anderen Bereich aus. „Seit Wochen haben wir ständig Doping-Kontrollen, das ist sehr merkwürdig“, sagt er, „was denken die Leute, was wir hier machen?“ Die Stärke der Eintracht beruhe alleine auf „ehrlicher Arbeit“. Die „auffällig häufigen“ Trainingskontrollen, seien nur akzeptabel, „wenn alle Vereine so kontrolliert werden“. Was nachzuprüfen wäre.

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