Für Manager Hübner ist die Affäre Seferovic „erledigt“

Aigner: „Bei mir hat die Provokation gewirkt“

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Frankfurt - In der vergangenen Saison hat Haris Seferovic zehn Tore für die Frankfurter Eintracht erzielt, dazu noch acht Torvorlagen gegeben. Eine gute Bilanz für den Stürmer, den sich die Eintracht für eine Ablösesumme von 3,2 Millionen an Real San Sebastian im Sommer 2014 geleistet hat. Von Peppi Schmitt

In dieser Saison hat nicht nur die Effektivität beim Torschuss, sondern auch die Leistung des 23 Jahre alten Schweizer Nationalspielers für die Mannschaft nachgelassen und zwar deutlich. Gerade drei Treffer hat er erzielt in bisher fünfzehn Spielen, immerhin aber noch sechs vorbereitet. Genau daran hat sich der Streit mit dem Trainer entzündet. Armin Veh ist mir Seferovic nicht zufrieden, hat ihm nach dessen Auswechslung im letzten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg „Egotrips“ vorgeworfen. Seferovic hatte bockig reagiert, auch die eine oder andere abfällige Geste soll es gegeben haben. Dass er sich dann auf die Tribüne und nicht auf die Bank gesetzt hat, nimmt der Trainer ihm nicht wirklich übel. „Darum geht es nicht, das ist nicht so wichtig“, sagt Veh, „es geht darum, dass er seit Monaten keine wirklich guten Leistungen bringt.“

Seferovic müsse sich läuferisch und kämpferisch wieder mehr einbringen, fordert der Frankfurter Trainer, der fest davon ausgeht, dass es in dieser Transferperiode zu keinem Wechsel mehr kommen wird. Das Transferfenster ist bis zum kommenden Montag offen. Die Eintracht habe auch kein Interesse den Schweizer herzugeben, zu dünn ist die Besetzung in der Angriffsspitze. Kein Wunder also, das Sportdirektor Bruno Hübner die Angelegenheit am Dienstag für „erledigt“ erklärt hat. „Wir haben das intern geklärt, so wie wir es vor hatten“, sagte Hübner, „Haris wird ganz normal mit trainieren.“ Es habe auch kein Angebot für den Stürmer gegeben.

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Für den Trainer liegt die Lösung der Probleme nun auf der Hand. „Er ist ganz einfach: Er muss mehr arbeiten“, sagt Veh. Seferovic solle sich ein Beispiel nehmen an Spielern wie Alexander Meier oder Stefan Aigner. Doch das könnte bei der Charakterstruktur des Spielers, der seit 2009 in sieben verschiedenen Vereinen gespielt hat, durchaus schwierig werden. Seferovic hat ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, das ihm manchmal den Blick auf die Realität verstellt. Nicht gut angekommen ist intern auch, dass er das eine oder andere Mal hat verlauten lassen, er müsse für den Sturmpartner Alex Meier mitlaufen. Eine Einschätzung, die durch keine Statistik gestützt wird. Und durch die Leistungen Meiers im Vergleich zu Seferovic ad absurdum geführt wird. Seferovic wird sich nun seinen Platz erst wieder zurück erkämpfen müssen. Dass er beim Auswärtsspiel am nächsten Samstag in Augsburg erste Wahl sein wird, ist eher unwahrscheinlich.

Weckruf funktioniert bei Aigner

Womöglich betrachtet der Spieler die Kritik des Trainers ja aber auch als Weckruf. So wie es der Kollege Aigner gemacht hatte. Es ist gerade ein Woche her, dass Aigner beim Training in die B-Mannschaft musste. Der Trainer war mit der Leistung des Außen im Freundschaftsspiel gegen Braunschwieg gar nicht zufrieden gewesen und hatte das auch deutlich kommuniziert. Mijat Gacinovic sei in diesem Spiel „zehnmal agiler“ gewesen als Aigner. Dieser hatte darauf in der ihm eigenen Art reagiert. „Ein paar Gedanken“ habe er sich schon gemacht und als Konsequenz daraus beim Training noch mehr Gas gegeben. „Ich hatte eigentlich eine gute Vorbereitung und nur eine schlechte Halbzeit gegen Braunschweig“, blickt er eine Woche zurück. Die Trainingsauftritte hatten dann dafür gesorgt, dass er gegen Wolfsburg doch in der Anfangsformation gestanden hat. „Vielleicht wollte mich der Trainer provozieren und das hat ja gewirkt“, sagt Aigner eine Woche später, „aber ich brauche das nicht immer.“

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Aigner hat gegen die „Wölfe“ gut gespielt, war einer der Garanten für den Umschwung nach der Pause. Die Treffer zum 1:1 und 2:1 von Alex Meier hat er direkt vorbereitet. Wie er überhaupt am liebsten Meier einsetzt. Sieben seiner letzten neun Torvorlagen hat Aigner Meier gegeben (Quelle: Kicker), ein kurioser Wert. Das haben sich zwei gesucht und gefunden. „Alex ist einfach Wahnsinn“, sagt Aigner dazu. Der Sieg vom Sonntag könnte der Eintracht jenen Schub geben, den sie für den langen Abstiegskampf in der Rückrunde braucht. Die drei Punkte seien nach der schwachen ersten Halbzeit nicht zu erwarten gewesen, gibt der 28 Jahre alte Angreifer freimütig zu. Geholfen habe neben dem „nur“ knappen 0:1-Rückstand vor allem die „ruhige Ansprache“ des Trainers. „Er hat die Fehler sachlich angesprochen, ruhig analysiert“, sagt Aigner. Es habe ja auch keine Grund bestanden, laut zu werden, „denn es war ja nicht so, dass wir nicht gewollt hätten.“ Den Spielern sei auch so schon viel durch den Kopf gegangen während der „miserablen ersten Halbzeit“ (Veh). Alle hätten geglaubt, dass mit dem 2:1-Sieg gegen Bremen zum Abschluss der Vorrunde vieles besser werden könnte, „dazu hatten wir ja auch eine gute Vorbereitung.“ Und dann ein abermaliger Leistungseinbruch. „Da denkst du: Geht das schon wieder los?“, sagt Aigner. Zum Glück sei ja dann doch noch alles anders gekommen.

Bilder: Meier schießt Eintracht zum Sieg über Wolfsburg 

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