Bankplatz für Bremen möglich

Meier zurück im Teamtraining: Erster Schuss, erstes Tor

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Die Zeit des Zuschauens ist vorbei, Alex Meier trainiert wieder gemeinsam mit der Mannschaft von Eintracht Frankfurt. Ein Einsatz am Samstag im letzten Saisonspiel ist allerdings ungewiss.

Frankfurt - Zehn Wochen lang musste Eintracht Frankfurt ohne den verletzten Kapitän Alexander Meier auskommen. Rechtzeitig vor dem entscheidenden Saisonspiel in Bremen meldet sich der Torjäger auf dem Trainingsplatz zurück. Von Peppi Schmitt

Mittwoch, 10.55 Uhr, Trainingsgelände der Frankfurter Eintracht im Schatten der Arena: Beifall brandet auf unter den gut 200 Kiebitzen, die die erste Übungseinheit der Woche beobachten. Der Applaus gilt diesmal nicht der Mannschaft und ihren jüngsten Erfolgen, sondern Alexander Meier. Nach mehr als zwei Monaten Pause und einer Knieoperation ist der Kapitän und Torjäger der Mannschaft zurück auf dem Trainingsplatz. Eine halbe Stunde später geht ein Raunen durchs Publikum. Beim ersten Angriff des lockeren Übungsspielchens, flankt Stefan Aigner nach innen, Meier haut den Ball beim ersten Kontakt ins Tor, natürlich mit der Innenseite. Danach hielt sich der 33 Jahre alte Angreifer zurück, spielte ein bisschen mit, war allerdings gleich mitten drin, nicht nur dabei.

„Es ist einfach super, wieder bei der Mannschaft zu sein“, sagte er in seiner unnachahmlichen Art, „aber am besten ist, dass ich schmerzfrei bin“. Das operierte Knie hat gehalten und keine Reaktionen gezeigt. Über Wochen hatte Meier die Muskulatur rund ums operierte Knie wieder aufgebaut, nach und nach auch konditionelle Rückstände aufgeholt. „Ich wollte so schnell wie möglich zurückkehren“, sagt er, „dass es jetzt erst ein Spiel vor Schluss ist, ist schade, aber besser als Nichts.“ Vor allem mit dem Ball müsse er in den kommenden Tagen arbeiten, um wieder das richtige Gefühl und Timing zu bekommen. Ob das schon fürs „Abstiegsendspiel“ am Samstag in Bremen reicht? „Wir werden am Ende der Woche sehen, ob das Sinn macht“, sagt Meier.

Der Trainer beurteilt die Ausgangslage genauso vorsichtig. „Den Krafttest hat er bestanden, die Muskulatur ist okay“, sagte Niko Kovac. Training und Spiel seien freilich etwas anderes. „Und deshalb müssen wir die Entwicklung unter der Woche abwarten, ob er schon eine Alternative für die Bank ist“, will der Eintracht-Coach ein Comeback Meiers im Kader nicht ausschließen. Die Rückkehr an sich würde der Mannschaft auf jeden Fall „noch einen weiteren Push geben“. Und sollte die Eintracht in die Relegationsspiele gegen den 1. FC Nürnberg müssen, wäre Meier auf jeden Fall ein weiterer Trumpf. „Ich wünsche mir, dass er am Sonntag in Urlaub gehen kann“, sagt der Trainer, „aber wenn wir nachsitzen müssen, kann er uns noch gut helfen“. Meier sieht das ganz genauso.

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Auf die Relegation könne er „gut verzichten“, sagt er, „da gehe ich lieber fit in den Urlaub.“ Im Grunde drückt Meier also die Daumen, dass er nicht mehr gebraucht wird in dieser Saison. An ein Nachlassen der Kollegen, die zuletzt ohne ihn ganz gut ausgekommen sind, glaubt er nicht. „Ein Blick auf die Tabelle und keiner lässt nach“, sagt er. Auch der Trainer ist sicher, „dass alle begriffen haben, dass sie Geschichte schreiben können.“ Größere Ansprachen, um die Bedeutung der Partie herauszustellen, wird es dementsprechend nicht geben. Das Vertrauen in die Mannschaft ist groß. „Das wird schon gut“, sagt Kovac. Auch dass der Eintracht schon ein Unentschieden zur Rettung genügen würde, werde er nicht thematisieren. „Wir wollen gewinnen“, versichert er Kovac, der großen Respekt vor dem Gegner und der Stimmung im Weserstadion hat. Es sei „einzigartig, was für ein Alarm die da machen“.

Allerdings, und dies sei gut für seine Mannschaft, „werden uns ja auch fast 4 000 Fans unterstützen. Beim Gegner ist für das Toreschießen Claudio Pizarro verantwortlich, mit dem Kovac einst beim FC Bayern noch zusammen gespielt hat. Er kennt die Qualitäten des Peruaners also aus eigener Anschauung. Pizarro und Meier seien in ihrer Spielweise durchaus vergleichbar. „Mehr noch, sie sind deckungsgleich“, sagt Kovac. Beide hätten das große Talent, sich im Strafraum die freien Räume zu suchen und sich damit der Bewachung zu entziehen. Die Eintracht-Defensive werde daran arbeiten, dies zu verhindern.

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