André Silva

Eintracht Frankfurt: Der Gewinner heißt André Silva

André Silva hat das Spiel gegen Berlin belebt.
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André Silva hat das Spiel gegen Berlin belebt.

André Silva hat seinem Kumpel Goncalo Paciencia bei Eintracht Frankfurt den Rang abgelaufen – völlig zu Recht.

  • Eintracht Frankfurt hat Probleme im Sturm
  • Gegen Union Berlin durfte Goncalo Paciencia mal wieder ran
  • Der Gewinner des Abends ist aber André Silva

Natürlich war André Silva auch an der allerletzten kniffligen Szene beteiligt, als der Berliner Kapitän Marvin Friedrich den Stürmer von Eintracht Frankfurt im Stile eines Freistilringers auf den Rasen schickte. Foul, Strafstoß, die Chance zum späten Ausgleich? Mitnichten. Schiedsrichter Deniz Aytekin winkte ab und ließ weiterlaufen in dieser 95. Minute, der letzten, und André Silva blieb mit weit aufgerissenen Augen und offen stehendem Mund zurück.

Eintracht Frankfurt verliert gegen Union Berlin

„Klarer Elfmeter“, sagte der 24-Jährige ein paar Minuten später: „Der Schiedsrichter sagte mir, wir hätten beide gehalten, aber das stimmt nicht, ich habe nichts gemacht, ich wollte mich nur befreien.“ Fakt ist, dass der Berliner Friedrich gar nicht zum Ball guckte und seine ganze Energie darauf verwendete, seinen Widerpart am Torschuss zu hindern. Ein Strafstoß wäre eine vertretbare Entscheidung gewesen, doch war die Szene auch nicht eindeutig genug, um sie per Einsatz des Videoassistenten zu korrigieren. So blieb es bei der Niederlage von Eintracht Frankfurt. Doch wenn die Partie neben den vielen Verlierern des Abends (Mannschaft, Verein, Ultras) einen Gewinner hervorbrachte, dann zweifellos André Silva*.

André Silva mit aufsteigender Form

Der Portugiese kam nach 67 Minuten ins Spiel, und es dauerte nur 120 Sekunden, ehe er die beste Möglichkeit eingeleitet hatte, doch Sturmpartner Goncalo Paciencia konnte den Pass nicht verwerten und scheiterte an Union-Torwart Rafal Gikiewicz. Es war kein Zufall, dass Silva es war, dem unter Mithilfe des Berliner Verteidigers Florian Hübner der Anschlusstreffer per Hacke gelang (79.), er belebte das Spiel, hatte mehr gute Aktionen als die meisten Mitspieler in 90 Minuten. 

Der Angreifer ist gut in Form, hat die Liga angenommen, „eine andere Körpersprache und ein anderes Selbstvertrauen“, wie Trainer Adi Hütter sagt. Silva ist längst Stürmer Nummer eins, hat Landsmann Paciencia auf die Bank verdrängt. Völlig zu Recht. Derzeit spielen sie auf unterschiedlichen Leistungsniveaus: Silva, der anfangs arg fremdelte mit der Bundesliga, auf einem ungleich höheren.

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter setzt auf Rotation

Dass Paciencia gegen Union in der Startelf stand, lag in der Rotation begründet. Der 25-Jährige hat seine Form, aber auch Ausstrahlung eingebüßt, mittlerweile lamentiert er ständig, tritt theatralisch und gestenreich auf, fällt schnell und beschwert sich auch noch wortreich. Zudem fällt es Paciencia schwer, als einzige Spitze zu performen. In Salzburg wird er daher seinen Platz räumen müssen – für Spezi Silva. 

Von Ingo Durstewitz

Hat Eintracht Frankfurt ein Mentalitätsproblem? Eintracht Frankfurt zeigt eine bemerkenswerte Inkonsequenz. Unterdessen meldet sich Mittelfeldmann Lucas Torró zurück im Mannschaftstraining. 

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