Seferovic auf der Bank

Veh wünscht sich einen Sieg zum Geburtstag

Frankfurt - Das Spiel beim FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) bietet der Frankfurter Eintracht früh im Jahr eine ganz große Chance. Es birgt aber auch ein ebenso großes Risiko. Von Peppi Schmitt

Mit einem Sieg könnten die Frankfurter sich deutlich absetzen von den beiden direkten Abstiegsplätzen, sind doch Punktgewinne von der TSG 1899 Hoffenheim bei Bayern München und Hannover 96 bei Bayer Leverkusen eher unwahrscheinlich. Bei einer Niederlage aber könnten die Frankfurter mit einem Schlag auf den Relegationsplatz abstürzen, denn der VfB Stuttgart (gegen den HSV) und Werder Bremen (gegen Hertha BSC) haben Heimspiele und könnten vorbeiziehen. Es ist also ein durchaus wichtiger, womöglich richtungweisender Spieltag, der da am Wochenende ansteht.

„Ich möchte dieses Spiel unbedingt gewinnen“, sagt Trainer Armin Veh vor der Rückkehr in seine Heimat. Er und die Eintracht haben das in Augsburg noch nicht geschafft. „Ich habe dort zweimal mit der Eintracht verloren“, erinnert er sich, „jetzt will ich unbedingt was holen.“ Punkte würde Veh, der am Montag seinen 55. Geburtstag feiert, als größtes Geschenk seiner Mannschaft betrachten. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Veh die Mannschaft intensiv vorbereitet. Auch taktisch und personell will er sich etwas einfallen lassen. Änderungen gegenüber dem 3:2-Sieg vom letzten Sonntag gegen den VfL Wolfsburg seien „durchaus möglich“, kündigt er an. Und dies wird nach den Irritationen vom letzten Sonntag nicht nur Haris Seferovic betreffen. Über den „Fall Seferovic“ wollte Veh bei der offiziellen Pressekonferenz nicht mehr reden, „das ist erledigt“. Er sehe auch keinen Grund, „warum Haris nicht dabei sein sollte.“ Seferovic ist also am Freitagnachmittag mit in den Zug Richtung Augsburg gestiegen, von Anfang an spielen wird er aber wohl kaum.

Sehr wahrscheinlich wird die Eintracht etwas defensive antreten gegen die zuletzt so starken Augsburger. Dass die Frankfurter mit fünf offensiven Spielern beginnen werden, wie zuletzt zu Hause, ist schwer vorstellbar. Zumal die Abwehr ja gegen Wolfsburg ziemlich gewackelt hatte. Die Taktik und damit das Personal hänge immer auch vom Gegner ab, betonte Veh. Und so könnte Aleksandar Ignjovski eine gute Chance haben, ins Team zu rücken. Der große Kämpfer ist sowohl als rechter Verteidiger als auch im defensiven Mittelfeld eine Alternative. Marc Stendera könnte dann in die offensivere Mittelfeldreihe wechseln, Marco Fabian bliebe ebenso wie Seferovic als Joker auf der Bank. Darauf deuten einige Aussagen des Frankfurter Trainers hin. Fabian habe die „fußballerischen Möglichkeiten“, dem Team zu helfen, das habe er gerade mit der Vorbereitung zum Siegtor unter Beweis gestellt. „Aber er spielt manchmal auch noch Pässe, die zu Kontern führen“, kritisiert Veh. Es dauere halt ein wenig, die Umstellung von der mexikanischen Liga zur Bundesliga zu schaffen. „Hier hat er ständig Druck und keine Zeit, noch zu überlegen“, sagte der Eintracht-Coach. Noch sei die Eingewöhnung nicht vollständig abgeschlossen, Fabian sei aber auf einem guten Weg.

Marco Russ rettet der Eintracht einen Punkt: Bilder

Vom Gegner schwärmt Veh. Der FC Augsburg ist sein Heimatverein, der in den letzten Jahren „Großes“ vollbracht habe. „Die machen das richtig gut“, lautet das Urteil. Das gelte auch für den aktuellen Zustand der Mannschaft. Der Frankfurter Trainer erwartet eine „sehr robuste Truppe“, gegen die es „sehr schwierig“ sei zu spielen. Es komme darauf an, die Zweikämpfe anzunehmen, sich auf das körperbetonte Spiel der Augsburger einzustellen. Und ein besonderes Auge müsse man auf den Argentinier Raul Bobadilla haben. „Das ist einer der besten Stürmer der Liga“, sagt Veh, „der weiß seinen Körper einzusetzen.“ Carlos Zambrano wird das zweifelhafte Vergnügen haben, sich mit dem bulligen Angreifer auseinanderzusetzen.

Eintracht: Hradecky – Hasebe, Zambrano, Abraham, Oczipka – Russ, Ignjovski – Aigner, Stendera, Huszti – Meier

Bank: Lindner – Ayhan, Chandler, Djakpa, Medojevic, Fabian, Seferovic

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