Zambrano und Russ sind fit

Eintracht beim HSV: Veh sieht ein Spiel auf Augenhöhe

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Armin Veh

Frankfurt - Es war eine außergewöhnliche "Medienwoche" für die Frankfurter Eintracht. Der 6:2-Erfolg gegen den 1.FC Köln, der damit verbundene Sprung auf den vierten Tabellenplatz und die drei Tore von Alexander Meier zum Comeback haben in den Medien großen Widerhall gefunden. Von Peppi Schmitt

Den Spielern und Verantwortlichen war das alles nicht so richtig geheuer. "Es ist schon ein bisschen viel, was da speziell auf Alex Meier eingeprasselt ist", sagt Trainer Armin Veh, "ich will das aber alles nicht dämpfen, weil es sich meistens alleine wieder regelt." Ein realistischen Blick auf die Lage hat auch Stefan Reinartz. "Es wäre schön, wenn wir da hingehören, wo wir jetzt stehen", sagte der Mittelfeldspieler ganz trocken. Denn noch ist die Rangfolge nur eine Momentaufnahme. Ein Blick auf die Tabelle reicht, um zu sehen, wie wenig stabil die Verhältnisse nach dem vierten Spieltag in der Liga noch sind. Gerademal ein einziger Punkt trennt die Eintracht als Vierten vom Dreizehnten Bayer Leverkusen. Und die Frankfurter haben nun zwei schwere Auswärtsspiele vor der Brust, an diesem Samstag beim Hamburger SV, am nächsten Mittwoch beim FC Schalke 04.

Freilich stehen die Chancen an Elbe und Alster nicht schlecht. Seit drei Spielzeiten hat die Eintracht gegen den HSV kein Spiel mehr verloren, die letzten Niederlagen datieren aus der Saison 2010/11. Der HSV wurde damals übrigens von Armin Veh trainiert und gewann in Frankfurt 3:1 und am 21.Januar 2011 zu Hause 1:0. Seitdem gab es in sechs Spielen vier Frankfurter Siege und zwei Remis. Im letzten Jahr gelang der Eintracht ein 2:1-Erfolg durch ein spektakuläres Freistoßtor von Lucas Piazon in der letzten Minute. Gegen keinen anderen Verein hat die Eintracht in der jüngeren Vergangenheit eine solch gute Bilanz. Der HSV also ein "Lieblingsgegner" der Frankfurter? "Das ist Blödsinn", sagt Trainer Veh, "auf solche Statistiken gebe ich nichts."

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Das hat er allerdings auch schon vor einer Woche gesagt, als er auf die ganz besondere Treffsicherheit von Alex Meier gegen den 1.FC Köln angesprochen wurde. In der letzten Saison hatte Meier vier Tore in zwei Begegnungen gegen die Kölner geschossen. Jetzt waren es gleich zu Comeback nach langer Verletzungspause wieder drei. Vielleicht ist ja doch etwas dran, dass der eine Club mit dem anderen und der eine Spieler gegen einen besonderen Club besonders gut zurechtkommen.

Die Bild-Zeitung jedenfalls hat in dieser Woche fast schon verzweifelt versucht, Meier in die Nähe der Nationalmannschaft zu bringen. Was bei der Eintracht niemand ernst genommen hat, schon gar nicht der Torjäger selbst. Er könne sich und seine Leistungsvermögen richtig einschätzen. "Ich habe mich schon früher nie mit der Nationalelf beschäftigt und das ist auch jetzt völlig unrealistisch", sagte er. Dabei ist Meiers Torquote seit dem Wiederaufstieg 2011 durchaus beeindruckend. 46 Treffer hat er in der Bundesliga seitdem erzielt. "Wir dürfen ihn mit Erwartungen aber jetzt auch nicht überfrachten", mahnt Veh, der in Hamburg mit einem Spiel "auf Augenhöhe" rechnet. Der HSV habe sich in dieser Saison deutlich besser präsentiert als in der jüngeren Vergangenheit. "Dass ist ein Verdienst von Bruno Labbadia", sagt Veh, "man sieht seine Handschrift." Immer wieder erstaunt sind sie in Frankfurt von den finanziellen Möglichkeiten des Gegners. "Sie haben offenbar ein großes Budget", sagt Veh, "die können mal schnell Aaron Hunt holen, das können wir nicht." Dafür hat der Frankfurter Coach im eigenen Kader die freie Auswahl. Carlos Zambrano kann nach seiner Rippenverletzung wieder spielen, auch Marco Russ hat sich gesund zurückgemeldet.

Eintracht: Hradecky - Ignjovski, Zambrano, Russ, Oczipka - Reinartz, Hasebe, Stendera, Meier - Seferovic, Castaignos.- Bank: Lindner - Abraham, Djakpa, Flum, Aigner, Kadlec, Waldschmidt

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