Wichtiger Punktgewinn

Eintracht bleibt trotz müder "Büffel" ungeschlagen

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Nur selten ist Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig zum Abschluss gekommen.

Frankfurt - Die Frankfurter Eintracht bleibt 2019 weiter ungeschlagen. Das 0:0 bei RB Leipzig war eine Woche nach dem 1:1 gegen Borussia Dortmund der zweite wichtige Punktgewinn gegen eine Mannschaft aus den Top-Vier. Von Peppi Schmitt

Das sind nicht die einzigen guten Nachrichten nach dem glücklichen Ausgang des Spiels. Wichtig war auch die Erkenntnis, dass die Eintracht auch ohne ihre drei Stürmer, ohne die „Büffel“ genannten Torjäger, bestehen kann. Denn diesmal waren es nicht die drei vorne, die für das Unentschieden verantwortlich zeichneten, sondern die drei hinten.

Makoto Hasebe, Martin Hinteregger und Evan Ndicka bändigten im Verbund mit den defensiven Mittelfeldspielern Sebastian Rode und Gelson Fernandes die stürmischen Leipziger, mit Glück sicher, aber auch mit viel Geschick. Dass Abwehr-Trio habe „überragend“ gespielt, lobte Trainer Adi Hütter.

„Wir müssen die Leistung kritisch sehen, aber wir müssen auch die Kirche im Dorf lassen“, zog Hütter sein Fazit, „wir haben noch nicht verloren in diesem Jahr.“ Dem Frankfurter Coach war es ein Bedürfnis, in Nachbetrachtung und Analyse des Spiels nicht wieder nur über Ante Rebic, Luka Jovic und Sébastien Haller zu reden zu müssen. Diesmal nämlich mussten die drei Angreifer durchaus kritisch gesehen werden. Sie konnten sich schlicht nicht durchsetzen, blieben zum ersten Mal nach vielen Monaten total harmlos.

„Mir hat es auch nicht super gefallen, wie sie gearbeitet haben“, mäkelte auch der Trainer, „die haben einfach zu viele Bälle verloren, konnten sie nicht festmachen.“ Sie gaben auch keine Schüsse aufs gegnerische Tor ab. Gerade in ihren Kernkompetenzen hatte es diesmal gemangelt. Doch Hütter nahm die drei in Schutz. Es sollte bei der kritischen Beurteilung nicht vergessen werden, gegen wen die Eintracht gespielt habe.

„Leipzig hat das richtig gut gemacht, sie haben sie immer gedoppelt“, sagte der Frankfurter Trainer, „es war nicht einfach für sie.“ Dass gerade Rebic und Jovic auch ziemlich früh die Köpfe hängen und eine aggressive Körpersprache vermissen ließen, habe an ihrer persönlichen Enttäuschung gelegen. „Die spüren das doch auch selbst“, sagte Hütter.

Für die Mannschaft war es wichtig, dass trotz des Ausfalls des eigentlichen Prunkstückes nicht verloren wurde. „Reden wir doch mal über die drei da hinten“, sagte Hütter. Trotz einer teilweise drückenden spielerischen Überlegenheit der Leipziger, hatten Hinteregger, Hasebe und Ndicka, nicht wirklich viele Chancen zugelassen.

Eintracht Frankfurt: Zeugnis gegen Borussia Dortmund

Nach einem Hackenschuss von Willi Orban musste Fernandes auf der Linie retten, ein Kopfball von Timo Werner flog knapp vorbei und nach einem Schuss von Marcel Sabitzer klatschte der Ball an den Pfosten. „Man hatte immer das Gefühl, es könnte gefährlich werden“, räumte Hütter ein, die ganz dicken Gelegenheiten aber hatte die Eintracht den Leipzigern nicht gestattet.

Im Gegenteil: In der 88. Minute hatte Mijat Gacinovic die „Hundertprozentige“ zum Sieg für die Eintracht, schoss aber ans Außennetz. Es war im Grunde die einzige Chance der Eintracht, die mit einer veränderten Taktik ins Spiel gegangen war. Um das Leipziger „Pressing“ zu umgehen, wurden die Bälle untypisch hoch und weit nach vorne geschlagen.

„Es ging immer nur über den zweiten Ball, es gab keinen geregelten Spielaufbau, es war nichts kontrolliert, immer nur Stress“, fasste Verteidiger Danny da Costa zusammen. Mittelfeldmotor Rode bezeichnete das ganze Spiel als „Abnutzungskampf“. Die langen Bälle waren Teil des Matchplans. „Es war heute ein Mittel, vielleicht nicht das schönste, aber es hat geholfen“, sagte Torwart Kevin Trapp.

Bilder: Eintracht Frankfurt holt Remis bei RB Leipzig

Der Trainer verteidigte die Spielart. „Spielerisch war das manchmal nicht das Gelbe vom Ei“, sagte Hütter, „aber hier muss man so spielen, denn wenn man immer spielerische Lösungen sucht, kann es sein, dass Leipzig dich überrollt.“ Das haben die Frankfurter verhindert und einen Punkt mitgenommen. Und sich dabei noch lernfähig gezeigt.

„Wir dürfen uns nicht immer auf unsere Stürmer verlassen“, hatte noch letzte Woche der erfahrene Marco Russ gesagt. Diesmal konnte sich die Eintracht auf andere verlassen, auf die Abwehrrecken. „Es spielen immer elf“, sagte Hütter knapp, „wir müssen schauen, dass wir das wieder vermischen, dann werden wir auch wieder gewinnen.“

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