Schon sieben Abgänge

Eintracht-Kader: Bobic muss noch fünf Spieler holen

+
Auf Fredi Bobic und Bruno Hübner wartet noch viel Arbeit bei der Zusammenstellung des Kaders.

Frankfurt - Der Schock traf die Frankfurter Eintracht heute Mittag. Da informierte Real Madrid Sportvorstand Fredi Bobic, dass Jesus Vallejo in der kommenden Saison für die Königlichen spielen wird. Von Peppi Schmitt

Vallejo soll den Platz des Portugiesen Pepe einnehmen, der den Champions-League-Sieger verlässt. Die Eintracht, die sich Hoffnungen gemacht hatte, den 20 Jahre alten Vallejo noch ein weiteres Jahr ausleihen zu können, muss sich nun auf die Suche nach einem ähnlich guten Innenverteidiger machen. Das dürfte schwierig werden, hatte Vallejo doch zu den überragenden Spielern in der abgelaufenen Saison gehört. "Wir hätte ihn gerne noch ein Jahr in Frankfurt gesehen", sagte Bobic, "aber es erfüllt uns mit großem Stolz, dass wir ihn so gut entwickeln konnten, dass Real ihn nun fest einplant." Vallejo verabschiedete sich mit diesen Worten: "Bei Real geht nun mein Traum in Erfüllung. Aber ohne die Hilfe von Eintracht Frankfurt wäre es niemals möglich gewesen." In Zukunft wolle er die Eintracht als "Fan" unterstützen.

In zweieinhalb Wochen, am 28. Juni, startet die Eintracht mit medizinischen Untersuchungen in die neue Saison. Das erste öffentliche Training auf dem Platz findet am 30. Juni statt. Zeit für ein personelles Zwischenfazit: Aktuell stehen 25 Spieler für die nächste Spielzeit unter Vertrag, darunter die vier Neuzugänge Danny da Costa (Bayer Leverkusen), Gelson Fernandes (Stade Rennes), Sebastien Haller (FC Utrecht) und Renat Dadashov (eigene Jugend). Offiziell verlassen haben die Eintracht Heinz Lindner (Grashopper Zürich), Jesus Vallejo (zurück zu Real Madrid), Guillermo Varela (zurück zu Manchester United), Michael Hector (zurück zum FC Chelsea), Shani Tarashaj (zurück zum FC Everton), Ante Rebic (zurück zum AC Florenz) und Haris Seferovic (Benfica Lissabon).

Die personellen Veränderungen und damit der Neuaufbau des Teams sind weiter in vollem Gange. Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner werden noch mindestens fünf weitere Neuzugänge präsentieren müssen, und der eine oder andere wird auch noch gehen. Die Frankfurter werden versuchen, den von Hannover 96 ausgeliehenen Allrounder Marius Wolf, der aktuell nach einer Schulteroperation außer Gefecht ist, weiter zu binden. Das könnte kurzfristig klappen. Als nächster Neuzugang wird in dieser Woche wohl Jan Zimmermann vorgestellt. Der Torhüter kommt ablösefrei von 1860 München, ersetzt Heinz Lindner und komplettiert die Torwartriege um Lukas Hradecky und Leon Bätge. Die beiden Offensivkräfte Luka Jovic von Benfica Lissabon und Andre Hahn von Borussia Mönchengladbach würde die Eintracht gerne verpflichten, doch die Gespräche und Verhandlungen sind in beiden Fällen noch nicht abgeschlossen.

Dringender Handlungsbedarf besteht in der Abwehr und im defensiven Mittelfeld. Für die Abwehrzentrale stehen mit David Abraham, Marco Russ und Andersson Ordonez drei erfahrene Spieler unter Vertrag. Nach den Abgängen von Vallejo, Hector und den gesundheitlichen Fragezeichen um Hasebe werden sicher noch zwei weitere Innenverteidiger geholt. Trainer Kovac hat zuletzt bevorzugt mit einer Dreierkette gespielt, braucht also um Wechselmöglichkeiten zu haben, sicher fünf Innenverteidiger. Besser sieht es auf den Seiten aus, die Außenverteidigerpositionen sind doppelt, rechts sogar dreifach besetzt.

Dortmund besiegt die Eintracht im DFB-Pokalfinale: Bilder

Im Mittelfeld klafften zuletzt die größten Lücken. Auch da müssen Neue her. Zumal nicht klar ist, wann die in der alten Saison verletzten Spieler wie Makoto Hasebe, Omar Mascarell und Marc Stendera tatsächlich auf den Platz zurückkehren können. Hasebe hat nach seiner Knieoperation (Knorpelschaden) immerhin schon das Lauftraining aufgenommen. Bei Mascarell, der zuletzt am 25. April gespielt hat, steht fast zwei Monate später immer noch nicht fest, ob er wegen seiner hartnäckigen Achillessehnenbeschwerden operiert werden muss oder ob eine Besserung mit konservativen Behandlungsmethoden möglich ist. Ein Comebacktermin ist jedenfalls nicht abzusehen. Stendera, dem bei einem arthroskopischen Eingriff im Knie ein leichte Meniskusverletzung behoben wurde, soll bis zum Trainingsstart zumindest in Ansätzen wieder dabei sein. Mit der Verpflichtung von Fernandes und der Weiterverpflichtung von Slobodan Medojevic hat die Eintracht erste Sicherungen eingebaut.

Spannend ist die Konstellation im Angriff. Aktuell stehen mit Meier, Hrgota, Haller und Dadashov vier Mittelstürmer unter Vertrag, aber für die Außen nur Blum und Gacinovic. Wolf, Hahn und Jovic sind allesamt Kandidaten, die dieses Missverhältnis schnell ausgleichen könnten.

Laut einem Boulevardbericht hat die Eintracht einen neuen Hauptsponsor: Die Jobsuchmaschine Indeed soll angeblich 20 Millionen für drei Jahre zahlen.

Zu den sieben Spielern, die den Club definitiv verlassen, könnten noch weitere Abgänge kommen. So sind die Perspektiven von Yanni Regäsel im Kampf mit Timmy Chandler und Neuling da Costa ebenso schlecht wie jene von Furkan Zorba, der schon in der letzten Saison trotz großer Personalprobleme keine Minute gespielt hat. Die Eintracht würde beiden Abwehrspielern sicher keine Steine in den Weg legen, wenn sie andere Arbeitgeber finden.

Frankfurt im Pokalfinale - Sieg im Elfmeter-Drama

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare