Wechsel auf der Führungsebene der Eintracht

Bruchhagen geht, Hübner bleibt, Bobic kommt

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Heribert Bruchhagen wurde vor dem Spiel gegen Dortmund offiziell verabschiedet.

Frankfurt - Vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund wird Heribert Bruchhagen im Stadion verabschiedet. Als Nachfolger steht ein ehemaliger Bundesliga-Profi bereit: Fredi Bobic. Sportdirektor Bruno Hübner soll derweil bleiben. Von Peppi Schmitt

Peter Fischer war heiser. „Was machen die mit uns?“, fragte der Präsident der Frankfurter Eintracht krächzend in die Runde, „das hältst du doch nicht aus auf der Tribüne.“ Zu erklären sei die wundersame Wendung der sportlichen Chancen mit dem 1:0 gegen Dortmund als vorläufigem Höhepunkt schon mal gar nicht. „Das kann kein Mensch erklären“, sagte Fischer, „das ist Frankfurt, so etwas gibt es nur in Frankfurt.“ Dass der Präsident nun natürlich vom Klassenerhalt überzeugt ist, war aus seiner Sicht selbstverständlich. „Wer die vergangenen drei Spiele gesehen hat, kann davon ausgehen, dass sich am nächsten Samstag um 17.20 Uhr die Liga drauf freuen kann, die geilste Mannschaft ein weiteres Jahr in der ersten Klasse zu haben.“ Der Vorstandschef der Eintracht wollte so weit noch nicht gehen. „Im schlechtesten Fall droht uns die Relegation“, sagte Heribert Bruchhagen, „wir haben jetzt schon mehr erreicht, als wir vor Wochen noch erhofft hatten.“

Über den sportlichen Triumph gegen die vorher als unschlagbar geltenden Dortmunder wäre der Abschied von Bruchhagen fast untergegangen. Ein paar Blumen überreichte Präsident Fischer dem scheidenden Chef, dazu gab es noch ein paar warme Worte. „Wir hatten gemeinsam gute Zeiten und schlechte Zeiten“, sagte Fischer unter dem freundlichen Beifall des Publikums, „ich hoffe, dass die Mannschaft noch so viele Punkte holt, dass du hier weiter Spiele in der ersten Liga sehen kannst.“ Nun war der etwas dezente Abschied nach dreizehn Jahren im höchsten Amt der Eintracht nicht aus Geringschätzung so ausgefallen, sondern auf ausdrücklichen Wunsch des 67 Jahre alten Bruchhagens. Dementsprechend knapp fiel auch die Replik aus. „Die Zuschauer haben diesem Verein immer die Treue gehalten“, sagte er, „ich wünsche mir, dass das so bleibt.“

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Nachfolger von Bruchhagen wird aller Voraussicht nach Fredi Bobic. Der ehemalige Stuttgarter Spieler und Manager soll in den Vorstand der Eintracht berufen werden und dort für den sportlichen Bereich zuständig sein. Der 44 Jahre frühere Nationalspieler wollte dies freilich auch am Wochenende noch nicht bestätigen. Und der Aufsichtsrat der Eintracht will sowieso mit der Bekanntgabe bis zum Ende der Saison abwarten. Durchgesickert ist inzwischen aber auch, dass Sportdirektor Bruno Hübner weiter im Amt bleiben und eng mit Bobic zusammen arbeiten soll.

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