Eintracht bangt um Abwehrchef

Zambrano ist krank, Grosicki „ein Kandidat“

+
Carlos Zambrano (rechts) im Spiel gegen Hannover.

Frankfurt - Es ist wie ein Alptraum für Armin Veh. Noch am Mittwoch hatte der Trainer der Frankfurter Eintracht die vielen Ausfälle mit Blick auf das Derby an diesem Samstag beim FSV Mainz 05 relativ gelassen hingenommen. Von Peppi Schmitt

 „Hauptsache es passiert nichts mehr in der Innenverteidigung“, hatte Veh gesagt, „auf den anderen Positionen habe ich noch Möglichkeiten.“ Einen Tag später war das Horrorszenario eingetreten. Carlos Zambrano, Abwehrchef der Eintracht und Fixpunkt der Defensive, hatte sich am Mittag vom Training abgemeldet und ist zum Arzt gefahren. „Er ist krank und bekommt Medikamente“, sagte Veh. Ob Zambrano rechtzeitig zum Spiel fit wird, ist mehr als fraglich. Und da mit Marco Russ (Muskelbündelriss im Oberschenkel), Bamba Anderson (Reha nach Knieoperation) und Stefan Reinartz (Patellasehnenentzündung) noch drei weitere Spieler ausfallen, die für den Regel- oder den Notfall in der Innenverteidigung eingeplant waren, haben die Frankfurter eine akute Abwehrnot. Fällt Zambrano tatsächlich aus, dann könnte die Stunde von Youngster David Kinsombi schlagen.

Was durchaus pikant wäre, ist Kinsombi doch vor einem Jahr von Mainz nach Frankfurt gewechselt. In der vergangenen Saison hat er unter dem damaligen Trainer Thomas Schaaf drei Einsätze, in dieser Spielzeit durfte er bislang nur ein paar Sekunden mittun, beim 0:0 vor drei Wochen in Hoffenheim. „Ich hätte keine Probleme damit, ihn aufzustellen“, sagt der Eintracht-Coach. Kinsombi habe beim Training in den letzten Wochen „deutliche Fortschritte“ gemacht. Ob der 19 Jahre alte ehemalige Jugendnationalspieler tatsächlich beginnen wird, soll sich nach dem Abschlusstraining am Freitag entscheiden. Bis dahin hofft der Trainer noch auf die Genesung von Zambrano. „Vielleicht geht es ja so schnell wie bei Stefan Aigner“, sagt Veh. Aigner hatte am Mittwoch mit ähnlichen Krankheitssymptomen im Bett gelegen wie nun Zambrano, konnte am Donnerstag aber wieder mitmachen. Mit Aigner jedenfalls kann der Trainer beim Derby rechnen. Und auch Makoto Hasebe hat Entwarnung gegeben.

„Es ist besser, ich kann spielen“, sagte der Japaner, nachdem er die Trainingseinheit ohne Schmerzen absolvieren konnte. Der Trainer bleibt freilich noch skeptisch. „Er hat ein bisschen was gemacht und es sah ganz gut aus“, sagte Veh, „aber da müssen wir mal abwarten.“ Hasebe plagt sich mit Schmerzen am Schambein. Die Vorbereitung der Eintracht auf das Spiel beim Nachbarn verläuft also alles andere als reibungslos. Die Aufstellung könnte durchaus von den ärztlichen Bulletins abhängen. Umso mehr wird es auf die Einstellung jener Spieler ankommen, die dann tatsächlich auf dem Platz stehen. Da ist es kein Wunder, dass Kapitän Alexander Meier zum Realismus rät. Man dürfe in der derzeit so komplizierten Phase keine „Superspiele“ von der Mannschaft erwarten. „Wir müssen kämpfen, laufen und so unsere Spiele gewinnen“, sagte Meier gegenüber der „Frankfurter Rundschau“, wohl wissend, dass sich die angespannte Personallage bis zur Winterpause kaum verbessern wird.

Galerie: Kuriose Videos aus der Fußballwelt

Zur Rückrunde wollen die Frankfurter den Kader dann „nachrüsten“. Längst geht es nicht mehr nur um den so dringend gesuchten Linksaußen, nun stehen auch ein rechter Verteidiger und ein Mittelfeldspieler auf der Wunschliste. Was davon sportlich wie wirtschaftlich umzusetzen sein wird, ist freilich fraglich. Für Linksaußen gibt es inzwischen drei Kandidaten. Favorit ist wohl der Schalker Sidney Sam, auch über den ehemaligen Schalker Chinedu Obasi denken die sportlich Verantwortlichen nach. Auf der Frankfurter Liste steht auch der polnische Nationalspieler Kamil Grosicki (27), derzeit beim französischen Erstligisten Stade Rennes unter Vertrag. „Er ist einer der Kandidaten“, bestätigte Trainer Veh gegenüber dieser Zeitung. Doch das sind die Probleme der näheren Zukunft. Zuerst muss die Mannschaft die aktuellen Probleme lösen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare