Russ und Zambrano können wohl spielen

Bunte Bänder und Karbonschutz für Eintracht-Stars

Die beiden Frankfurter Sorgenkinder: Marco Russ (links) und Carlos Zambrano.

Frankfurt - Carlos Zambrano und Marco Russ sind angeschlagen, können den HSV aber wohl eingesetzt werden. Ob Trainer Veh beide in der Startelf bringt, ist dagegen noch fraglich. Von Peppi Schmitt

Marco Russ‘ rechtes Knie war bunt beklebt bis hoch zum Oberschenkel. Der Abwehrspieler der Frankfurter Eintracht hat sich beim letzten Spiel gegen den 1.FC Köln eine Innenbanddehnung im Knie zugezogen. Jetzt ist er wieder fit. „Ich habe keine Probleme und kann spielen“, sagte er am Donnerstag nach dem Training. Carlos Zambrano zog das Trikot nach oben und zeigte den Karbonpanzer, der seine angebrochenen Rippen beim Spiel am Samstag beim Hamburger SV schützen soll. „Ich habe noch Schmerzen“, sagte der peruanische Nationalspieler zu den wartenden Medienvertretern, „aber ihr kennt mich doch, ich kann auch mit Schmerzen spielen.“

Die medizinische Abteilung der Eintracht nutzt nicht nur in diesen Tagen alle Hilfsmittel, um dem Trainer die personelle Auswahl so groß wie möglich zu machen. Die bunten Bänder bei Russ, sogenannte Kinesioverbände, sind seit einigen Jahren in der Liga „In“. Sie gehören längst zur Normalität bei professionellen Sportlern. Genau wie der Brustgürtel aus leichtem, aber stabilem Karbon, der Zambrano speziell angepasst wurde und den er nun tragen wird. Dieser Verband soll Stöße abfedern und die Rippen schützen. Der ehemalige Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler hat vor zwei Jahren einige Wochen mit einem solchen Schutz gespielt.

Russ und Zambrano einsatzfähig

Der Eintracht-Tag im Ticker.

Trainer Armin Veh hat also vor der Begegnung mit seinem Ex-Klub keinerlei Personalprobleme. „Ich gehe davon aus, dass sowohl Russ als auch Zambrano einsatzfähig sind“, gab er sich optimistisch. Beide Profis hätten dies im persönlichen Gespräch signalisiert und sich auf dem Platz auch dementsprechend bewegt. Medikamente gegen die Schmerzen seien nicht im Einsatz gewesen. Veh könnte nach diesen guten Nachrichten seine Mannschaft also unverändert gegenüber dem 6:2-Erfolg gegen den 1.FC Köln beginnen lassen. Das ist auch die wahrscheinlichste Variante. Freilich ist es auch möglich, dass er trotz der Entwarnungen bei Russ und Zambrano nicht zwei Spieler in der Abwehrzentrale aufbieten wird, die unter der Woche nicht das volle Trainingsprogramm absolviert haben. Zumal mit David Abraham ein dritter Innenverteidiger zur Verfügung steht, der zum einen hundert Prozent fit ist und zum anderen in den letzten Begegnungen seine Klasse unter Beweis gestellt hat.

Vor Beginn der „englischen Woche“, die der Eintracht zunächst die beiden Auswärtsspiele in Hamburg und auf Schalke, zum Abschluss dann das Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin bringt, hat der Trainer durchaus auch auf Dosierung der Trainingsarbeit geachtet. Und den er hat Tagesrhythmus etwas verändert. „Als Trainer darf man nicht berechenbar sein“, glaubt Veh, „deshalb haben wir es in dieser Woche im Aufbau mal ein bisschen anders gemacht.“ Gleich am ersten Tag der Übungswoche, am Dienstag, wurde zweimal trainiert, durchaus intensiv, mit Zweikämpfen und Abschlüssen.

Am Mittwoch dagegen stand nur Fußballtennis auf dem Programm und der eine oder andere Spieler wie Alexander Meier und Makoto Hasebe durften sogar in der Kabine bleiben. Sie durften sich ganz offiziell schonen, mussten nur ein bisschen Radfahren und ein paar Stabilisationsübungen machen. Am Donnerstag wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert, dabei viel Wert auf taktische Dinge gelegt. Nach der rund 70minütigen Einheit haben einiger Spieler noch die Zeit genutzt, um individuell zu arbeiten, Alex Meier zum Beispiel, auch Luca Waldschmidt. Bei Thomas Schaaf waren diese freiwilligen Sonderminuten in der letzten Saison noch verpönt, Armin Veh hat nichts dagegen. Nach dem Abschlusstraining am Freitagnachmittag geht mit dem Flugzeug an die Elbe.

Eintracht-Zeugnis gegen den 1. FC Köln

Bislang scheint die Trainingssteuerung hinzuhauen. Die Eintracht hat mit Ausnahme von Bamba Anderson und Sonny Kittel, die schon als Folge der letzten Saison im Sommer am Knie operiert werden mussten, und Timothy Chandler, der sich beim Spiel in Stuttgart einen Riss des Außenmeniskus zugezogen hat, keine Verletzten. Der Trainer kann also aus den Vollen schöpfen vor den drei Begegnungen innerhalb von neun Tagen. Ob er diesen Luxus nutzen und rotieren wird? Zumindest fürs Spiel beim HSV ist das eher unwahrscheinlich.

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