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Chinedu Obasi im Winter ein Thema, Takashi Usami nicht

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Von: Peppi Schmitt

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Chinedu Obasi (links) im Training der Eintracht gegen Stefan Aigner. © Hübner

Frankfurt - Am vergangenen Donnerstag wurde Chinedu Obasi nach drei Tagen bei der Eintracht wieder nach Hause geschickt. Das Probetraining war zu Ende, der Spieler „nicht durchgefallen“, wie Trainer Armin Veh betonte. In der Winterpause könnte er wieder zum Thema werden. Von Peppi Schmitt

An diesem Dienstag, beim ersten Training der Woche, stand Obasi wieder auf dem Platz. Die sportlich Verantwortlichen haben die Erkenntnis gewonnen, dass gerade die zweiwöchige Bundesligapause wegen der Länderspiele eine perfekte Gelegenheit bietet, den Spieler weiter zu beobachten. Obasi bleibe durch das Training „im Saft und fit“ und der Verein habe die Gelegenheit „draufzuschauen“, argumentiert der Frankfurter Trainer. „Wenn ich mich irgendwo fithalte, kostet das normalerweise Geld“, witzelte Veh, „hier kriegt er das umsonst, das ist eine Win-Win-Situation.“

Die neuerliche Kontaktaufnahme war von der Eintracht ausgegangen. Er habe einen Anruf erhalten, ob er sich vorstellen könne, weiter mitzutrainieren, berichtete der 29 Jahre alte nigerianische Nationalspieler. Er musste nicht lange überlegen. „Ich bin froh, dass ich hier mitspielen darf“, sagte er am Dienstag und fügte hinzu, „dass ich gerne bleiben würde“. Da hofft einer auf ein neues vertragliches Engagement in der Bundesliga und macht daraus auch kein Hehl. Er habe ein „paar Anfragen“ aus dem Ausland gehabt, sagte er, „aber ich würde gerne lieber weiter in Deutschland bleiben.“

Der Eintracht-Tag im Ticker

Genau 100 Mal hat er in der Bundesliga gespielt, dabei 17 Tore erzielt. Seine beste Zeit hatte 1,88 Meter große Obasi bei der TSG 1899 Hoffenheim zwischen 2007 und 2011. Am 1. Januar 2012 war er dann zunächst auf Leihbasis zum FC Schalke 04 gewechselt, im Juni hatten ihn die Schalker dann für eine Ablösesumme von vier Millionen Euro verpflichtet. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte Obasis lange Leidenszeit schon begonnen. In der letzten Saison hatte er für die „Königsblauen“ sechs Bundesliga- und vier Champions-League-Spiele bestritten, in der Rückrunde wegen einer hartnäckigen Schienbeinverletzung kein einziges mehr.

Diese „Stressreaktion im rechten Schienbein“, auch Ermüdungsbruch genannt, hat ihm schon über Jahre Probleme bereitet und schließlich auch eine Vertragsverlängerung auf Schalke gekostet. Im Sommer ist der Vertrag ausgelaufen war, seitdem ist Obasi vereinslos, arbeitslos. Er habe sich in der Pause den vor vier Jahren in Schienbein eingesetzte Nagel nun entfernen lassen und fühle sich seitdem „endlich wieder wohl“. In den USA hat er sich dann im Urlaub mit der Familie erholt und neue Kraft geschöpft. Im Anschluss hat er in Salzburg ein Reha-und Aufbautraining absolviert. Anscheinend mit Erfolg, denn der Frankfurter Trainer bescheinigt ihm eine „gute körperliche Verfassung“.

Insgesamt aber ist das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Stürmers nicht mehr besonders groß. Es gab kaum Interessenten, auch ein Probetraining beim englischen Premier-League-Club FC Sunderland führte nicht zu einem neuen Vertrag. Nun spielt er also wieder bei der Eintracht vor. „Er macht einen guten Eindruck“, sagt Trainer Veh. „Wenn die Eintracht mich haben will, wäre ich sehr glücklich“, sagt der Spieler.

In Frankfurt könnte Obasi tatsächlich eine Chance haben, unterzukommen. Nicht gleich in den nächsten Wochen, aber womöglich im Winter. Denn die Eintracht sucht dringend einen Spieler für die linke Außenbahn. „Wir überlegen, aber wir lassen uns auf jeden Fall Zeit bis zum Winter“, sagt Veh. Genauer gesagt bis in die Winterpause. Beim Trainingslager in Abu Dhabi Anfang Januar soll dann ein Neuer für den Flügel dabei sein. Das könnte Obasi sein, im Gespräch ist aber auch nach wie vor ein weiterer „Schalker“. Der deutsche Nationalspieler Sidney Sam, den die Eintracht schon vor der Saison unter Vertrag nehmen wollte, wegen diverser Verletzungen und Krankheiten dann aber doch Abstand genommen hatte, steht weiter im Fokus. Berichte, die Frankfurter seien auch am ehemaligen Hoffenheimer Takashi Usami (aktuell Gamba Osaka in Japan) dran sein, wurden dementiert. „Das ist kein Thema“, sagte Manager Bruno Hübner.

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