Nachfolger für Niko Kovac gefunden

Ex-Frankfurter Spycher: „Adi Hütter ist ein überragender Trainer“

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Der ehemalige Eintracht-Spieler Christoph Spycher hält den neuen Frankfurter Trainer Adi Hütter für einen "überragenden Trainer".

Frankfurt - Der neue Trainer von Eintracht Frankfurt steht fest: Adolf, genannt Adi, Hütter wird ab der neuen Saison Nachfolger von Niko Kovac. Hütter steht noch ein weiteres Jahr bei Young Boys Bern unter Vertrag, wird also eine Ablösesumme kosten. Von Peppi Schmitt

In dieser Saison hat der 48 Jahre alte Österreicher die Berner völlig überraschend vor Serienmeister FC Basel mit klarem Vorsprung zur Schweizer Meisterschaft geführt. Am 27. Mai kann Hütter mit den Young Boys im Finale gegen den FC Zürich auch noch den Pokal und damit das Double gewinnen. Mit der Verpflichtung Hütters ist den Frankfurtern um Sportvorstand Fredi Bobic ein echter Coup gelungen. All die Namen, die seit Wochen in der Öffentlichkeit gehandelt wurden, haben sich als Gerüchte ohne wirkliche Substanz herausgestellt. Kein Slaven Bilic, kein David Wagner, kein Ralph Hasenhüttl, auch kein Roger Schmidt - die Eintracht hatte sich wohl schon vor einiger Zeit für Hütter entschieden, doch nach einer Absprache mit dem Trainer und seinem aktuellen Arbeitgeber penibel an Vereinbarungen gehalten. Ganz anders also als der FC Bayern München mit Niko Kovac verfahren war.

In vielen Medien der Schweiz und Deutschland war seit Mittwochvormittag übereinstimmend der neue Trainer vermeldet worden. Am frühen Abend bestätigte dann auch Eintracht Frankfurt die Meldungen. Zwischen Hütter und seinem Vorgänger Niko Kovac gibt es durchaus ein paar Ähnlichkeiten: Auch der österreichische Nationalspieler (14 Länderspiele) hatte zuletzt keine klaren Stellungnahmen mehr zu seinem Verbleib in Bern abgegeben. Fragen zu seiner Zukunft hatte er ausweichend beantwortet.

Auch die Laufbahn als Trainer weist Parallelen auf. Wie Kovac hat auch der neue Eintracht-Trainer einst die Junioren bei RB Salzburg trainiert. Nach den Erfahrungen im Jugendbereich hat er nacheinander den SCR Altach (2009 bis 2012) und den SV Grödig (2012 bis 2104) betreut. In der Saison 2015/16 wurde er bei RB Salzburg Nachfolger von Roger Schmidt, der damals ein Kandidat bei der Eintracht auf die Nachfolge von Thomas Schaaf war, sich dann aber kurzfristig für Bayer Leverkusen entschieden hatte.

Bilder: Die Eintracht-Trainer der letzten 25 Jahre

Hütter gewann mit den Salzburgern auf Anhieb das Double, hat sich danach aber verabschiedet, weil die Österreicher ihre besten Spieler abgegeben haben. „Ich sehe mich nicht als Ausbildungstrainer“, hat er damals gesagt. Mehr als drei Jahre hat Hütter nie bei einem Verein gearbeitet. In Bern wurde er zweimal Vizemeister bevor nun der große Wurf gelungen ist. „Wir haben einen überragenden Trainer“, hat vor ein paar Wochen der ehemalige Eintracht-Kapitän Christoph Spycher über Hütter gesagt. Spycher ist der Manager in Bern, dem die Erfolge wie Hütter zugeschrieben werden.

Der neue Eintracht-Coach gilt als Verfechter eines bedingungslosen Offensivfußballs. Die Young Boys haben in der Schweizer Liga die mit Abstand meisten Tore (82) erzielt. „Die Leute hier wollen kein Team sehen, das sich hinten einigelt, auf Konter spielt und hofft, dass aus einer Standardsituation ein Tor fallen könnte“, hat er seine Spielweise in Bern beschrieben. In Frankfurt werden sie das gerne hören. Freilich: In der Bundesliga wird diese Spielphilosophie viel schwerer umzusetzen sein als mit den Spitzenmannschaften in Österreich oder der Schweiz.

Kult-Trainer! Echte Typen am Spielfeldrand

Durchaus passend auf die Eintracht ist auch Hütters offensichtliche Qualität, die Zusammenarbeit von Spieler aus vielen Nationen erfolgreich zu moderieren. Wie die Eintracht in Deutschland gilt Young Boys in der Schweiz als eine „Multi-Kulti-Truppe“. Bei den Bernern stehen Profis aus elf unterschiedlichen Nationen unter Vertrag. „Hier kommen viele Kulturen zusammen“, hat Hütter vor einigen Wochen in einem Interview gesagt, „diese vielen verschiedenen Charaktere unter einen Hut zu bringen, das war eine Herausforderung und hat mich reifen lassen.“ Da wird er sich bei der Eintracht sicher wohlfühlen. Sein Motto der Mannschaftsführung: „Du musst hart und gerecht sein, dann vertrauen dir auch die Spieler, gehen den Weg mit dir.“

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