Hradecky, Rebic und Blum zurück

Kovac: „Darmstadt nicht am 1:6 messen“

Frankfurt - Vorstand, Aufsichtsrat und Präsidium schwelgten bei der Mitgliederversammlung des Vereins Eintracht Frankfurt in Vorfreude auf eine mögliche internationale Renaissance des Clubs. Es herrschte eine Eintracht bei der Eintracht wie selten zuvor. Von Peppi Schmitt

„Als Tabellendritter habe ich hier noch nie eine Rede gehalten“, sagte Präsident Peter Fischer und es war immerhin schon seine 17. als Chef des Vereins. Die pure Freude über die starken Leistungen der Profis platzte quasi aus jedem Knopfloch aller Eintrachtler. „Lass es uns einfach genießen“, rief auch Vorstand Axel Hellmann der Versammlung zu.

Es gab aber auch Warnungen genug im Laufe des langen Montagabends, dass niemand nachlassen dürfe in den Bemühungen, die Eintracht nach vorne zu bringen und das der aktuelle Tabellenstand sicher nur eine sogenannte „Momentaufnahme“ sei. „Wir haben alle eine Passion und das sind die nächsten drei Punkte im nächsten Spiel“, erklärte Sportvorstand Fredi Bobic bei seiner Vorstellungsrede seine Herangehensweise. Nicht nur deshalb hat das Derby gegen Darmstadt am Sonntag einen hohen Stellenwert bei allen Frankfurtern. Rund 48.000 Eintrittskarten sind „erst“ verkauft, vor allem vom Darmstädter Kontingent sind viele zurückgekommen. „Wir wollen eine volle Hütte“, sagt Hellmann und heizte die Partie sportlich noch ein bisschen an. „Wir haben noch zwei Rechnungen offen, vom letzten Heimspiel und vom Hinspiel“, sagte er.

In der vergangenen Saison war die Eintracht zu Hause den „Lilien“ mit 0:1 unterlegen, im Hinspiel im letzten Sommer ebenfalls. Daran erinnerte sich auch Sportchef Bobic nur mit Grausen. „Ich hoffe, dass wir diesmal keine Flanke zulassen“, sagte er mit spitzer Zunge. Die Darmstädter hatten in diesem letzten Derby keine einzige Torchance, waren nur durch eine verunglückte Flanke von Sandro Sirigu zum mehr als glücklichen Sieg gekommen.

Bilder: Eintracht gewinnt Hessenderby

Der Trainer hat derweil mit der Mannschaft die Vorbereitung aufs Spiel aufgenommen. Und gleich mal vorm Gegner gewarnt. „Das 1:6 gegen Köln wollen und werden wir nicht überbewerten“, sagte Trainer Niko Kovac, „die Darmstädter werden hier ganz anders auftreten.“ Das gilt in doppelten Sinne, denn die „Lilien“ haben ja am letzten Tag der winterlichen Transferperiode nochmal kräftig aufgerüstet. Damit müsse sich die Eintracht beschäftigen. Vor allem aber mit sich selbst. „Wir werden 50.000 Zuschauer im Stadion haben“, sagte Kovac, „denen wollen wir gleich zeigen, dass wir gewinnen wollen.“

Mit Lukas Hradecky, Ante Rebic und Danny Blum kehren drei Spieler nach Sperren und Verletzungen zurück. Dagegen spielen die angeschlagenen Szabolcs Huszti, Marco Fabián und Guillermo Varela weiter keine Rolle. Mit Boubacar Traore aus Mali war beim Training am Dienstag außerdem auch ein Gastspieler auf dem Rasen. Der 18 Jahre alte Mittelstürmer hat zuletzt beim FC Dreams in Ghana gespielt. Eintrachts Chefscout Ben Manga war der junge Angreifer bei einem Turnier aufgefallen, nun wollte die Eintracht mal genau hinschauen. „Er bleibt noch zwei, drei Tage hier", sagte Trainer Niko Kovac, „aber wir werden ihn jetzt nicht verpflichten

Bilder: Eintracht verliert in Darmstadt

Rubriklistenbild: © dpa

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