Zweite Runde im DFB-Pokal

Eintracht reist mit schlechten Erinnerungen nach Aue

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Die Eintracht verbindet schlechte Erinnerungen an Aue. 2012 verloren die Hessen im DFB-Pokal mit 0:3 beim damaligen Zweitligisten. Bei der Eintracht ist von dieser Mannschaft aber nur noch Alex Meier übrig. Torwart Oka Nikolov (links) und Abwehrmann Vadim Demidow (rechts) sind nicht mehr dabei. 

Frankfurt - Wenn die Frankfurter Eintracht am Dienstagabend (19 Uhr) beim FC Erzgebirge Aue zum Pokalspiel antritt, tut sie dies mit durchaus gemischten Gefühlen. Von Peppi Schmitt

„Dort haben wir was gut zu machen“, erinnert sich Bastian Oczipka an den letzten Pokalauftritt im Erzgebirge. Am 12. August 2012 waren die Frankfurter als frischgebackener Bundesliga-Aufsteiger angereist und hatten gleich mit 0:3 verloren. Von der ersten Minute an war bei brütender Hitze alles schiefgelaufen. So hatte der neue Torwart Kevin Trapp nach einer Notbremse die rote Karte gesehen. Trainer Armin Veh, damals wie heute verantwortlich, will das damalige Spiel nicht mehr thematisieren. „Bei den Auern ist nur noch der Torwart übrig, es wird also etwas völlig anderes“, glaubt er. Bei der Eintracht allerdings sind mit Bastian Oczipka, Stefan Aigner und Alexander Meier noch drei Spieler dabei. 2012 hatte nur eine Liga zwischen den beiden Clubs gelegen, jetzt sind es zwei.

Die Erzgebirgler spielen in der dritten Liga, haben gerade ein böse 0:4-Klatsche beim Tabellenletzten Werder Bremen II hinnehmen müssen. Die Eintracht dagegen konnte sich mit einem 2:1-Sieg in Hannover ein wenig verloren gegangenes Selbstvertrauen zurückholen. „Wir wollen unser Spiel durchbringen, das ist unser Anspruch“, fordert der Frankfurter Trainer, „wir wollen unbedingt weiterkommen.“ Gerade deshalb ist das Bundesligaspiel am Freitag gegen den FC Bayern München „überhaupt noch kein Thema“. Spieler schonen kommt für Veh nicht in Frage. Ebenso wenig die Aufstellung eines Dauerreservisten wie beispielsweise Vaclav Kadlec. Es wäre „kein gutes Zeichen“ an die Mannschaft, jetzt Spieler zu bringen, die zuletzt nicht einmal im Kader gestanden haben, stellt der Frankfurter Trainer klar. „Es wäre ein Zeichen, dass ich das Spiel nicht so ernst nehme und das geht gar nicht“. Zudem habe sich Kadlec für einen Einsatz auch nicht wirklich aufgedrängt.

Er habe beim Training eben nicht so viel Gas gegeben wie beispielsweise Slobodan Medojevic. „Ich kann verlangen, dass ein Profi alles gibt, auch wenn er nur die Nr. 16 oder die Nr. 18 ist“, sagt Veh. Bei Kadlec sieht er dieses Bemühen offensichtlich nicht. Und deshalb gebe es keinen Grund für eine Belohnung mit einem Einsatz. Das Personal wird also kaum verändert gegenüber dem Erfolg von Hannover, einzig Aleksandar Ignjovski kehrt ins Aufgebot zurück. Fürs Spiel in Hannover war er ja gesperrt.

Der Eintracht-Tag im Ticker

Auch das System soll gleich bleiben. „Aber die Ausrichtung wird anders sein“, kündigt der Eintracht-Coach an. Soll heißen: Die Frankfurter werden zwar weiter im 4-2-3-1-System auftreten, dieses aber deutlich offensiver interpretieren als in Hannover. Eine defensive Ausrichtung wie am letzten Samstag „verbiete sich“ im Erzgebirge. „Wir können uns dort nicht so weit zurückziehen wie zuletzt“, sagt Veh, „wir müssen wesentlich mehr agieren“. Personelle Fragen für die Anfangself ließ er offen. So könnte auf der linken offensiven Seite anstelle von Oczipka möglicherweise Luca Waldschmidt oder Luc Castaignos zum Einsatz kommen. Die „neue Linke“ von Hannover mit Constant Djakpa und Oczipka habe ihm „nur in Ansätzen“ gefallen. „Wir müssen dort torgefährlicher werden“, sagt er. Auch die Besetzung im zentralen Mittelfeld ist noch offen. Stefan Reinartz, der bislang immer begonnen hat? Oder Slobodan Medojevic, der nach seiner Einwechslung in Hannover so gut gespielt hat? Medojevics Beförderung vom Reservisten in die Stammelf sei „denkbar“, sagt der Frankfurter Trainer noch vorsichtig.

Eintracht-Zeugnis gegen Hannover 96

Ziemlich sicher ist dagegen, dass die Eintracht auch in Aue wieder in den ungewohnten neuen gelben Trikots spielen wird. Dies sei nicht nur „Aberglaube“, sondern vor allem auch Psychologie. „Man zieht halt lieber etwas an, in dem man sich wohl fühlt“, sagt Veh. Dass die Trikots Teilen der Fans nicht wirklich gefallen, das sei ihm ziemlich schnuppe. „Sollen wir darüber in den sozialen Netzwerken abstimmen lassen?“, fragte Veh in der offiziellen Pressekonferenz spitz. Er befürworte eine Umbenennung in „unsoziale Netzwerke“. „Unter sozial verstehe ich ganz allgemein, dass man anderen Menschen hilft, dass man sie auffängt“, sagt er, „aber in diesen nur so genannten sozialen Netzwerken wird alles und jeder nur niedergemacht.“ Eine ziemlich zutreffende Einschätzung.

Eintracht: Hradecky – Hasebe, Russ, Zambrano, Djakpa – Medojevic, Stendera – Aigner, Meier, Oczipka (Castaignos) – Seferovic

Bank: Lindner – Ignjosvki, Reinartz, Flum, Waldschmidt, Gerezgiher, Castaignos

Bilder: Eintracht gewinnt in Hannover

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