Absturz auf Platz acht möglich

Eintracht Frankfurt droht eine Saison ohne Europa

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Verkehrte Fußballwelt. Jubel beim Mainzer Jean-Philippe Mateta, Enttäuschung bei Danny da Costa (Eintracht Frankfurt).

Europa war so nah für die Frankfurter Eintracht nach den Ergebnissen der Konkurrenz. Und nach der 0:2-Niederlage gegen Mainz 05 ist Europa so fern.

Frankfurt – Die Champions League hat die Eintracht ziemlich sicher verloren und nun droht auch der Fall auf Platz 8, der Sturz aus den Rängen, die für die Europa League berechtigen.

Eine Niederlage in München am letzten Spieltag, Siege von Wolfsburg (gegen Augsburg) und Hoffenheim (in Mainz) und es ist passiert. Bei den Spielern herrschte tiefe Depression, die Fans, die sich mit dem Zünden von Rauchtöpfen wieder einmal von ihren unangenehmen Seite gezeigt hatten, überspielten ihren Frust, in dem sie die Mannschaft nach dem letzten Heimspiel für die gute Saison feierten. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die Eintracht im eigenen Stadion gegen Augsburg, Hertha und Mainz die größte Chance seit vielen Jahren verspielt hat und in den letzten fünf Bundesligaspielen von möglichen 15 Punkten nur noch zwei geholt hat.

Adi Hütter: Haben "sehr, sehr große Chance liegen lassen" 

„Wir haben leider eine sehr, sehr große Chance liegen lassen“, sagte Trainer Adi Hütter, „aber wir sind selbst schuld, wenn man drei Heimspiele nicht gewinnt.“ Aufgeben wollen die Frankfurter trotz der Rückschläge freilich nicht. Fast schon trotzig blickte der Coach auf das Saisonfinale. Das Spiel bei den Bayern sei nun ein „Showdown“.

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„Wir brauchen einen Punkt und werden versuchen, mutig nach von zu spielen“, sagte er, „wir haben ja auch zweimal gegen Chelsea Unentschieden gespielt.“ Viel freilich spricht nicht mehr für die Eintracht. Die kräfteraubende Spielweise fordert nun ihren Tribut, die Mannschaft ist nicht mehr in der Lage, spielerische Lösungen zu finden.

Mainzer Anthony Ujah macht alle Hoffnungen zunichte

Es war der Mainzer Anthony Ujah, der alle Hoffnungen innerhalb von vier Minuten zunichte machte. Er traf in der 53. und in der 57. Minute – die Eintracht war geschlagen. Danach gab es kein Aufbäumen mehr, wahrscheinlich konnte es kein Aufbäumen mehr geben. Die Kraft dafür hatte die Eintracht am Donnerstagabend in London gelassen.

Es war ein Bild nach dem Abpfiff, das die ganze Tragik dieser Mannschaft deutlich machte. Torwart Kevin Trapp hatte sich an den Pfosten gesetzt, entsetzt, enttäuscht, völlig leer. Einer der Fans hatte die Bande überwunden, kniete neben Trapp und tröstete ihn. Kurz darauf empfingen die Fans die Mannschaft mit dem Sprechchor: „Wir sind stolz auf unser Team.“

Eintracht Frankfurt findet die Lücke nicht

Wie Trapp waren viele andere Spieler auf den Boden gesunken, hatten alle Viere von sich gestreckt. Sie waren mit den Kräften am Ende, ausgelaugt, ausgezehrt, auch leer in den Köpfen. Zur Niederlage beigetragen hatte sicher auch ein wenig die Spielweise, die der aus der gesamten Saison geähnelt hatte. Die Eintracht hatte den Weg nach vorne gesucht, aber die Lücken nicht gefunden. Es wäre sicher nicht falsch gewesen, ein wenig Tempo rauszunehmen mit dem Rückblick auf das Europacup-Spiel gegen Chelsea.

Doch entgegen seiner Ankündigung hatte Adi Hütter nicht rotiert. Gelson Fernandes kam für den verletzten Sebastian Rode ins Team, alle anderen Positionen blieben gegenüber dem Europacup-Auftritt von London unverändert. Auch bei der Taktik blieb der Eintracht-Coach konsequent. Trotz der Anstrengungen vom Donnerstag wagte er den offenen Schlagabtausch, ließ keineswegs kräftesparend spielen. Vorne warteten Rebic und Jovic auf lange Bälle und die kamen auch. Freilich zu oft und als einziges Stilmittel.

Der Mainzer Plan, so lange geduldig zu warten, bis den Frankfurtern die Kräfte ausgehen, ging dann voll auf. In der 53. Minute konnte Abraham Mateta nicht stoppen, dessen Vorarbeit nutzte Ujah zum 0:1. Und ehe die Eintracht sich wieder organisiert hatte, stand es schon 0:2. Zwei Schläge, die Eintracht war K.o..

Noten Eintracht gegen Mainz

Kevin Trapp (3,0), David Abraham (4,5), Martin Hinteregger (4,0), Simon Falette (4,0), Danny da Costa (4,0), Makoto Hasebe (3,0), Gelson Fernandes (4,0), Mijat Gacinovic (3,0), Filip Kostic (3,0), Ante Rebic (3,5), Luka Jovic (4,5), Sébastien Haller (-), Johnny de Guzman (-)

VON PEPPI SCHMITT

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