Schock nach Kittel-Verletzung

Seit vier Spielen torlos: Eintracht trifft nicht mehr

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Viktor Skripnik (rechts) schlägt mit Werder Bremen seinen alten Lehrmeister Thomas Schaaf.

Bremen/Frankfurt - Trainer Schaaf wurde bei seiner Rückkehr ins Weserstadion gefeiert, Geschenke von alten Freunden gab es aber keine. Mit Frankfurt verlor der langjährige Bremer mit 0:1 an alter Wirkungsstätte. Von Europa träumt die Eintracht schon lange nicht mehr.

Den Abstecher in die Vergangenheit bewältigte Thomas Schaaf nicht ganz so cool wie geplant. "Ja, es war etwas außergewöhnlich und ich habe einen warmen Empfang bekommen", sagte der langjährige Bremer Chefcoach mit einem kleinen Lächeln nach seiner Rückkehr mit Eintracht Frankfurt in sein "Wohnzimmer" Weserstadion. Die 42.100 Besucher im ausverkauften Stadion jubelten dem sichtlich bewegten 54-Jährigen zu, er nahm Schüler und Kontrahent Viktor Skripnik herzlich in den Arm - mehr Grund zur Freude hatte Schaaf beim ernüchternden 0:1 (0:0) gegen Werder aber nicht. Nach Spielschluss musste er sich erst einmal sammeln.

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Einige gute Ansätze, aber wenig Torgefahr - auf diesen Nenner ist das Leistungsvermögen der Hessen ohne den am Knie operierten Alex Meier zu bringen. Dann kam am späten Abend auch noch die Bestätigung der schlimmen Verletzung von Sonny Kittel hinzu: Der 22-Jährige fällt mindestens ein halbes Jahr mit einem Kreuzbandriss im linken Knie aus. "Wir sind zutiefst erschrocken", sagte Schaaf. "Es tut uns unendlich leid, dass Sonny nach all den Rückschlägen in seiner noch jungen Karriere schon wieder eine schwere Knieverletzung erlitten hat." Der Mittelfeldspieler laborierte mehrfach in seiner Karriere an Blessuren im Knie und kam diese Saison nur zu acht Liga-Einsätzen.

Nach dem Abrutschen ins Niemandsland der Tabelle musste sich Schaaf Fragen gefallen lassen, was er seit der Übernahme zu Saisonbeginn erreicht habe. Blickt man auf die nackten Zahlen, kommt man zum Schluss: Nicht viel. Mit 36 Punkten sind die Hessen drei Spieltage vor Saisonende Zwölfter und müssen sogar noch einmal nach unten schielen. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur noch sechs Zähler. In den letzten drei Spielen treffen die Frankfurter noch auf Hoffenheim, Berlin und Leverkusen. Ein Sieg wäre notwendig, um endgültig alle Abstiegssorgen vergessen zu können. Vier Spiele hat die Eintracht nun allerdings schon nicht mehr getroffen, zehnmal nacheinander gelang kein Sieg in der Fremde. Ohne Meier und den mit Beckenproblemen ausgefallenen Stefan Aigner fehlte es den Hessen einmal mehr an der nötigen Durchschlagskraft.

Eintracht verliert in Bremen

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SV Werder Bremen - Eintracht Frankfurt: Thomas Schaaf verliert bei Rückkehr
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"Wir haben uns eine Reihe von Chancen herausgespielt, aber es hat nicht gereicht. In den entscheidenden Situationen konnten wir keinen Stich setzen", resümierte Schaaf. "Uns fehlt einfach die Wucht in der Offensive", stellte Marco Russ fest. Der Defensivspieler feierte nach seiner Knieoperation ein ordentliches Comeback, konnte sich darüber aber nicht so recht freuen. "Nach dem Wechsel haben wir geradezu um den Rückstand gebettelt", kritisierte Russ. Werder-Stürmer Davie Selke schickte die Eintracht mit seinem Treffer in der 66. Minute ins Stimmungstief. "Das war kein gutes Spiel von uns", räumte Linksverteidiger Bastian Oczipka zerknirscht ein. "Irgendwie war alles sehr unglücklich."

Schaaf glaubt dennoch weiter an die Mannschaft, auch wenn sich das Thema Europa League endgültig erledigt hat. "Natürlich ärgern wir uns. Dieses Ärgern wird uns weiterhelfen", meinte der Eintracht-Coach. Er selbst verabschiedete sich mit gemischten Gefühlen aus seiner alten Heimat: "Ich bin über die Niederlage natürlich enttäuscht, aber der warme Empfang hat mich gefreut." (dpa)

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