Erstes Europapokal-Heimspiel seit 2006

Frankfurt ist wieder international

Kopfballtor im Sitzen. Mit diesem kuriosen Treffer gegen Dynamo Bukarest ebnete Bernd Hölzenbein (rechts) den Weg zum größten Erfolg der Frankfurter Eintracht: UEFA-Pokal-Sieger 1980.   J Foto: Imago
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Kopfballtor im Sitzen. Mit diesem kuriosen Treffer gegen Dynamo Bukarest ebnete Bernd Hölzenbein (rechts) den Weg zum größten Erfolg der Frankfurter Eintracht: UEFA-Pokal-Sieger 1980.

Frankfurt - Erstmals seit sechs Jahren und neun Monaten steht für die Frankfurter Eintracht morgen Abend gegen den FC Quarabag Agdam wieder ein internationales Pflichtspiel in der heimischen Arena an. Es wird das 59. Europapokalspiel der Frankfurter. Von Holger Appel

Als die Frankfurter letztmals auf Europas Bühne kickten, hieß der Wettbewerb noch UEFA-Cup. Das Ticket für Europa hatte die von Friedhelm Funkel trainierte Eintracht über den DFB-Pokal gelöst. Sie hatte zwar das Finale 2006 gegen den FC Bayern mit 0:1 verloren, da die Münchner aber als Deutscher Meister in die Champions League einzogen, waren die Frankfurter nach elf Jahren Pause wieder international dabei.

In der Qualifikation 2006/07 hatten sich die Frankfurter gegen Bröndby IF aus Dänemark durchgesetzt. Beim 4:0 gelang dem ehemaligen Jügesheimer Michael Thurk ein Hattrick, zweimal traf er vom Elfmeterpunkt. Benny Köhler, heute Union Berlin, stockte zum 4:0 auf.

„Das Spiel war sensationell, die Stimmung im Stadion bombastisch. Drei Tore in einer Partie macht man selbst als Stürmer nicht alle Tage, dazu noch für den Klub aus der Heimatstadt und dann noch auf internationaler Ebene - das war eines der schönsten Spiele meiner Karriere“, erinnert sich der 37 Jahre alte Michael Thurk, der heute in der 3. Liga für den 1. FC Heidenheim spielt, an den Qualifikationssieg am 14. September 2006 zurück.

Michael Thurk.

Im letzten Heimspiel der Gruppenphase kamen sie am 30. November 2006 nicht über ein 0:0 gegen Newcastle United hinaus, belegten in der Gruppe H mit nur drei Punkten aus vier Spielen den letzten Platz und schieden aus. Auswärts gelang ihnen ein 1:1 in Vigo und ein 2:2 bei Fenerbahce Istanbul. Das erste Heimspiel in der Gruppenphase hatten sie am 19. Oktober 2006 gegen den italienischen Vertreter US Palermo mit 1:2 verloren. Der letzte Torschütze in einem internationalen Pflichtspiel vor heimischer Kulisse war Albert Streit, in den vergangenen Tagen beim Regionalligisten Viktoria Köln aussortiert. Damals in der Startelf der Eintracht: Alexander Meier, beim Hinspiel am vergangenen Donnerstag in Baku Doppel-Torschütze zum 2:0.

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Eintracht-Zeugnis gegen Braunschweig

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Der größte Erfolg im europäischen Fußball liegt für die Eintracht jetzt bereits mehr als 33 Jahre zurück. Am 21. Mai 1980 gewann sie unter Trainer Friedel Rausch den UEFA-Pokal. Im deutschen Finale verloren die Frankfurter das Hinspiel in Mönchengladbach mit 2:3, wobei Lothar Matthäus mit einem rüden Foul die Karriere von Eintracht-Idol Jürgen Grabowski beendete. Im Rückspiel am 21. Mai 1980 im Waldstadion gewannen die Frankfurter nach einem Treffer des eingewechselten Fred Schaub mit 1:0 - das reichte wegen der so genannten Auswärtstorregel zum Triumph, dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

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Sechs Monate zuvor hatte die Eintracht das wohl kurioseste Tor im internationalen Fußball erzielt, am 7. November 1979 im Waldstadion gegen Dynamo Bukarest: Nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel führt die Eintracht in Frankfurt in der 90. Minute 1:0, benötigt unbedingt noch ein zweites Tor. Letzter Angriff. Bernd Hölzenbein rutscht im Bukarester Strafraum aus, sitzt frustriert auf dem nassen Rasen. Dem Gästetorwart aber flutscht der Ball aus den Armen, fällt Hölzenbein auf den Kopf - 2:0. In der Verlängerung setzt sich die Eintracht gegen die frustrierten Rumänen 3:0 durch.

Auf solche Zufallstreffer müssen die Frankfurter am Donnerstag angesichts des Hinspielergebnisses in Baku wohl kaum hoffen. „Nach dem ersten Bundesligasieg in Braunschweig kommt jetzt sicher Ruhe rein bei der Eintracht. Sie hat eine gute Mannschaft, wird ohne Probleme in die Gruppenphase einziehen und dort eine gute Rolle spielen. Die Qualität ist vorhanden. Auch in der Bundesliga traue ich der Eintracht die erneute Qualifikation für Europa zu“, sagt Thurk.

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