Mehrere Spieler patzen

Fatale Fehlerkette vor dem Gegentor

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Selten hat die Entstehung eines Tores ein Spiel so treffend zusammengefasst wie dieses 1:0 für den VfB Stuttgart gegen die Frankfurter Eintracht. Hier die nachsetzenden, kämpferischen Schwaben, da die zögerlichen, unentschlossenen Frankfurter.

Stuttgart - Selten hat die Entstehung eines Tores ein Spiel so treffend zusammengefasst wie dieses 1:0 für den VfB Stuttgart gegen die Frankfurter Eintracht. Hier die nachsetzenden, kämpferischen Schwaben, da die zögerlichen, unentschlossenen Frankfurter. Von Peppi Schmitt

"Wir haben alles dafür getan, dass dieses Tor fällt", schüttelte Sportvorstand Fredi Bobic später den Kopf, "das war eine sensationelle Fehlerkette." Begonnen hatte dies bei Simon Falette. Der Verteidiger, eigentlich bekannt für schnörkelloses Spiel und dem Leichtsinn unverdächtig, verpasste kurz hinter der Mittellinie in der Stuttgarter Hälfte das Abspiel nach vorne, ging direkt an der Seitenaußenlinie in ein Dribbling. VfB-Stürmer Mario Gomez grätschte dazwischen, holte sich den Ball, spielt ihn lang nach vorne.

David Abraham, Frankfurts Abwehrchef, war klar vor Daniel Ginczek am Ball. Der Argentinier hätte den Ball einfach ins Aus spielen können. Doch er versuchte den Ball im Sprung, irgendwie sogar mit der Hacke elegant zu klären. Das ging gründlich schief. Bei Abraham griff auch eine alte Fußball-Weisheit: Spieler, die nach langen Verletzungspausen kommen, feiern häufig einen tollen Einstand, wie Abraham gegen Leipzig, fallen danach aber in ein Loch, diesmal in Stuttgart.

Ginczek lief Richtung Torauslinie, wurde vom herausstürzenden Torwart Lukas Hradecky zur Seite gedrängt. Doch der Finne hatte zuvor eine Sekunde gezögert, war ganz kurz stehen geblieben. So kam er letztlich nicht zum Ball, hatte ganz offenbar Angst davor, einen Elfmeter zu verursachen. Ginczek spielte den Ball aus ganz spitzem Winkel noch vors Tor.

Bilder: Eintracht unterliegt in Stuttgart

Marco Russ hätte auf der Linie retten können. Doch anstatt mit links zu klären, versuchte er es mit rechts. Er lenkte den Ball an den Pfosten, der dann die Linie entlang nach innen rollte. Erik Thommy hatte keine Mühe, den Ball ins Tor zu schießen. Fredi Bobic fasste es so zusammen: "Simon muss nicht ins Dribbling gehen, David hat den Ball schon sicher, Lukas legt einen Stopp ein, Russ hätte es nicht mit rechts, sondern mit links machen können und die anderen sind nicht mitgelaufen." Was für ein ärgerliches Gegentor.

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