Eintracht beim 0:0 gegen Augsburg dominant

„Bergstiefel statt Ballettschühchen“

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Gesprächsbedarf nach dem 0:0 in Augsburg. Stürmer Alexander Meier (links) und der starke Zugang Marco Fabian.

Augsburg - Sie waren hin- und hergerissen bei der Frankfurter Eintracht nach dem torlosen Unentschieden beim FC Augsburg. Klar, der Punkt hilft weiter im Abstiegskampf und die Leistung hat auch durchaus optimistisch gestimmt. Und doch war dieser eine Punkt eigentlich zu wenig. Von Peppi Schmitt

„Wir sollten nicht größenwahnsinnig werden und mit dem Unentschieden zufrieden sein“, riet Kapitän Alexander Meier in der ihm eignen sachlichen Art. „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“, sagte Angreifer Stefan Aigner. „Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir gewinnen müssen“, sagte Armin Veh. Vorwürfe machen wollte der Trainer seiner Mannschaft nicht. Denn die Frankfurter hatten ja vieles richtig gemacht, waren in Grund nur am Augsburger Torwart gescheitert. „In der zweiten Halbzeit war es doch Frankfurt gegen Hitz“, sagte Marco Russ mit Blick auf drei sogenannte „Hundertprozentige“ von Meier (60.), Aigner (70.) und Szabolcs Huszti (82.), die der Schweizer Nationalspieler vereitelt hatte. „Der Torwart war einfach sehr, sehr gut, das muss man auch mal respektieren“, sagte Aigner.

Und so freundeten sich die Frankfurter so nach und nach mit dem Remis an, was mit Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz umso leichter fiel. Mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen haben sich die Hessen ein kleines Polster auf die direkten Abstiegsplätze verschafft. Der Trainer wollte nicht nur auf die Punkte, Tore und Plätze schauern, sondern versuchte auch das Große und Ganze im Blick zu behalten. Die „Art und Weise“ des Spiels habe ihm sehr gefallen, sagte Veh, „in der zweiten Halbzeit sind wir sehr dominant aufgetreten und haben uns auch wieder Torchancen herausgespielt.“ Ganz genauso sah es Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Er hatte eine „klare Leistungssteigerung“ gegenüber dem Wolfsburg-Spiel erkannt.

Eintracht-Zeugnis gegen den FC Augsburg

Vieles hatte funktioniert bei der Eintracht, die nach dem Wechsel ihrem Gegner nicht nur spielerisch überlegen war, sondern auch kämpferisch gleichwertig. Das war den Frankfurtern in den letzten Jahren bei den Gastspielen gegen die knorrigen Augsburger meistens abgegangen. „Wir haben Aggressivität gezeigt, Zweikampfhärte und Wille“, sagte Vorstand Axel Hellmann, „das war wichtig, sonst sieht man hier kein Land.“ Statt Ballettschühchen wie in den vergangenen Jahren habe man diesmal die „Bergstiefel“ angezogen.

Bilder: Eintracht mit Unentschieden in Augsburg

Beispielgebend dafür war Carlos Zambrano, der irgendwann genug hatte von den in jeder Beziehung gefährlichen Einlagen des Augsburger Sturmführers Raul Bobadilla, der bei jeder Aktion selbst foulte, gefoult wurde oder irgendwelche Theater-Nummern aufführte. In der zweiten Halbzeit zahlte der peruanische Abwehrchef der Eintracht gegen den argentinischen Angriffsführer des FCA mit gleicher Münze zurück. Das war ein wichtiges Zeichen im Abstiegskampf, von dem sich ausnahmslos alle Spieler anstecken ließen. Oft habe er in der Vorrunde lesen müssen, die Mannschaft habe „blutleer“ gespielt, formulierte Hellmann, „diesmal war es blutvoll.“

Fakt bleibt, dass die Eintracht bis auf die verschlafene erste Viertelstunde die bessere Mannschaft war. Der Mexikaner Marco Fabian, erstmals in der Startelf, war ein guter Antreiber, der Ungar Huszti wurde nach schwachem Beginn immer stärker. „Die beiden tun unserem Spiel gut“, lobte Veh.

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