Eintracht in München seit 2000 sieglos

Leichtes Spiel bei den Besten

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Weiß, wie man beim FC Bayern punktet: Marco Russ.

Frankfurt - Ist es nun das leichteste Spiel der Rückrunde für Eintracht Frankfurt oder das schwerste? Diese Frage stellen sich viele Klubs der Fußball-Bundesliga, wenn sie gegen den „unschlagbaren“ FC Bayern antreten müssen.

Das gilt auch für die Frankfurter Eintracht, die am Sonntag in München zu Gast ist. „Das ist das leichteste Spiel“, sagt Verteidiger Marco Russ, „weil wir nichts zu verlieren haben.“ Torjäger Alexander Meier sieht in den Bayern dagegen „die beste Mannschaft der Welt“. Und nichts ist so schwer, wie gegen die Besten zu spielen.

Trainer Armin Veh hat sich bislang noch nicht zu seiner Herangehensweise, die auch über die personelle Auswahl entscheiden wird, geäußert. Er wird grübeln. Soll er viel wechseln, um Kräfte zu schonen? Oder doch weitgehend die Stammelf aufs Feld schicken, um die kleine Chance zu wahren? „Wenn Bayern einen schlechten Tag hat und wir einen guten, dann könnte was gehen“, meint Zugang Tobias Weis. Aber ist das so? Würde ein schlechter FC Bayern gegen eine gute Eintracht verlieren? Dafür sprechen die letzten zwei Heimspiele der Frankfurter, die jeweils nur mit 0:1 und nach unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen verloren wurden. In beiden Fällen hatte man auf Augenhöhe mit dem Champions-League-Sieger gespielt.

Nur drei Siege in München

Doch es gibt auch andere Ansatzpunkte, die nichts Gutes verheißen. Da ist zum Beispiel die Statistik der Eintracht-Spiele beim FC Bayern München. Von den bislang 42 Partien haben die Frankfurter nur drei gewonnen. 1966 mit 2:1, 1976 mit 3:0 und zuletzt am 18. November 2000 mit 2:1. Sechs Unentschieden gab es noch, aber 33 Niederlagen. Den letzten Punkt holten die Frankfurter am 3. November 2007, damals unter Trainer Friedhelm Funkel mit einem 0:0. Aus dieser Mannschaft ist nur Russ übrig geblieben. Er ist also der einzige aktuelle Eintracht-Profi, der weiß, wie es geht.

Woche für Woche stellt sich in der Liga jene Frage, die jetzt auch der Eintracht-Trainer beantworten muss. Totale Defensive gegen die Bayern oder Angriffsfußball? Beides bietet keine Garantie für ein halbwegs erfolgreiches Abschneiden. Neuzugang Alexander Madlung empfiehlt eine forsche Spielweise. Nur mit einem „mutigen Konzept“ könne man etwas holen: „Wer sich versteckt, hat Probleme.“

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Von Verstecken konnte beim Training am Mittwoch keine Rede sein. Bei den internen Spielchen ging es kräftig zur Sache. Es war deutlich zu spüren, dass einige, die zuletzt nur zugeschaut hatten, energisch um ihre Chancen kämpfen. Mitten drin übrigens immer noch Srdjan Lakic, der bis zum Ende der Transferperiode am Freitag den Verein verlassen soll und will. „Noch gibt es nichts Konkretes“, sagte der 30-jährige Kroate, „aber es könnte durchaus sein, dass noch was geht“. Lakic bevorzugt einen Wechsel innerhalb der Bundesliga. In der 2. Liga komme nur ein Spitzenverein in Frage. Am liebsten wohl der 1.FC Kaiserslautern. Dort hatte Lakic von 2008 bis 2011 seine beste Zeit. Doch die Pfälzer haben eigentlich bereits genug Stürmer im Kader.

(sp)

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