Zwei gute Torhüter, ein Problem

Felix Wiedwald will kein Ersatz sein

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Felix Wiedwald  

Frankfurt - Während Eintrachts Torhüter Kevin Trapp nach seinem Syndesmosebandriss an seiner Rückkehr auf den Platz arbeitet, hat sein Ersatz Felix Wiedwald die Gunst der Stunde genutzt. Von Peppi Schmitt

Bei der Frankfurter Eintracht wird fieberhaft daran gearbeitet, den Vertrag mit Kevin Trapp (24) vorzeitig zu verlängern. Der Torwart ist bis zum Sommer 2016 an den Klub gebunden, könnte aber im nächsten Sommer gegen eine festgeschriebene Ablösesumme von angeblich vier Millionen Euro gehen. Trapp liegt ebenso wie Abwehrspieler Carlos Zambrano seit einigen Tagen ein Angebot vor.

Die Frankfurter drängt ein wenig die Zeit, sonst könnte nämlich ein vermeintliches Luxusproblem tatsächlich zum Problem werden. Denn während Trapp nach seinem Syndesmosebandriss an seiner Rückkehr auf den Platz arbeitet, hat sein Ersatz Felix Wiedwald (24) die Gunst der Stunde genutzt. In den vergangenen Wochen hatte Wiedwald meist solide gehalten, zuletzt bei den Siegen in Mönchengladbach und nun vor allem gegen Dortmund aber überragend. Die fehlende Ausstrahlung, die Sportdirektor Bruno Hübner vor ein paar Wochen bemängelt hatte, hat er nachgewiesen.

Und nach dem Dortmund-Spiel hat Wiedwald eine Kampfansage an Trapp gesendet. „Ich habe Blut geleckt und will auch in der Rückrunde im Tor stehen“, hat er gesagt. Die Aussage macht den Ehrgeiz Wiedwalds deutlich, dass der „Ersatzmann“ nicht mehr länger Ersatz sein will. Längst hat der ehemalige Duisburger und Bremer gezeigt, dass er auch ein Bundesligatorwart ist. Genau deshalb braucht die Eintracht eine baldige Entscheidung von Trapp. Geht der Kapitän zum Ende der Saison, wäre es nur logisch den auslaufenden Vertrag mit Wiedwald zu verlängern.

Eintracht-Zeugnis gegen Dortmund

Eintracht-Zeugnis gegen Borussia Dortmund

Auch bei der Nummer drei im Tor muss die Eintracht Probleme lösen. Nach Trapps Verletzung wurde Routinier Timo Hildebrand geholt. Den 35 Jahre alten ehemaligen Nationalspieler aber zieht es im neuen Jahr in die amerikanische Major League Soccer (MLS). Schon bei der Unterschrift Ende September soll die Eintracht zugestimmt haben, dass nach der Rückkehr von Trapp der Vertrag mit Hildebrand wieder aufgelöst werden kann, wenn er diesen Willen äußert. Und so muss Sportdirektor Hübner abwarten, was mit der „Nummer eins“ Trapp wird, bevor er etwas mit der „Nummer zwei“ Wiedwald unternehmen kann und nebenbei noch eine „Nummer drei“ suchen.

Mit nur zwei Torhüter zu starten, verbietet sich im Winter. Denn ab 1. Februar 2015 können selbst arbeitslose Spieler nicht mehr verpflichtet werden. „Wir wollen vermeiden, mit nur zwei Torhütern in die Rückrunde zu gehen“, gibt der Manager zu. In diesen Tagen schauen sich die Frankfurter den 20 Jahre altem Aserbaidschaner Emil Balayev an, der von Co-Trainer Wolfgang Rolff und dem ehemaligen Eintracht-Keeper Uli Stein, die beide für den aserbeidschanischen Verband gearbeitet haben, empfohlen wurde. 

Bilder vom Spiel gegen Dortmund

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